Box Office Herrschaft der Spielzeugroboter

Triumph der Computeranimation: Gerade noch rechtzeitig vor dem fünften "Harry Potter"-Film legten die "Transformers" in den USA einen rekordverdächtigen Kinostart hin.


Los Angeles/Hamburg - Die Rechnung ging auf: 1980 brachte die amerikanischen Spielzeugfirma Hasbro die "Transformers" auf den Markt, martialische, multipel formbare Roboter. Um den Spieltrieb anzuheizen, wurde die Einführung von einer Trickfilm-TV-Serie flankiert, später folgte ein animierter Kinofilm.

Szene aus "Transformers": Übersteigerter Spieltrieb der Robot-Krieger
DreamWorks/ Paramount

Szene aus "Transformers": Übersteigerter Spieltrieb der Robot-Krieger

Doch jetzt, da die technischen Voraussetzungen einen Quantensprung nach vorne gemacht haben, brachte "Pearl Harbor"-Regisseur Michael Bay, Hollywoods Spezialist fürs laute Krachen, die "Transformers" noch einmal richtig auf Trab: Der neue Kinofilm, in dem eine Handvoll Menschen (Shia LaBeouf, Megan Fox) in die Wirren einer kriegerischen Auseinandersetzung zweier Robot-Rassen geraten, setzte seit vergangenen Montag in den USA 152,5 Millionen Dollar um.

Allein am Wochenende spielten die computergenerierten Roboter 67,6 Millionen Dollar ein - und ließen die Konkurrenz weit hinter sich. Vorwochen-Spitzenreiter "Ratatouille" rutschte mit 29 Millionen Dollar Umsatz auf Rang zwei (gesamt nach zehn Tagen: 109,5 Millionen), gefolgt von "Live Free or Die Hard" (Stirb Langsam 4.0) mit 17,4 Millionen Dollar in der zweiten Woche. Die "Transformers" aber legten den besten Startwochenumsatz eines Nicht-Sequels hin, bisheriger Rekordhalter in den USA war "Spider-Man" mit 151,6 Millionen (2002). Eine Fortsetzung wird wohl nicht lange auf sich warten lassen. Das produzierende Studio Dreamworks kann sich immerhin über den besten Start eines Live-Action-Films aus eigenem Hause freuen. Allein am Nationalfeiertag, dem 4. Juli, brach "Transformers", in 4011 Kinos gestartet, mit 29 Millionen Dollar Umsatz den Tagesrekord.

Mit "Harry Potter und der Orden des Phoenix" startet allerdings bereits am Mittwoch eine gefährliche Konkurrenz für den 145 Millionen Dollar schweren Blockbuster.

Neustarts hatten es schwer bei solcher Konkurrenz: Die Komödie "License to Wed"" mit Robin Williams und Mandy Moore startete nur mittelprächtig und landete mit 10,4 Mio. Dollar am auf Rang vier. Mit limitierter Kopienzahl gestartet konnte hingegen Werner Herzogs Kriegsfilm "Rescue Dawn" überzeugen, der in nur sechs Kinos über 100.000 Dollar einspielte.

In Deutschland starten die "Transformers" erst am 2. August, so dass am Wochenende in den Kinos die Ruhe vor dem nächsten Harry-Potter-Film herrschte: Die Neustarts konnten den vier führenden Titeln aus der vergangenen Woche nichts anhaben, die noch dazu deutliche Einbußen verzeichneten. "Stirb langsam 4.0" verteidigte laut "Blickpunkt: Film" mit etwas mehr als 400.000 Besuchern die Spitzenposition. "Shrek der Dritte" folgt mit knapp 400.000 Zuschauern. "Ocean's Thirteen" lockten in ihrer fünften Woche noch einmal über 100.000 Zuschauer - Rang drei.

Auch "Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt" behauptete sich mit gerade noch sechsstelliger Besucherzahl mühelos vor dem stärksten Neuling: "Schwedisch für Fortgeschrittene" landete mit mäßigem Kopienschnitt und etwas über 35.000 Zuschauern auf Platz fünf. "Black Snake Moan" und "Dunkelblaufastschwarz" - mit jeweils nur 29 Kopien im Einsatz - hinterließen kaum Eindruck, platzierten sich aber noch unter den Top 20.

bor/AP

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