Box Office Blutbad in den Kino-Charts

Quentin Tarantino bleibt auf Erfolgskurs: "Kill Bill", der wegen seiner ausufernden Gewaltszenen umstrittene neue Film des amerikanischen Kultregisseurs, setzte sich am Wochenende an die Spitze der amerikanischen Kino-Charts. Deutschland freut sich derweil an den Prügel- und Action-Orgien der "Bad Boys".


"Kill Bill": "Die Braut" (Uma Thurman) rächt sich an ihrem früheren Boss
DDP

"Kill Bill": "Die Braut" (Uma Thurman) rächt sich an ihrem früheren Boss

New York - Tarantinos Film um eine Killerin (Uma Thurman), die sich in einem blutigen Rachefeldzug an ihrem früheren Chef Bill (David Carradine) rächt, spielte in den ersten drei Tagen nach seinem Start 22,7 Millionen Dollar ein.

Mit "Kill Bill" kehrt Kultregisseur Quentin Tarantino sechs Jahre nach seinem letzten Film "Jackie Brown" zurück ins Kino. Seine wegen Überlänge in zwei Teile geschnittene Hommage an asiatische Martial-Arts-Filme und Sergio Leones Spaghetti-Western erntete zwiespältige Kritik wegen seiner expliziten und überzogenen Gewaltdarstellungen. In Deutschland startet "Kill Bill, Vol. 1" am 16. Oktober. Teil zwei soll im Frühjahr 2004 anlaufen.

Der neue Tarantino verdrängte die Musical-Komödie "The School Of Rock" auf Platz zwei der nordamerikanischen Box-Office-Charts. Dem Verleih brachte der Film über Jack Black ("High Fidelity") als geschasster Rock-Musiker und Aushilfslehrer in der vergangenen Woche 15,4 Millionen Dollar ein. Am Premierenwochenende waren es noch mehr als 20 Millionen Dollar gewesen (Gesamtumsatz 39,6 Millionen Dollar).

Zwei Neustarts folgen auf den Plätzen drei und vier. Der neue Film der Coen-Brüder ("Fargo", "The Big Lebowski") mit Catherine Zeta-Jones und George Clooney spielte nur 13,1 Millionen Dollar in die Kassen. Zeta-Jones spielt in "Intolerable Cruelty" eine Goldgräberin, die reiche Männer heiratet, um nach einer schnellen Scheidung hohe Abfindungen zu kassieren. Knapp dahinter folgt der Science-Fiction-Familien-Film "Good Boy!", der es in der ersten Woche auf 13 Millionen US-Dollar brachte.

Von Rang zwei auf den fünften Platz abgestürzt ist der Thriller "Out Of Time". Der Film unter der Regie von Carl Franklin ("One False Move") zeigt Denzel Washington als Polizeichef, der in einen Doppelmord verwickelt ist. Er spielte in der zweiten Woche nur noch 8,6 Millionen Dollar ein (zum Vergleich: in der Vorwoche waren es noch mehr als 20 Millionen Dollar gewesen).

In Deutschland hat sich unterdessen der von Jerry Bruckheimer produzierte Actionfilm "Bad Boys 2" mit Will Smith und Martin Lawrence direkt nach seinem Start an die Spitze der Kinocharts gesetzt. Fast 652.000 Kinogänger sahen das Autojagd-Spektakel von Donnerstag bis Sonntag, wie die Marktforscher von Media Control am Montag nach einer vorläufigen Auswertung der Besucherzahlen mitteilten.

Den zweiten Rang behauptet Sean Connery als Abenteurer Allan Quatermain in "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen". Stephen Norringtons Verfilmung des Comicromans von Alan Moore zog in ihrer zweiten Woche rund 252.000 Zuschauer in die Kinos. Der Piratenfilm "Fluch der Karibik" mit Johnny Depp kam mit etwa 182.000 Besuchern auf Platz drei.

Auf dem vierten Rang landete der Familienfilm "Die wilden Kerle". Rund 81.000 Zuschauer sahen die Geschichte einer frechen Bande kleiner Fußballer um wahre Freundschaft und erste Liebe. Auf den fünften Platz arbeitete sich in seiner zweiten Woche Leander Haußmanns "Herr Lehmann" hoch. Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Sven Regener wurde in der vergangenen Woche von 68.000 Zuschauern gesehen.

Deutsche Kinocharts vom 9. bis 12. Oktober:

1 (neu) "Bad Boys 2", 651.843 Zuschauer
2 (1) "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen",
251.503 Zuschauer
3 (2) "Fluch der Karibik", 182.456 Zuschauer
4 (3) "Die wilden Kerle", 81.044 Zuschauer
5 (7) "Herr Lehmann", 68.087 Zuschauer



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