Box Office George Clooney schießt sich an die Spitze

Die Machete mag das bestialischere Mordinstrument sein, aber George Clooney braucht lediglich ein Gewehr, um die US-Kinocharts zu erobern: "The American" platzierte sich überraschend vor Robert Rodriguez' neuem Action-Film "Machete". In Deutschland wird getanzt und gezaubert.

Szenenbild aus "The American": George Clooney setzt zum Sieg an
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Szenenbild aus "The American": George Clooney setzt zum Sieg an


Hamburg/Los Angeles - Angesichts einer brandaktuellen Debatte um illegale Immigration in den USA galt der Actionfilm "Machete" am letzten Wochenende des Kinosommers eigentlich als Favorit. Natürlich nicht zuletzt wegen prominenter Besetzung - unter anderem Robert DeNiro und Steven Seagal - und weil dahinter niemand geringeres als der "Sin City"-Regisseur Robert Rodriguez steht.

In "Machete" lässt er Danny Trejo als brutalen Rächer mit Machete auf Texas los. Das Ziel des einstigen Auftragmörders: die Advokaten harter Einwanderungspolitik, die ihn hereingelegt haben. Am Startwochenende erlangte der im Internet heftig beworbene und von Rodriguez-Fans sehnlich erwartete Action-Film allerdings nur knapp den dritten Platz. An der Spitze landete ein anderer, sehr viel ruhigerer Auftragskiller: George Clooney, der als "The American" ein letztes Mal jemanden erledigen soll.

Mit 13 Millionen Dollar beziehungsweise 16,1 Millionen am langen Labour-Day-Wochenende setzte sich der Thriller von Rockfotgraf Anton Corbijn durch. Laut "Blickpunkt:Film" geht der zweite Platz an den Actionfilm "Takers" (11,4 Millionen Dollar), erst danach folgt "Machete" mit 11,3 Millionen Dollar.

Der Vorwochenbeste, "The Last Exorcism" (deutscher Titel: "Der letzte Exorzismus"), rutschte kräftig ab. Nach einem Minus von 63 Prozent waren es am Ende des Wochenendes nur 7,5 Millionen Dollar. Enttäuschend fiel auch der Start von "Going The Distance" (deutscher Titel: "Verrückt nach dir") aus. Die romantische Komödie um eine Fernbeziehung zwischen Drew Barrymore und Justin Long setzte gerade mal 6,9 Millionen Dollar um - in 3030 Kinos ein äußerst lausiger Schnitt. Beim US-Branchendienst Boxofficemojo.com heißt es sogar, das Ergebnis sei eines der schlechtesten, das eine romantische Komödie in den USA je verzeichnet hat.

Zuschauer lassen sich nicht verzaubern

In Deutschland hat nach einer knappen Niederlage in der vorigen Woche diesmal "Step Up 3D" die Nase vorne. 180.000 Besucher wollten den dritten Teil der Tanzfilm-Reihe sehen. Die dreidimensionalen Tänze ließen den Neustart "Duell der Magier" ziemlich blass aussehen. Das von Jerry Bruckheimer produzierte Fantasy-Spektakel mit Nicolas Cage in der Hauptrolle hatte schon auf dem Heimatmarkt an der Kinokasse eine Schlappe erlebt, mit 165.000 Zuschauern läuft es hierzulande nun ähnlich enttäuschend.

Der dritte Rang ging an die Komödie "Männertrip", eine Art Fortsetzung von "Nie wieder Sex mit der Ex" aus dem Jahr 2008. Diesmal steht Russell Brand alias Rockstar Aldous Snow im Mittelpunkt einer bizarren Odyssee. "Blickpunkt:Film" zufolge haben 150.000 Besucher in 383 Kinos die turbulente Reise verfolgt. 140.000 Karten wurden für Sylvester Stallones Testosteron-Action "The Expendables" verkauft, "Die Legende von Aang" lockte 100.000 Kinogänger.

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Musiker-Komödie "Männertrip": Der Rookie und der Rocker
"Avatar - Aufbruch nach Pandora", mit 2,7 Milliarden Dollar Umsatz der weltweit kassenstärkste Film, verfehlte knapp die Top fünf. Regisseur James Cameron ließ sein 3-D-Epos für die Wiederaufführung schlicht um ein paar Minuten verlängern, was immerhin 75.000 Zuschauern ein Kinobesuch wert war.

"Verrückt nach dir" mit Drew Barrymore erwies sich zum Parallel-Start in den deutschen Kinos ebenfalls als Flop: Mit knapp 60.000 Besuchern an 310 Locations reichte es so gerade eben noch für einen Platz unter den ersten Zehn.

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