Berühmte Synchronstimme Schauspielerin Tilly Lauenstein gestorben

"Ich werde 103 Jahre alt", hatte Tilly Lauenstein noch zu ihrem 80. Geburtstag verkündet. Jetzt starb die bekannte Synchronsprecherin und Schauspielerin im Alter von 85 Jahren.

Berlin - "Nach meinem Tod ziehe ich mich zurück, vorher nicht", hatte die Schauspielerin zu ihrem 80. Geburtstag verkündet. Trotz zwei Schlaganfällen in den vergangenen Jahren rappelte sich die couragierte Dame, die durch zahllose Theater-, Film- und TV-Engagements bekannt wurde, immer wieder auf.

"Bis zuletzt glaubte meine Mutter, auf der Bühne zu stehen", sagte ihr Sohn Detlef Lauenstein gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Millionen Zuschauer kennen die Schauspielerin aus Unterhaltungsfilmen der Nachkriegszeit und Fernsehserien wie "Forellenhof" oder "Die Hagenbecks". Vor allem aber war ihre Stimme berühmt, die sie als Synchronsprecherin unter anderem Katherine Hepburn, Ingrid Bergmann und Bette Davis lieh.

Hauptsächlich in Berlin stand die in Bad Homburg geborene Schauspielerin jahrzehntelang auf der Bühne. Auch nach Engagements in anderen Städten wie Düsseldorf, Essen, Köln und München kehrte sie immer wieder in die Metropole zurück. In Berlin war es auch, wo sie nach Kriegsende ihre erste große Rolle bekam: Sie spielte die Marie in Georg Büchners "Woyzeck" unter Wolfgang Langhoff am Deutschen Theater.

"Die Arbeit hält mich frisch", hatte Lauenstein mehrfach betont. "Die Schauspielerei war immer ihre Welt", bestätigt auch ihr Sohn. Glamour und Rampenlicht habe sie jedoch nie geliebt. Trotzdem machte sie sich auch einen Namen beim Film. Regisseur Arthur Maria Rabenalt entdeckte das Gesicht mit dem "breiten Mund und den etwas schräg stehenden Augen" für den Nachkriegsfilm. Streifen wie "Chemie und Liebe" und "Das Mädchen Christine" drehte Lauenstein noch mit der ostdeutschen Defa. In den fünfziger Jahren übernahm sie eine Reihe von Rollen in Wolfgang-Staudte-Filmen. Anfang der sechziger Jahre spielte Lauenstein neben Lili Palmer in "Julia, du bist zauberhaft". Xaver Schwarzenberger verpflichtete sie 1985 für "Otto - Der Film".

Tilly Lauenstein starb nach Angaben ihres Sohnes Detlef bereits am 8. Mai in Potsdam.

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