Box Office Der Mann ohne Gegner

James Bond behauptet den Spitzenplatz der deutschen Kinocharts. Auch weil keine potenten Neulinge an den Start gingen, war es das schwächste Wochenende seit zweieinhalb Monaten. In den USA weihnachtet es mit Vince Vaughn.


Hamburg/Los Angeles - Konkurrenzlos glücklich: James Bond hat schon schwierigere Aufgaben gemeistert, als dieser Tage Platz eins am deutschen Box Office zu erobern. 250.000 Besucher wollten " Ein Quantum Trost" laut "Blickpunkt Film" in der vierten Woche sehen. Damit überschritt der 22. Bond als zweiter, in diesem Jahr gestarteter Film die Vier-Millionen-Besucher-Marke und steht kurz davor, das Abba-Musical " Mamma Mia!" (mit Ex-Bond Pierce Brosnan) als Topfilm des Jahres abzulösen.

Darsteller Craig in "Ein Quantum Trost": Konkurrenzlos glücklich
Sony Pictures

Darsteller Craig in "Ein Quantum Trost": Konkurrenzlos glücklich

Interessanterweise ist der erfolgreichste Film in diesem Jahr weiterhin Til Schweigers "Keinohrhasen", der allerdings im Dezember 2007 gestartet war, den 2008 aber mehr als fünf Millionen Zuschauer sahen.

Insgesamt war das Kinowochenende in Deutschland jedoch so trostlos wie Novemberwetter. Lediglich eine Million Tickets wurden gelöst - das schwächste Ergebnis seit zweieinhalb Monaten. Das lag nicht an Bond, sondern an seiner Konkurrenz.

Mit dem trashigen Auto-Action-Spektakel "Death Race" schaffte es nur ein Neustart in die Top Ten. Der Film mit Jason Statham kam allerdings mit 65.000 Besuchern in 195 Kinos auch nicht wirklich in Schwung und landete auf Platz fünf.

Platz zwei behauptete wie in der Vorwoche Ridley Scotts' " Der Mann, der niemals lebte" mit 100.000 Kinogängern, gefolgt von der Frankreich-Komödie "Willkommen bei den Sch'tis", die abermals bei knapp 90.000 Zuschauern lag. Haudrauf-Actionheld "Max Payne" landete mit 70.000 Zuschauern auf Platz sieben.

Die neu gestartete Komödie "New York für Anfänger" über einen Engländer in der Medien-Society Manhattans schaffte es mit 25.000 Besuchern (104 Kopien) in die Top Zwanzig."Paris, Paris! Monsieur Pigoil auf dem Weg zum Glück" von Christophe Barratier ("Die Kinder des Monsieur Mathieu") blieb mit 15.000 Besuchern in 105 Kinos auf Platz 18 hinter den Erwartungen zurück.

Alle Jahre wieder gewinnt die Weihnachtskomödie - so könnte man das vergangene Kinowochenende in den USA zusammenfassen. "Mein Schatz, unsere Familie und ich" - schon der Titel klingt vertraut - belegte souverän Platz eins. 46,7 Millionen Dollar setzte der Film mit Vince Vaughn und Reese Witherspoon in fünf Tagen (3310 Kopien) um.

Damit blieb er zwar hinter den fulminanten Startergebnissen der Topfilme der letzten drei Wochenenden zurück, verdrängte aber den Überraschungserfolg "Twilight - Biss zum Morgengrauen" von der Spitze.

Der romantische Vampirfilm verzeichnete ein Wochenend-Minus von 62 Prozent, konnte aber immer noch 39,5 Millionen Dollar in fünf Tagen (26,4 Millionen Dollar am Wochenende) einspielen. Nach zehn Tagen hat die Jugendbuchverfilmung nun 119,7 Millionen Dollar umgesetzt - bei Produktionskosten von 37 Millionen Dollar ein überaus gutes Geschäft.

Recht erfolgreich war auch die Disney-Komödie "Bolt". Der Animationsfilm mit einem Hund in der Hauptrolle war vergangenes Wochenende im Schatten von "Twilight" eher enttäuschend gestartet, konnte nun jedoch um ein Prozent zulegen und 26,6 Millionen Dollar einspielen (36 Millionen Dollar in fünf Tagen; insgesamt 66,9 Millionen Dollar).

"Ein Quantum Trost" hielt sich auch in den USA mit 28,1 Millionen Dollar in fünf Tagen (19,5 Millionen Dollar am Wochenende) gut und erhöhte seinen Gesamtumsatz auf 142 Millionen Dollar - 25 Millionen Dollar fehlen noch, dann wird " Casino Royale" als bisheriger Spitzenreiter der 007-Reihe überholt.

Auf Platz fünf landete schließlich das in 2642 Kinos gestartete Epos "Australia". 20 Millionen Dollar spielte die bildgewaltige Hommage von Baz Luhrmann an seine Heimat nach fünf Tagen ein. Gute Zahlen schrieb auch der in nur 100 Kinos gestartete "Milk" von Gus Van Sant, der mit 1,9 Millionen Dollar sogar in den Top Ten landete. "Transporter 3" kam als vierter Neuling mit 18,5 Millionen Dollar auf Platz sieben.

chc



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