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16. Januar 2012, 13:18 Uhr

Box Office

Island-Remake schlägt 3-D-Disney

Mark Wahlberg schmuggelt sich auf Platz eins: Der Thriller "Contraband", der auf einem isländischen Film beruht, war in den US-Kinos erfolgreicher als die 3-D-Version von Disneys "Die Schöne und das Biest". In Deutschland hat der französische Komödienhit "Ziemlich beste Freunde" die Spitze erobert.

Los Angeles/Hamburg - "Reykjavik-Rotterdam" hieß der isländische Schmugglerfilm, der 2008 auf der Atlantikinsel Premiere hatte und in Deutschland nur auf Festivals und im Fernsehen lief. Hauptdarsteller war darin Baltasar Kormákur - doch für das Remake, das nun an die Spitze der nordamerikanischen Kinocharts vorgedrungen ist, setzte sich Kormákur in den Regiestuhl und übergab die Hauptrolle dem bekannteren Mark Wahlberg.

Mit Wahlberg als Star, dessen Figur einen riskanten Job übernimmt, um die Schulden seines Schwagers zu begleichen, spielte der nun "Contraband" betitelte Thriller von Freitag bis Sonntag 24,1 Millionen Dollar ein - deutlich mehr als die Verleihfirma Universal erwartet hatte.

Damit schaffte es "Contraband" etwas überraschend auch, die Wiederholung des Disney-Coups vom vergangenen Herbst zu verhindern. Damals hatte das Zeichentrickstudio als Werbeaktion für die Blu-Ray-Veröffentlichung eine 3-D-Version des "König der Löwen" in die Kinos gebracht - und die Chartspitze erobert. Die dreidimensionale Fassung von "The Beauty And The Beast" ("Die Schöne und das Biest") schaffte es nun nur auf Rang zwei, allerdings mit respektablen 18,5 Millionen Dollar Einspiel - und da der Montag in den USA ein Feiertag ist (Martin-Luther-King-Day), könnte sich die Bilanz noch deutlich verbessern.

Hinter diesen beiden Neustarts folgt "Mission: Impossible - Ghost Protocol", der sich mit den 11,5 Millionen Dollar des Wochenendes den zweiten Platz in der ewigen Hitliste der "M:I"-Filme gesichert hat.

Auf Rang vier findet sich mit "Joyful Noise" ein weiterer Neuzugang. In dem Musical versuchen zwei gegensätzliche Frauen (gespielt von Queen Latifah und Dolly Parton) einen Gospelchor zu retten. Mit den eingespielten 11,3 Millionen Dollar dürften die Macher nicht ganz zufrieden sein. An fünfter Stelle plazierte sich "Sherlock Holmes: A Game Of Shadows" mit einem Einspiel von 8,4 Millionen Dollar.

Einen schweren Schlag musste der Vorwochenspitzenreiter hinnehmen: Der Horrorfilm "The Devil Inside" verlor 77 Prozent gegenüber seinem Vorwochenergebnis - ein selbst für einen Horrofilm ungewöhnlich starkes Minus - und stürzte auf Platz sechs.

Die beiden von der Golden-Globe-Jury als beste Filme ausgezeichneten Werke stehen einträchtig auf Platz 13 und 14, "The Descendants", der dem Branchendienst Box Office Mojo zufolge bisher insgesamt 47 Millionen Dollar eingespielt hat, knapp vor "The Artist" (bis dato 8,8 Millionen).

Mehr Kinos, mehr Zuschauer: Platz eins für "Ziemlich beste Freunde"

In der vorigen Woche war der Neueinstieg für den französischen Film "Ziemlich beste Freunde" auf Platz zwei der deutschen Kinocharts eine ziemliche Sensation, zumal die Komödie nur in 159 Kinos lief. Nun hat sich die Zahl der Abspielstätten auf 431 Kinos fast verdreifacht- und mit 468.000 Zuschauern kletterte die anrührende Geschichte über einen Gelähmten und seinen Pfleger prompt auf Platz eins.

Daran konnte auch die Neuverfilmung des Stieg-Larsson-Krimis "Verblendung" nicht rütteln: Der Film von David Fincher kam mit 273.000 Zuschauern in 523 Kinos zum Neustart auf Rang zwei. Die erste, schwedische Verfilmung wollten 2009 128.155 Besucher sehen, weiß das Branchenblatt "Blickpunkt:Film".

Während auf drei und vier mit "Sherlock Holmes: Spiel im Schatten" und "Rubbeldiekatz" zwei schon länger laufende Filme folgen, ist die Nummer fünf wieder brandneu: Die deutsche Komödie "Offroad" von Elmar Fischer mit Nora Tschirner in der Hauptrolle lockte 131.000 Besucher an.

feb/dpa/AP/Reuters

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