Box Office Ice Cube trotzt dem Schneesturm

Trotz Schneestürmen über dem Nordosten der USA fanden einige hartnäckige Filmfans den Weg ins Kino - und kürten die Komödie "Are We There Yet?" mit Rapper Ice Cube zum neuen Spitzenreiter der Box-Office-Charts. In Deutschland zog man einen Vampirjäger dem "Aviator" vor.


Rapper Ice Cube: Hollywoods Darling
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Rapper Ice Cube: Hollywoods Darling

Los Angeles/Hamburg - Bis zu 25 Prozent Umsatzeinbußen mussten die US-Studios und Kinobetreiber am vergangenen Wochenende hinnehmen, weil ein eisiger Blizzard den Nordosten der USA mit Schneewehen überzog. Einige Unentwegte fanden trotzdem den Weg ins Lichtspielhaus (oder suchten dort Zuflucht). Die meisten entschieden sich für die neu gestartete Road-Movie-Komödie "Are We There Yet?" (etwa: Sind wir bald da?) mit dem Westküstenrapper Ice Cube in der Hauptrolle. 18,5 Millionen Dollar Umsatz - wenig, aber mehr, als sich der Vertrieb Columbia Pictures erhofft hatte - reichten aus, um den Spitzenplatz der Box-Office-Charts zu erobern.

In "Are We There Yet?" will Ice Cube seine Angebetete (Nia Long) beeindrucken und begibt sich mit ihr auf eine längere Autoreise - mitsamt ihren beiden ungezogenen Bälgern, die den Romeo schnell um die Geduld bringen. Obwohl Ice Cube seit seinen Erfolgen mit der "Barbershop"-Reihe zum Darling des afroamerikanischen Kinos avanciert ist, fielen die Kritiken für seinen neuen, selbst produzierten Film nicht ganz so begeistert aus. Den Zuschauern schien dies jedoch herzlich egal zu sein.

Platz zwei der US-Charts belegt der Spitzenreiter der Vorwoche, das Basketball-Drama "Coach Carter" mit 11 Millionen Dollar. Rang drei ging an den Dauerbrenner "Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich" ("Meet the Fockers") mit 10,2 Millionen, den vierten Platz sicherte sich das Arbeitsplatz-Drama "In Good Company" mit 8,5 Millionen Dollar Umsatz in der zweiten Woche.

Scorsese-Film "Aviator" (mit Leonardo DiCaprio und Cate Blanchett): Verhaltener Deutschlandstart
Buena Vista

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Ein weiterer Neustart des Wochenendes, das Remake des John-Carpenter-Klassikers "Assault on Precinct 13" (deutsch: "Das Ende", 1976) mit Ethan Hawke und Lawrence Fishburne, konnte nicht reüssieren: Nur 7 Millionen Dollar setzte das beklemmende Actiondrama in drei Tagen um, gerade genug für Rang sechs. Ein Flop muss der Film deshalb nicht werden; laut Studioangaben lagen die Produktionskosten bei lediglich 20 Millionen Dollar.

In Deutschland entschieden sich die Kinogänger derweil erneut für ihren favorisierten Vampirjäger und kürten "Blade Trinity" zum neuen Spitzenreiter der Charts. Der dritte Teil der Comicverfilmung mit Wesley Snipes lockte geschätzte 455.000 Zuschauer bei 511 Startkopien, womit er laut Angaben des Branchenmagazins "Blickpunkt:Film" besser startete als der erste Teil der Reihe (1998, 280.000 Besucher), aber nicht so blendend wie Teil zwei (2002, 715.000 Besucher).

Den Kürzeren zog Martin Scorseses dreistündiges Howard-Hughes-Biopic "Aviator" mit Leonardo DiCaprio und Cate Blanchett. Allerdings startete der Oscar-Favorit nur mit 305 Startkopien und konnte daher nur circa 200.000 Zuschauer verbuchen. Auf Platz drei folgt der Spitzenreiter der Vorwoche, Mike Nichols Beziehungsdrama "Hautnah" mit 180.000 Zuschauern. Abgeschlossen werden die Top fünf von zwei alten Bekannten: Das Actionspektakel "In 80 Tagen um die Welt" kam auf etwa 95.000 Zuschauer und steht kurz vor dem Sprung über die Millionen-Besucher-Hürde. Steven Soderberghs Gaunerkomödie "Ocean's Twelve" brachte sein Gesamtergebnis mit ungefähr 80.000 Kinogängern auf mehr als 2,6 Millionen Besucher.

Mit insgesamt 1,8 Millionen Besuchern ließen die Zuschauerzahlen auch am dritten Wochenende des Jahres 2005 noch viel zu wünschen übrig.

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