Box Office Legende schon zu Laufzeiten

Ein Mann und sonst nur Blutsauger: Mit dem Horrorfilm "I Am Legend" legte Will Smith in den USA den besten Start seiner Karriere hin. In Deutschland blieb die Anziehungskraft des "Goldenen Kompass" ungebrochen.


Hamburg, Los Angeles - Auf Erden mag Will Smith der letzte Mensch sein - im Kino blieb er nicht lange alleine: Am Eröffnungswochenende brach der Mutanten-Horrorfilm "I Am Legend" in den USA mit einem Einspielergebnis von 76,5 Millionen Dollar den bestehenden Dezemberrekord. Den hatte laut "Blickpunkt:Film" bisher "Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs" gehalten, der 2003 mit 72,6 Millionen Dollar angelaufen war.

Schauspieler Smith in "I Am Legend": Bester Start seiner Karriere
Warner Bros.

Schauspieler Smith in "I Am Legend": Bester Start seiner Karriere

"I Am Legend", die Verfilmung eines Romans von Richard Matheson, hatte damit den fünftbesten Start des Jahres und den besten Start eines Sequels im Jahr 2007. Außerdem kann sich auch Hauptdarsteller Will Smith einen Orden ans Revers heften: Er kann den besten Start seiner Karriere feiern, bisher war "I, Robot" mit 52,2 Millionen Dollar sein Spitzenreiter.

Aber auch "Alvin & The Chipmunks" übertraf in 3169 Kinos alle Erwartungen: Der Familienfilm mit den schnuckeligen Erdhörnchen lief mit 45,0 Millionen Dollar an und konnte damit den zweitbesten Dezemberstart eines Familienfilms mit G- oder PG-Rating vermelden (nach Disneys "Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia").

Zählt man die Einnahmen der beiden Erstplatzierten von knapp 120 Millionen Dollar zusammen, ist das US-Boxoffice nach zwei schwachen Runden wieder hervorragend in Form. Insgesamt lag man 37 Prozent vor dem Einspielergebnis des vergleichbaren Vorjahreswochenendes.

Platz drei ging an den enttäuschenden "Der goldene Kompass", der 65 Prozent abbaute und nur noch 9,0 Mio. Dollar einspielen konnte. Für Hollywood-Verhältnisse ein Flop: Nach zehn Tagen hat das einstmals aussichtsreiche Franchise nur 41 Millionen Dollar eingespielt.

Die Nadel des "Goldenen Kompass" zeigt auf Platz eins

In Deutschland sieht die Lage anders aus: Im Gegensatz zu den USA konnte sich "Der goldene Kompass" hier wacker halten. Trotz starker Konkurrenz hielt der Fantasyfilm mit Nicole Kidman Platz eins der Charts und baute dabei laut "Blickpunkt:Film" lediglich 30 Prozent ab: Mit 350.000 Besuchern am zweiten Wochenende liegt der Film natürlich um Längen hinter den "Der Herr der Ringe"- und "Die Chroniken von Narnia"-Franchises. Aber immerhin schlägt er sich im direkten Vergleich besser als Vorjahres-Fantasyfilm "Eragon - Das Vermächtnis der Drachenreiter", der an seinem zweiten Wochenende auf 238.794 Besucher kam. Tatsächlich dürfte der Film die Eine-Million-Besucher-Hürde genommen und sich damit einen Bogey gesichert haben.

Auf Platz zwei ging "Bee Movie - Das Honigkomplott" ins Rennen. In 678 Kinos gestartet, kam der CGI-Animationsfilm von DreamWorks auf circa 270.000 Besucher, gemessen am überaus erfolgreichen US-Start oder an den Erfolgen von DreamWorks-Animations-Filmen wie der "Shrek"-Reihe und "Madagascar" eher eine Enttäuschung. Aber als Family-Entertainment-Film hat die Summ-Summ-Comedy in den nächsten Wochen noch hinlänglich Gelegenheit, Honig zu sammeln. "Hitman - Jeder stirbt alleine" landete in 399 Locations mit etwa 175.000 Zuschauern auf Platz drei, gefolgt von dem beharrlich erfolgreichen "Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken", der am dritten Wochenende noch einmal auf 135.000 Kinogänger kam. Auf Platz fünf landete "American Gangster" mit knapp 50.000 Zuschauern.

"Der Klang des Herzens" kam in 234 Kinos lediglich auf etwas mehr als 40.000 Besucher und belegte Platz sechs. Besser schnitt ein türkischer Neuling ab: Nach dem Erfolg von "Beyaz Melek - Weißer Engel" hält Maxximum mit "Kabadayi - Für Liebe und Ehre" bereits den nächsten türkischen Filmhit bereit, der es in 67 Locations mit knapp 40.000 Besuchern auf Platz sieben schaffte. " Und der US-Hit "Todeszug nach Yuma" hatte als Western trotz der Stars Christian Bale und Russell Crowe einen schweren Stand: Vorsichtig in 99 Kinos gestartet, kam das Remake von "Zähle bis drei und bete" nur auf 17.000 Zuschauer.

Insgesamt wurden in den deutschen Kinos am vergangenen Wochenende etwa 1,4 Millionen Kinotickets gelöst.

hoc



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