Streit um Film "Blue Story" Britische Kinos streichen Gang-Drama aus dem Programm

Zwei Kinoketten zeigen den neuen britischen Film "Blue Story" nicht mehr. Sie reagieren damit auf gewalttätige Tumulte. Dabei ist unklar, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Film und den Ausschreitungen gibt.

Das Kino Ritzy in London preist "Blue Story" noch an
Peter Summers/ Getty Images

Das Kino Ritzy in London preist "Blue Story" noch an


Es geht um zwei rivalisierende Gangs in einem Londoner Viertel, die sich auf brutale Weise bekämpfen. Andrew Onwubolu, besser bekannt als Rapper Rapman, hat den Film inszeniert - "inspiriert von wahren Begebenheiten", wie es auf dem Filmplakat heißt. Nachdem "Blue Story" am vergangenen Freitag in Großbritannien gestartet war, kam es rund um entsprechende Vorstellungen zu mehreren Auseinandersetzungen, wie das Kinounternehmen Vue mitteilte. Kurzerhand strichen Vue und Showcase Cinemas "Blue Story" aus dem Programm.

Ausschlag dazu hatte wohl ein Vorfall am Samstag in Birmingham gegeben. Wie die Polizei berichtet, sei es dort in einem Vue Theater zwischen Dutzenden Jugendlichen zu gewalttätigen Tumulten gekommen. Einige trugen Macheten bei sich. Sechs Teenager im Alter zwischen 13 und 19 Jahren seien festgenommen worden, sechs Polizeibeamte erlitten leichte Verletzungen. Die Polizei zog keine ausdrückliche Verbindung zwischen dem Gangdrama und den Ausschreitungen.

Doch nachdem der Vorfall in Birmingham bekanntgeworden war, berichtete Vue am Montag von insgesamt 25 "erheblichen Zwischenfällen" in 16 Kinos innerhalb von 24 Stunden im Zusammenhang mit dem Film. Die Entscheidung, "Blue Story" abzusetzen, sei der Kinokette nicht leicht gefallen und ausschließlich aus Sicherheitsgründen getroffen worden. Zuvor warKritik laut geworden, dass die Entscheidung aufgrund der Inhalte gefallen sei. Auch wurden Mutmaßungen laut, dass rassistische Vorurteile dazu geführt hatten. Vue lobte den Film in seinem Statement als "fantastisches Werk" mit einer starken Botschaft.

Filmemacher Onwubolu, der mit dem Film seine gleichnamige YouTube-Serie auf die Leinwand bringt, erklärte auf Instagram, es sei sehr bedauerlich, dass eine kleine Gruppe von Menschen eine Sache für jeden ruinieren könnte. Er erinnerte auch an die Kontroverse um "Joker" vor wenigen Wochen, der sich ebenfalls der Kritik ausgesetzt sah, zu Gewalt anzustacheln. Vor allem stellte der Regisseur klar: "In 'Blue Story' geht es um Liebe, nicht um Gewalt."

Im Zentrum von "Blue Story" steht das Phänomen der "Postcode Wars" - Postleitzahlenkriege, also Kämpfe zwischen Gangs aus benachbarten Stadtvierteln. Einige Bezirksverwaltungen in Süd-London hatten sich geweigert, den Dreh von Gewaltszenen für "Blue Story" zuzulassen. Rapman wurde nach dem Erfolg seiner YouTube-Serie "Shiro's Story" vom Label des US-Stars Jay-Z unter Vertrag genommen.

brs/AP



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