Berlinale-Chef Kündigung ist ein "absoluter Affront"

Jetzt ist es raus: Der langjährige Leiter der Internationalen Berliner Filmfestspiele, Moritz de Hadeln, muss nach der nächsten Berlinale gehen. Der Entlassene bezeichnete die Umstände seiner Ablösung als "stillos".


Verabschiedeter Berlinale-Chef de Hadeln
DPA

Verabschiedeter Berlinale-Chef de Hadeln

Berlin - Die Entscheidung des Kuratoriums der Berliner Festspiele gegen de Hadeln wurde dem 59-jährigen Schweizer am Freitag von Berlins Kultursenator Christoph Stölzl mitgeteilt. Stölzl dankte de Hadeln gleichzeitig für sein über zwei Jahrzehnte dauerndes Engagement für die Filmstadt Berlin.

Über einen Nachfolger soll bis zum Sommer entschieden werden, teilte die Kulturverwaltung mit. Als möglicher neuer Berlinale-Chef wird der Geschäftsführer der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen, Dieter Kosslick, gehandelt.

Der Vertrag von de Hadeln lief ursprünglich bis 2003, konnte jedoch von de Hadeln selbst oder dem Kuratorium der Berliner Festspiele auch vorher aufgelöst werden. Mit der jetzt getroffenen Entscheidung endet seine Amtszeit am 30. April 2001.

De Hadeln bezeichnete die Umstände der vorzeitigen Auflösung seines Vertrages als "absoluten Affront" und "stillos". Er kenne bis heute auch keinen Grund für seine Ablösung. "Damit wurde viel beschädigt, vor allem die gerade nach dem Umzug an den Potsdamer Platz wichtige Kontinuität für das Festival, aber auch mein Ruf", sagte de Hadeln. Er kündigte an, die Möglichkeit von Schadenersatzansprüchen prüfen zu wollen.

De Hadeln leitet die Berlinale seit 1979. Zuvor war er Festivalchef in Locarno. In den vergangenen Jahren war ihm wiederholt vorgeworfen worden, zu viele amerikanische Filme zu dem Festival einzuladen. Mit den US-Filmen kamen jedoch auch die vom Publikum geliebten internationalen Stars. Die aber habe er nicht angemessen präsentiert, meinten Kritiker.



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