Box Office Arme Ritter

Die Rechnung ging nicht auf: Til Schweigers Mittelalter-Klamauk "1 1/2 Ritter" konnte sich an seinem Startwochenende nicht gegen das Animationsspektakel "Madagascar 2" durchsetzen. Die kinomüden Amerikaner verhalfen Jim Carreys "Ja-Sager" zum Box-Office-Erfolg.


Hamburg/Los Angeles - Nicht zu schlagen, diese durchgeknallten Tiere aus der Animationsfabrik von DreamWorks: "Madagascar 2" konnte Til Schweigers neu gestarteten Kino-Klamauk "1 1/2 Ritter" am Wochenende auf Distanz halten. Die tierische Trickkomödie kam laut "Blickpunkt: Film" an ihrem dritten Wochenende auf 700.000 Besucher und hatte damit das beste dritte Wochenende eines Kinofilms in diesem Jahr. Insgesamt steuert "Madagascar 2" auf die Vier-Millionen-Besucher-Marke zu. Der Vorgänger lockte seit seinem Start 2005 6,7 Millionen Zuschauer an und ist damit der bisher erfolgreichste DreamWorks-Animationsfilm in Deutschland.

Szene aus "1 1/2 Ritter" mit Rick Kavanian und Til Schweiger: Warten auf den Weihnachtsumsatz
DDP

Szene aus "1 1/2 Ritter" mit Rick Kavanian und Til Schweiger: Warten auf den Weihnachtsumsatz

"1 1/2 Ritter - Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde" kam am vergangenen Donnerstag, exakt ein Jahr nach Til Schweigers erfolgreichen "Keinohrhasen" ins Kino, 598 Kopien gingen an den Start. "Keinohrhasen" lief in hundert Kinos weniger.

Genützt hat es erst einmal nicht viel: Trotz Besetzungsrundumschlag quer durch die deutsche Comedy-, Show- und Schauspiellandschaft wollten Schätzungen des Verleihs Warner zufolge nur rund 350.000 Zuschauer (mit Previews) die Ritterfilmparodie nach sehen.

Aber auch die "Keinohrhasen" legten am zweiten Wochenende erst richtig los, und nicht umsonst hat sich der Verleih erneut die Weihnachtszeit als Starttermin ausgesucht. Immerhin kann sich "1 1/2 Ritter" über den drittbesten Start eines deutschen Films in diesem Jahr freuen, hinter "Die Wilden Kerle 5 " und "Der Baader Meinhof Komplex ".

Platz drei ging an "Tintenherz" mit 200.000 Zuschauern, gefolgt von "Der Tag, an dem die Erde stillstand" mit 170.000 Besuchern am zweiten Wochenende. Rang vier eroberte sich die neu gestartete US-Teenie-Komödie "Wild Child" (75.000 Zuschauer), Platz fünf ging an den Dauerbrenner James Bond mit "Ein Quantum Trost". Außerdem neu in den Top 20: die Neustarts "O' Horten" (10.000 Zuschauer in 44 Kinos) und "Lakeview Terrace" (7000 Zuschauer in 48 Kinos).

Die Besucherzahlen blieben so stabil wie schon in den vergangenen drei Wochen. Insgesamt wurden rund zwei Millionen Tickets gelöst.

In den USA stellt sich derweil eine gewisse Kinomüdigkeit ein, da macht sich das Fehlen eines echten Winter-Blockbusters wie zum Beispiel dem verschobenen neuen Harry-Potter-Film bemerkbar. So konnte sich "Yes Man" ("Der Ja-Sager") mit Jim Carrey durchsetzen, der in 3434 Kinos nur 18,2 Millionen Dollar umsetzte. Wenig, aber genug für den Spitzenplatz an diesem Wochenende.

Pech für Will Smith, der seine Box-Office-Erfolgsserie ("I am Legend", "Hancock") kurz unterbrechen muss: Das tränenschwere Drama "Seven Pounds" ("Sieben Leben"), in dem er neben Rosario Dawson zu sehen ist, setzte an seinem Startwochenende nur 16 Millionen Dollar um, lief aber bislang auch nur in 2758 Kinos an. Es ist Smiths zweite Zusammenarbeit mit dem "Pursuit of Happiness"-Regisseur Gabriele Mucchino.

Auch Platz drei ging an einen Neustart: Der Animationsfilm "The Tale of Despereaux" über eine mutige Maus setzte 10,5 Millionen Dollar um (3104 Kopien), gefolgt von "Der Tag, an dem die Erde stillstand ", der wie erwartet ein Umsatzminus von 67 Prozent gegenüber dem Startwochenende zu verzeichnen hatte und nur noch 10,2 Millionen Dollar einspielte. Der Weihnachtshit "Four Christmases" schließt die Top fünf mit 8,4 Millionen Dollar ab.

Insgesamt verzeichneten die Top-Filme des Box Office am Wochenende ein Minus von etwa 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

bor/AP



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