Box Office Jungmutanten überflügeln Junggesellenabschied

In Deutschland hat "Hangover 2" zum Kinostart ein Millionenpublikum angelockt. Doch in den USA, wo die Filmriss-Komödie schon eine Woche früher anlief, wurde "Hangover 2" bereits von der Chartspitze verdrängt: Neue Nummer eins ist ein Prequel der Superhelden-Saga "X-Men".

Anfänge eines Superhelden: Michael Fassbender als Magneto in "X-Men: First Class"
dapd/ 20th Century Fox

Anfänge eines Superhelden: Michael Fassbender als Magneto in "X-Men: First Class"


Hamburg/Los Angeles - Es ist ein neuer Anfang für die Superhelden-Reihe "X-Men": Nach drei regulären Teilen und dem Spinoff-Film "X-Men Origins: Wolverine" erzählt der neueste Film "X-Men: First Class" die Vorgeschichte der menschenfreundlichen Mutanten um Professor X und ihrer Widersacher um Magneto. Die Hauptrollen, die in den drei "X-Men"-Folgen von Patrick Stewart und Ian McKellen verkörpert wurden, spielen diesmal James McAvoy und Michael Fassbender; Bryan Singer, der Regisseur der ersten beiden Filme, ist diesmal als Produzent an Bord und hat die Regie dem aufstrebenden Briten Matthew Vaughn ("Kick-Ass") übertragen.

Die Spitze der nordamerikanischen Kinocharts hat "X-Men: First Class" erklettert. Mit einem Einspielergebnis von 56 Millionen Dollar bleibt das Prequel allerdings hinter den Startumsätzen aller vorherigen "X-Men"-Filme seit 2000 zurück - und die damaligen 54,5 Millionen Dollar für die erste der Comicverfilmungen entsprächen heute 79 Millionen, wenn man die Preissteigerung für Kinokarten seither berücksichtigt, wie der Branchendienst Boxofficemojo.com errechnet hat.

Ist also "X-Men: First Class" ein Flop, trotz Platz eins in den Charts? So eindeutig wollen das Branchenbeobachter nicht sehen. Immerhin sei es der erste "X-Men"-Film ohne Hugh Jackman als Star (der allerdings einen Kurzauftritt hat), relativiert die "Los Angeles Times"; das Branchenblatt "Blickpunkt:Film" sieht "First Class" als "Franchise-Reboot in der Tradition von 'Batman Begins'", der schwächer gestartet war. Zudem seien frühere Filme der Reihe aus dem Marvel-Comics-Universum im Rest der Welt regelmäßig recht erfolgreich gewesen, vermerkt wieder die "LA Times" - und "X-Men: First Class" spielte außerhalb der USA und Kanada bereits 64 Millionen Dollar ein. Deutschland kommt ab dem 9. Juni dazu, dann startet der Film unter dem Titel "X-Men: Erste Entscheidung" bei uns.

Der einzige große Neustart drängte mit seinem Einstieg auf Platz eins der US-Kinocharts die anderen Top-Filme um jeweils einen Platz nach unten auf der Leiter. Für den weiteren Erfolg aufschlussreich ist aber, wie stark die Kassenumsätze der verdrängten Filme nachließen. So musste der Spitzenreiter der Vorwoche, "Hangover 2", sehr kräftig Federn lassen: 62 Prozent weniger als am Startwochenende spielte der Junggesellenabschied in Bangkok diesmal ein - immer noch respektable 32,4 Millionen Dollar, aber etwas weniger als die erste "Hangover"-Komödie an den Kassenhäuschen in der zweiten Wochen absetzte. Dafür war "Hangover 1" schwächer gestartet als die Fortsetzung.

Auf dem dritten Platz der Charts mit "Kung Fu Panda 2" eine weitere Fortsetzung, die 49 Prozent auf das Vorwochen-Einspiel verlor (nun 24,3 Millionen Dollar), während " Pirates of the Caribbean: On Stranger Tides", sogar um 55 Prozent nachließ (auf 18 Millionen Dollar). Besser hielt sich der Überraschungshit der Saison, die Hochzeitskomödie "Bridesmaids", die mit einem Minus von nur 27 Prozent auf dem fünften Platz landete.

Der Siebtplatzierte, "Fast & Furious Five", schaffte am Samstag, 37 Tage nach dem Kinostart, als erster Film des Jahres 2011 den Sprung über die 200-Millionen-Dollar-Marke im Gesamtergebnis - doch "Pirates 4" (bisheriges Gesamteinspiel: 190,3 Millionen) und "Hangover 2" (186,9 Millionen) sind nicht weit zurück.

Millionenpublikum für "Hangover 2"

In Deutschland, wo die Filmriss-Komödie erst seit Donnerstag in den Kinos läuft, trotzte "Hangover 2" der warmen Witterung und startete als zweiter Film des Jahres (nach "Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten") mit mehr als einer Million Zuschauern. 1,05 Millionen Besucher in 628 Kinos verzeichnet das Branchenblatt "Blickpunkt:Film", wobei alleine am Donnerstag 300.000 Fans des derben Humors in die Lichtspielhäuser strömten.

"Pirates 4" rutschte auf den zweiten Platz ab, kam aber immer noch auf 475.000 Zuschauer, wodurch der Seeräuberfilm nach dem dritten Wochenende insgesamt schon von mehr als drei Millionen Menschen in Deutschland gesehen wurde.

Auf den dritten Platz schaffte es mit "Source Code" ein weiterer Neustart. Den Thriller von Regisseur Duncan Jones mit Jake Gyllenhaal in der Hauptrolle wollten 90.000 Kinogänger sehen. Jünger war das Publikum - 65.000 Zuschauer - des Neulings auf Platz vier: Die Jugendbuch-Verfilmung "Gregs Tagebuch 2: Gibt's Probleme?" schaffte am Startwochenende fast das Gesamtergebnis des ersten Teils.

feb/dpa/AP/Reuters



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