Box Office Blondinen des Grauens

Jede Woche neuer Horror auf den amerikanischen Kinoleinwänden: Die Grusel-Parodie "Scary Movie 3" setzte sich am Wochenende mit einem Umsatzrekord an die Spitze der Box-Office-Charts. Die mitwirkenden Star-Blondinen Pamela Anderson und Jenny McCarthy dürften daran nicht ganz unschuldig sein.


Gute Argumente für Kinogänger: Blondinen Anderson, McCarthy in "Scary Movie 3"
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Gute Argumente für Kinogänger: Blondinen Anderson, McCarthy in "Scary Movie 3"

Los Angeles/Berlin - 49,7 Millionen Dollar in drei Tagen, das ist das beste Startergebnis eines Films im Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen, vermelden US-Medien am Montag. Diesen Coup schaffte nicht etwa ein neuer Spielberg, sondern ein weiterer Horrorfilm in der langen Serie mehr oder minder hochwertiger Grusel-Produktionen, die in diesem Jahr das US-Kino bevölkern.

"Scary Movie 3: Episode 1 - Lord Of The Brooms", dritter Ableger der erfolgreichen Horror-Parodie der Komödien-Brüder Shawn und Marlon Wayans, übertraf am Wochenende nicht nur seinen Vorgänger "Scary Movie 2", der 2001 an einem fünftägigen Feiertagswochenende 35 Millionen Dollar eingespielt hatte, sondern auch den bisherigen Oktober-Rekordhalter "Red Dragon", der im vergangenen Jahr mit 36,5 Millionen Dollar Umsatz gestartet war.

Gute Argumente, sich den Grusel-Spaß anzusehen, waren vor allem die beiden Blondinen Pamela Anderson und Jenny McCarthy (Ex-MTV-Moderatorin), die mehr gutes Aussehen als Schauspielkunst zur Schau stellten. Die Produktionsfirma Dimension Films, die uns auch schon die "Scream"-Trilogie bescherte, hatte für "Scary Movie 3" außerdem eine Altersfreigabe ab 13 erwirken können. Die ersten beiden Teile waren jeweils erst ab 17 zugelassen worden. Weitere Rollen in dem von David Zucker ("Die nackte Kanone" gedrehten Film spielen Queen Latifah, Charlie Sheen und Jeremy Piven.

Weit abgeschlagen auf dem zweiten Rang landete der Spitzenreiter der vergangenen Woche, Marcus Nispels Remake des Horror-Klassikers "The Texas Chainsaw Massacre". Es verlor 48 Prozent seines Umsatzes gegenüber der Vorwoche und spielte 14,7 Millionen Dollar ein. Mit 51, 2 Millionen Dollar nach zehn Tagen Laufzeit kann man jedoch kaum von einem Flop sprechen.

Auf den dritten Platz der nordamerikanischen Kinocharts schaffte es ein weiterer Neustart, das Football-Drama "Radio" mit Cuba Gooding Jr. und Ed Harris. Der Sportfilm spielte respektable 14 Millionen Dollar ein. Die John-Grisham-Verfilmung "Runaway Jury" verlor in ihrer zweiten Woche 29 Prozent ihres Start-Umsatzes und landete mit 8,4 Millionen Dollar auf Platz vier, während Clint Eastwoods "Mystic River", ebenfalls in der Vorwoche gestartet, mit 7,6 Millionen Dollar Umsatz den fünften Platz belegt. Das einfühlsame Männer-Drama mit Sean Penn und Tim Robbins verlor 27 Prozent seines Umsatzes gegenüber seinem Start-Wochenende.

Verliererin des Wochenendes ist Angelina Jolie, deren neuer Film "Beyond Borders" in den ersten drei Tagen nur zwei Millionen Dollar umsetzte und damit Rang 11 belegt. Die schnulzige Liebesgeschichte zwischen Jolie und Clive Owen vor der Kulisse konfliktgeschüttelter afrikanischer Staaten (Regie: Martin Campbell) fand weder die Gunst der Kritiker, noch den Zuspruch des Publikums.

In Deutschland hat sich unterdessen Sönke Wortmanns "Das Wunder von Bern" in der zweiten Woche in Folge an der Spitze der Kinocharts behauptet. Mit knapp 450.000 Besuchern von Donnerstag bis Sonntag sahen im Vergleich zur Premierenwoche sogar noch einmal rund 110.000 Menschen mehr den Film, wie die Marktforscher von media control in Baden-Baden am Montag nach einer vorläufigen Auswertung der Besucherzahlen mitteilten. In der Vorwoche hatte zunächst der Actionfilm "Bad Boys 2" mit knapp 17.000 Zuschauern vorne gelegen, am Dienstag wurde das vorläufige Ergebnis jedoch korrigiert.

Als einziger Neuzugang unter den fünf Bestplatzierten landete der neue Film der Coen-Brüder "Ein (un)möglicher Härtefall" auf Platz zwei. Auf den übrigen drei Plätzen tat sich im Vergleich zur Vorwoche wenig. Der Action-Film "Bad Boys II", das Rachedrama "Kill Bill - Volume I" und der Abenteuer-Film "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen" rutschten jeweils einen Rang nach unten. Knapp 190.000 Zuschauer sahen Will Smith und Martin Lawrence als Drogenfahnder in "Bad Boys II". Rund 30.000 weniger Kinokarten wurden für den ersten Teil von Quentin Tarantinos "Kill Bill" verkauft. Die "Gentlemen" mit Sean Connery in der Hauptrolle lockten noch rund 84.000 Besucher in die deutschen Kinos.

Die deutschen Kinocharts:

1 (1) "Das Wunder von Bern", 446.071 Zuschauer
2 (neu) "Ein (un)möglicher Härtefall", 240.114 Zuschauer
3 (2) "Bad Boys II", 189.651 Zuschauer
4 (3) "Kill Bill, Vol. 1", 160.991 Zuschauer
5 (4) "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen", 83.990 Zuschauer

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