Berlinale 2008 Doris Dörrie mit "Kirschblüten" im Wettbewerb

Tod, Krankheit und Massaker - Die Themen der ersten acht Filme, die bei der kommenden Berlinale ins Rennen gehen, sind düster. Für Deutschland tritt Doris Dörrie mit dem Drama "Kirschblüten - Hanami" gegen die starke Konkurrenz an.


Berlin - Das Rennen um die begehrten Berlinale-Bären ist eröffnet. Die ersten acht Titel für das Wettbewerbsprogramm der 58. Internationalen Filmfestspiele in Berlin stehen fest. In den meisten Filmen geht es um menschliche Dramen: Tod, Krankheit, Kriegsverbrechen.

Dörrie-Film "Kirschblüten - Hanami": Aus Liebe das Leben geopfert
Majestic & Patrick Zorer

Dörrie-Film "Kirschblüten - Hanami": Aus Liebe das Leben geopfert

Deutschland wird von der Regisseurin Doris Dörrie ("Männer", "Der Fischer und seine Frau") vertreten. Sie tritt mit ihrem neuesten Film "Kirschblüten - Hanami" an. Weitere Beiträge kommen aus China, Brasilien, Mexiko, Großbritannien, USA und Polen. Die Auswahl für das Wettbewerbsprogramm, über das im kommenden Jahr eine internationale Jury unter der Präsidentschaft von Regisseur Constantin Costa-Gavras urteilt, wird bis Mitte Januar abgeschlossen sein.

Dörrie ist zum ersten Mal im Wettbewerb des Festivals vertreten. 2007 hatte sie bei den Filmfestspielen in der Spezialreihe "Kulinarisches Kino" den Dokumentarfilm "How to cook your life" präsentiert. In "Kirschblüten - Hanami" erzählt sie die Geschichte des unheilbar an Krebs erkrankten Rudi, gespielt von Elmar Wepper. Als seine lebenslustige und esoterisch angehauchte Frau (Hannelore Elsner) unerwartet stirbt, beginnt der Witwer, das Leben seiner Frau mit neuen Augen zu sehen.

Aus den USA kommt der Film "There will be blood" von Paul Thomas Anderson ("Magnolia"). Die Verfilmung von Upton Sinclairs Roman "Oil" erzählt vom sagenhaften Aufstieg eines erfolglosen Silberminenbesitzers zum US-Ölmagnaten am Beginn des 20. Jahrhunderts. Die zentrale Figur des Daniel Plainview spielt Daniel Day-Lewis ("Gangs Of New York").

Der chinesische Regisseur Wang Xiaoshuai ("Beijing Bicycle") nimmt mit "In Love We Trust" erneut am Berlinale-Wettbewerb teil. 2001 erhielt er bereits den Silbernen Bären. In seinem Film möchte die Mutter eines an Krebs erkrankten Kindes ihr Erstgeborenes retten und geht dabei ungewöhnliche Wege.

Der mexikanische Filmemacher Fernando Eimbcke präsentiert seinen zweiten Spielfilm "Lake Tahoe". Hauptfigur ist ein Sechzehnjähriger, der den plötzlichenTod seines Vaters verarbeiten muss.

Damian Harris zeigt die britisch-amerikanische Ko-Produktion "Gardens of the Night". Er beschreibt das Schicksal zweier Kinder, die entführt und über neun Jahre fest gehalten werden. Zurück in Freiheit sind sie gezwungen, sich auf der Straße allein durchzuschlagen. Zu den Darstellern gehören Gillian Jacobs, Evan Ross, Tom Arnold und John Malkovich.

Oscar-Preisträger Andrzej Wajda, der bereits drei Mal im Berlinale-Wettbewerb vertreten war und 2006 mit dem Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde, präsentiert sein jüngstes Werk "Katyn" außer Konkurrenz. Der Film thematisiert das lang tabuisierte Massaker an tausenden polnischen Kriegsgefangenen durch den sowjetischen Geheimdienst 1940.

Aus Brasilien kommt "The Elite Squad" von Regisseur José Padilha ("Bus 174"). Dort brach der Film über den Alltag einer brutalen, von Korruption durchsetzten Spezialeinheit der brasilianischen Militärpolizei bereits alle Zuschauerrekorde.

Mit "S.O.P. Standard Operating Procedure" (USA) erinnert der Dokumentarist und Oscar-Preisträger Errol Morris ("The Fog Of War") an die Skandale um Menschenrechtsverletzungen im Gefängniskomplex Abu Ghraib bei Bagdad und beleuchtet Hintergründe des sogenannten "Antiterrorkrieges".

Die Berlinale 2008 läuft vom 7. bis 17. Februar.

tho/AP/ddp



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