Box Office Im Aufwind dank Oscar

Nach dem Oscar-Gewinn interessiert sich das amerikanische Kinopublikum für Caroline Links "Nirgendwo in Afrika". Den Spitzenplatz in den US-Kino-Charts musste die Komödie "Bringing Down the House" für die Präsidenten-Verballhornung "Head of State" räumen. In Deutschland schafft die Fortsetzung des "Dschungelbuchs" auf Anhieb den Sprung auf Platz eins.


Alle lieben Balu: Der Klassiker "Das Dschungelbuch" ist in Deutschland die Nr. 1
© The Walt Disney Company

Alle lieben Balu: Der Klassiker "Das Dschungelbuch" ist in Deutschland die Nr. 1

New York/Hamburg – In schweren Zeiten wollen die Menschen wenigstens im Kino leichte Kost genießen. Spitzenreiter der US-Kinocharts waren am Wochenende erneut zwei Komödien. Fachmedien deuten das als klaren Hinweis, dass dem Publikum in Zeiten des Krieges eher nach heiterer Unterhaltung zu Mute ist. Die Präsidenten-Verballhornung "Head of State“ mit dem Komödianten Chris Rock als Hauptdarsteller und Regisseur verdrängte die Komödie "Bringing Down the House“ mit Steve Martin und Queen Latifah auf den zweiten Rang.

In "Head of State" spielt Rock einen schwarzen Stadtrat in Washington, der durch eine Reihe von Zufällen als erster Afro-Amerikaner ins Weiße Haus einzieht. Die Gelegenheit nutzt er, um den Amtssitz des Präsidenten auf den Kopf zu stellen. "Das einzige, was an dieser Komödie weiß ist, ist das Haus", heißt es in der Werbung der Produktionsfirma DreamWorks. Bereits Startwochenende spielte der Film 14 Millionen Dollar ein.

Auf dem dritten Platz landete das Sci-Fi-Abenteuer "The Core", in dem sich Aaron Eckhart und Hillary Swank auf die Reise zum Mittelpunkt der Erde begeben. Der Militär-Thriller "Basic" mit John Travolta und Samuel L. Jackson folgt auf Rang vier. Nach wie vor auf Platz fünf liegt das Musical "Chicago", das in den USA bislang rund 145 Millionen einspielte. Der Oscar für den besten Film sorgte zusätzlich für einen Anstieg des Ticket-Verkaufs um 20 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Das macht weitere 7,4 Millionen Dollar und damit weltweit rund 225 Millionen Dollar für "Chicago". Dabei stehen die Premieren in den starken Kino-Märkten Japan und Südkorea noch bevor.

Mit solchen Summen kann Caroline Links Film "Nirgendwo in Afrika“ zwar nicht konkurrieren. Doch die Auszeichnung mit dem Oscar für den besten ausländischen Film hat das Zuschauerinteresse merklich steigen lassen. Wie die Fachzeitschrift "Daily Variety" berichtete, spielte das Afrika-Epos am Wochenende pro Vorstellung durchschnittlich 8800 Dollar (8300 Euro) ein. Für einen nicht-englischsprachigen Film in den USA ist das durchaus ein solides Ergebnis. Die Gesamteinnahmen in den USA sind auf immerhin 619.000 Dollar gestiegen.

Der US-Verleih "Zeitgeist" hat nach dem Oscar-Sieg am Montag vergangener Woche die Zahl der Kinosäle, in denen der deutsche Film mit englischen Untertiteln läuft, um 17 auf 33 erhöht. Der Filmverleih plant außerdem, die Zahl der Kinos in den nächsten Wochen noch weiter zu steigern, so dass "Nirgendwo in Afrika" bis Ende April auf 70 US-Leinwänden gezeigt wird.

In Deutschland ist der Dauerbrenner "Goodbye Lenin" in der Gunst der Kinobesucher abgerutscht. Publikumsliebling dieser Woche ist die Fortsetzung des Zeichentrickklassikers "Das Dschungelbuch", die Wolfgang Beckers Komödie nach fünf Wochen vom Spitzenplatz auf Rang zwei verdrängte. "Daredevil" mit Jennifer Garner und Ben Affleck und die schmuseweiche Komödie "Manhattan Love Story“ fallen um je eine Position und rangieren jetzt auf drei und vier.

Auf den hinteren Rängen sorgten ebenfalls zwei Neueinsteiger für Bewegung. Die filmische Adaption des Romans von Benjamin von Stuckrad-Barre "Soloalbum" schaffte auf Anhieb Platz fünf. Auf Position sechs geht es mit "The Hours" ebenfalls literarisch zu: Die Verfilmung des mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Bestsellers von Michael Cunningham bringt Leben und Werk der Schriftstellerin Virginia Woolf auf die Leinwand.



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