Box Office Auch Sherlock Holmes löst das Kassenrätsel nicht

Souverän springt "Sherlock Holmes: Spiel im Schatten" auf Platz eins der US-Kinocharts. Doch das Einspielergebnis ist schwächer als erwartet, das Kinojahr 2011 enttäuscht weiter. Hoffnung macht "Mission: Impossible 4", der allerdings in Deutschland dem "Gestiefelten Kater" unterlag.

Robert Downey Jr. als Meisterdetektiv in "Sherlock Holmes: Spiel im Schatten"
AP/ Warner Bros.

Robert Downey Jr. als Meisterdetektiv in "Sherlock Holmes: Spiel im Schatten"


Los Angeles/Hamburg - Ein Trio von Fortsetzungen bestens eingeführter Geschichten sollte am Wochenende die nordamerikanischen Kinos aus dem Jammertal führen - das war der Plan nach den beiden schwächsten Wochen des Jahres. Doch zwei der drei Filme erfüllten die in sie gesetzten Erwartungen nicht - und beim dritten ist noch nicht entschieden, wie die ganz große Masse ihn findet.

Auf Platz eins in den USA und Kanada ist, wie zu erwarten war, "Sherlock Holmes: A Game of Shadows" (deutscher Titel: "Sherlock Holmes: Spiel im Schatten"). Doch während der erste Film mit Robert Downey Jr. als Meisterdetektiv und Jude Law als treuem Kompagnon Watson 2009 noch 62,3 Millionen Dollar einspielte, kam der zweite "Sherlock Holmes"-Film der Neuzeit auf enttäuschende 40,02 Millionen - das Filmstudio Warner Bros. hatte der "Los Angeles Times" zufolge eher mit 55 Millionen gerechnet.

Auch die Nummer zwei schwächelte: Das dritte Trickfilmabenteuer der fiktionalen Musikgruppe Alvin & The Chipmunks, "Chipwrecked" betitelt, kam auf einen Kassenumsatz von 23,5 Millionen Dollar (inklusive 3-D-Zuschlag) - die beiden Vorgängerfilme hatten etwa doppelt so viel eingespielt.

Mit zwei Spitzenreitern, die derart hinter den Erwartungen zurückbleiben, kann auch die Gesamtbilanz des Wochenendes nur enttäuschend sein. Auf etwa 119 Millionen Dollar schätzt Hollywood.com die Kasseneinnahmen aller Filme - 11,6 Prozent weniger als am entsprechenden Wochenende vor einem Jahr. Der Chefanalyst des Branchendienstes, Paul Dergarabedian, glaubt, dass am Ende des Jahres weniger als 1,3 Milliarden Tickets verkauft worden sein werden - das wäre die niedrigste Zuschauerzahl seit 1995.

Doch vielleicht kann ja "Mission: Impossible - Ghost Protocol" (in den deutschen Kinos als "Mission: Impossible - Phantom Protokoll") der Bilanz aufhelfen: Der Actionfilm mit Tom Cruise in der Hauptrolle lief in den USA zunächst in nur 425 Kinos an (zum Vergleich: Die ersten beiden Filme der Charts liefen in mehr als 3700 Abspielstätten), 300 davon waren IMAX-Kinos. Als zusätzliches Bonbon durften die Zuschauer in 44 ausgewählten Kinos einen sechsminütigen Vorabtrailer für den im nächsten Sommer erst anlaufenden Film "The Dark Knight Rises" sehen.

All diese Extras sollten dazu dienen, den Kinostart des vierten "Mission: Impossible"-Films zum Ereignis zu machen - eine Strategie, die anscheinend aufging: Mit 13 Millionen Dollar kommt "Mission: Impossible - Ghost Protocol" schon auf den dritten Platz der nordamerikanischen Kinocharts - und der ganz große Aufschlag kommt erst am nächsten Wochenende, an dem der Film auch in kleineren Kinos im ganzen Land anlaufen wird.

Kater lässt sich von Tom Cruise nicht verschrecken

Auch in Deutschland war "Mission: Impossible 4" natürlich heiß gehandelt worden als Kandidat für Platz eins der Charts. Doch die Spitze ließ sich "Der gestiefelte Kater" nicht nehmen. 425.000 Zuschauer wollten nach Angaben von Media Control den DreamWorks-Animationsfilm sehen - für Tom Cruise als Actionstar erwärmten sich hingegen nur 322.000 Kinogänger - auf einem ähnlichen Niveau startete 2006 schon der dritte Teil der Reihe.

Auf den dritten Rang schaffte es mit 251.000 Zuschauern ein weiterer Neueinsteiger: Matthias Schweighöfer in einer Frauenrolle bescherte Regisseur Detlev Buck mit "Rubbeldiekatz" den besten Start seit "Männerpension" im Jahre 1996, wie der Branchendienst "Blickpunkt:Film" vermerkt.

Der viertplazierte Film, "Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht Teil 1" hat mit weiteren 150.000 Zuschauern die Gesamt-Besucherzahl von drei Millionen übertroffen. Davon ist "In Time - Deine Zeit läuft ab" natürlich weit entfernt; aber Platz fünf mit 100.000 Kinogängern ist dennoch ein gutes Resultat für den Film mit Justin Timberlake in der Hauptrolle.

feb/dpa/AP/Reuters



insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
miauwww 19.12.2011
1. denn
Zitat von sysopSouverän springt "Sherlock Holmes: Spiel im Schatten" auf Platz eins der US-Kinocharts. Doch das Einspielergebnis ist schwächer als erwartet, das Kinojahr 2011 enttäuscht weiter.*Hoffnung*macht "Mission:Impossible 4", der allerdings in Deutschland dem "Gestiefelten Kater" unterlag. http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,804565,00.html
wir dürfen davon ausgehen: "Doch das Filmniveau ist noch schwächer als erwartet, das Kinojahr 2011 enttäuscht weiter.
FrankDr 19.12.2011
2. aufgeweichte alte Brötchen
Sherlock Holmes 2 MI 4 Spiderman 3 Shrek 4 Saw 8 Fast & Furious 5 xy 7 xy 9 ... 24 wenn man nun noch die alte Film-Weisheit beherzigt: "Ein zweiter Teil ist nur in den allerwenigsten Fällen besser als das Original", dann braucht sich doch niemand wundern, oder?
etiennen 20.12.2011
3.
Zitat von FrankDrSherlock Holmes 2 MI 4 Spiderman 3 Shrek 4 Saw 8 Fast & Furious 5 xy 7 xy 9 ... 24 wenn man nun noch die alte Film-Weisheit beherzigt: "Ein zweiter Teil ist nur in den allerwenigsten Fällen besser als das Original", dann braucht sich doch niemand wundern, oder?
Ganz meine Meinung. Auch das nächste Jahr wird zum großen Teil von Fortsetzungen und Adaptionen dominiert werden. Ideenarmut ist das neue Problem von Hollywood. Dumme Sache, im letzen Jahrhundert hatte man die Ideen, heute die Technik. Kein Wunder dass es so viele Remakes gibt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.