Box Office Freundlicher Spinnenmann bricht alle Rekorde

Erstmals in der Geschichte Hollywoods setzte ein Film an seinem Startwochenende mehr als 100 Millionen Dollar um: Sam Raimis Verfilmung des "Spider-Man"-Comics glänzt durch spektakuläre Action und verfügt mit Tobey Maguire über einen sympathischen Hauptdarsteller.


Tobey Maguire als Spider-Man: "New Yorks beliebtester Superheld"
REUTERS

Tobey Maguire als Spider-Man: "New Yorks beliebtester Superheld"

New York/Hamburg - Mit 114 Millionen Dollar (125 Millionen Euro) spielte Raimis aufwendige Verfilmung des legendären Marvel Comics von Freitag bis Sonntag mehr Geld ein als jeder andere Film in den ersten drei Tagen nach dem Start. "New Yorks beliebtester Superheld", wie die Spinne in der Comic-Werbung genannt wurde, schaffte als erster innerhalb von 76 Stunden den Sprung über die magische 100-Millionen-Dollar-Hürde. Die zwei früheren Premieren-Rekordhalter - "Harry Potter" im vergangenen Jahr und "Star Wars: Episode 1" (1999) - hatten dafür immerhin noch fünf Tage gebraucht. "Die Grenze von 100 Millionen in drei Tagen war so etwas wie der große weiße Wal, den man manchmal am Horizont sieht", freute sich Jeff Blake, Marketing-Chef der zum Sony-Konzern gehörenden Verleihfirma Columbia.

"Harry Potter" war im November 2001 auf ein Drei-Tage-Ergebnis von 90,3 Millionen Dollar gekommen. "Spider-Man" schaffte fast die Hälfte dieser Summe allein am ersten Spieltag. Der lange erwartete Film um den Außenseiter Peter Parker, der nach dem Biss einer mutierten Spinne - in der Comicvorlage durch die Explosion in einem Forschungslabor - übernatürliche Kräfte sowie Flug- und Kletterfähigkeiten gewinnt, lief in den USA und Kanada gleichzeitig in 3615 Kinos an.

Während sich vielerorts schon in der Nacht zum Freitag lange Schlangen vor den Kinokassen gebildet hatten, waren in New York, Los Angeles und anderen großen Städten selbst am Sonntag ohne rechtzeitiges Anstellen keine Tickets zu bekommen. Der Filmstart war um einige Monate verzögert worden, weil Szenen, in denen Spider-Man am World Trade Center hoch kletterte, nach dessen Zerstörung durch neu gedrehte Aufnahmen ersetzt wurden. An der Seite von Tobey Maguire sind Kirsten Dunst und Willem Dafoe als Bösewicht "Green Goblin" zu sehen.

"Spider-Man"-Darsteller Maguire, Dunst: Sympathischer Spinnenmann
AP

"Spider-Man"-Darsteller Maguire, Dunst: Sympathischer Spinnenmann

In US-Kritiken wurde der Action-Streifen einhellig gelobt. Er biete die neuesten Spezialeffekte und viel Klamauk, wie das für Filme dieses Genres üblich sei, schrieb die "New York Times". Doch Regisseur Sam Raimi und Drehbuchautor David Koepp sei es zugleich gelungen, eine Stärke der 1962 von Stan Lee und Steve Ditko geschaffenen Comic-Serie zu erhalten: Man könne sich mit dem Helden identifizieren. Auch im Film bleibe er "der freundliche Spinnenmann aus der Nachbarschaft". Am 6. Juni startet "Spider-Man" auch in deutschen Kinos.

Alle anderen Filme der nordamerikanischen Kino-Charts konnten wegen des Runs auf "Spider-Man" nur vergleichsweise mickrige Summen einfahren. Der Action-Streifen "Scorpion King", der auf Platz zwei verdrängt wurde, kam mit 9,6 Millionen Dollar nicht einmal auf ein Zehntel der Siegersumme. Während "Spider-Man" den Reigen mehrerer Sommer-Blockbuster einläutete, kann er einige Wochen mit einem stetig hohen Dollar-Einkommen rechnen. Die erste große Konkurrenz dürften George Lucas' Klonkrieger bieten, wenn am 16. Mai "Star Wars: Episode II" fast weltweit in die Kinos kommt.

In Deutschland hat sich unterdessen der neu gestartete Vampirfilm "Blade 2" auf den Spitzenplatz der der Kinocharts gesetzt. Er verdrängte David Finchers Thriller "Panic Room" auf Rang zwei. Die Trickfilm-Komödie "Ice Age" behauptete sich weiter auf Platz drei, während "The Scorpion King" von der zweiten auf die vierte Position absackte. Der Zuspruch für die romantische Komödie "Kate & Leopold" mit Meg Ryan und Hugh Jackman wurde ebenfalls schwächer - das Kino-Märchen rutschte von Platz vier auf Platz fünf.

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