Box Office Mannomann, der Schweighöfer!

Nur Til Schweiger war in diesem Jahr mit einem deutschen Film erfolgreicher an den Kinokassen als der Regiedebütant Matthias Schweighöfer: Seine Komödie "What A Man" setzte sich souverän an die Spitze der deutschen Kinocharts. In den USA verhagelte der Sturm "Irene" die Wochenendbilanz.

Hat das Rennen in den Kinocharts gewonnen: Matthias Schweighöfer in "What A Man"
20th Century Fox

Hat das Rennen in den Kinocharts gewonnen: Matthias Schweighöfer in "What A Man"


Hamburg/Los Angeles - Etwa tausend Kinos an der nordamerikanischen Ostküste blieben am Wochenende geschlossen - schließlich drohte der Hurrikan "Irene" über die Region hinwegzustürmen. Und auch dort, wo die Kinos öffneten, war Berichten zufolge wenig los: Sturmwetter ist kein Kinowetter.

Entsprechend verhagelt waren die Wochenendbilanzen der Filmverleiher, die den sturmbedingten Umsatzausfall auf etwa 15 bis 20 Prozent schätzten. Mit insgesamt 88 Millionen Dollar in den Kinokassen blieb das Einspielergebnis um 23 Prozent gegenüber dem gleichen Wochenende im Vorjahr zurück.

Dem Sturm am besten zu trotzen vermochte das Südstaatendrama "The Help", das an seinem dritten Kinowochenende zum zweiten Mal die Spitzenposition erreichte. Der Film mit Emma Stone, der die Geschichte von schwarzen Haushälterinnen in den sechziger Jahren erzählt, kam auf einen Kassenumsatz von 14,3 Millionen Dollar - ein Minus von 28 Prozent gegenüber der Vorwoche wäre auch bei gutem Wetter ein Spitzenergebnis gewesen; in Anbetracht der Wetterumstände ist es sensationell. In Deutschland ist der Kinostart von "The Help" erst für den Dezember angekündigt.

Damit konnte "The Help" zum zweiten Mal in Folge den Ansturm der Neustarts abwehren. Am besten von den drei landesweit gestarteten Filmen hielt sich der Actionfilm "Colombiana", in dem "Avatar"-Star Zoe Saldana den Mord an ihren Eltern rächt, die von Drogenbaronen in Bogota umgebracht wurden. Der von Luc Besson produzierte Film spielte 10,3 Millionen Dollar ein, das reichte nach Angaben des Branchendienstes Box Office Mojo für Platz zwei in den US-Kinocharts.

Auf den dritten Platz kam am Wochenende der Gruselfilm "Don't Be Afraid Of The Dark", den Guillermo del Toro produziert und geschrieben hat. In dem Remake eines Fernsehfilms aus den Siebzigern spielen Guy Pearce und Katie Holmes die Hauptrollen; der Film litt unter den finanziellen Problemen der Produktionsfirma Miramax und kam mit jahrelanger Verspätung ins Kino. 8,7 Millionen Dollar spielte "Don't Be Afraid Of The Dark" an seinem Startwochenende ein.

Hinter dem viertplazierten "Planet der Affen: Prevolution" (8,65 Millionen Dollar) kam der dritte Neuling nur auf Platz fünf der Kinocharts. In "Our Idiot Brother" spielt Paul Rudd die Hauptrolle eines Rumhängers, der von seinen drei Schwestern auf den Pfad der Tugend gedrängt werden soll. Gerade mal 6,6 Millionen Dollar setzte die Komödie an den Kinokassen um.

Schweighöfer auf Schweigers Spuren

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Kinokomödie "What a Man": Nachhilfe in Sachen Männlichkeit
In Deutschland war das Wetter besser als in den USA - aber zur Freude der Kinobesitzer auch nicht zu gut. Kino statt Schwimmbad hieß es offenbar für viele, insgesamt 1,5 Millionen Kinokarten wurden am Wochenende verkauft.

Klarer Favorit der Kinogänger war dabei das Regiedebüt des Schauspielers Matthias Schweighöfer. Seine Komödie "What A Man" lief in 353 Kinos an und wurde von 340.000 Zuschauern gesehen. Das ist das beste Startergebnis eines deutschen Films seit Til Schweigers "Kokowääh", dem "What A Man" auch inhaltlich nacheifert. "Kokowääh" war allerdings mit 839.000 Besuchern am Startwochenende im Februar noch deutlich erfolgreicher gewesen. Dennoch: Schweighöfer, der auch die Hauptrolle spielt, hat mit diesem Film seinen Ruf als Publikumsliebling eindrucksvoll bestätigt.

"Die Schlümpfe" verteidigten mit 171.000 Zuschauern nach Angaben der Marktforschungsfirma Media Control den zweiten Platz in den deutschen Kinocharts - wobei dem Branchenblatt "Blickpunkt:Film" zufolge nach Umsatzzahlen der Horrorfilm "Final Destination 5" vorbeigezogen wäre: 1,6 Millionen Euro gegenüber 1,3 Millionen für "Die Schlümpfe". Doch nach der Zuschauerzahl hatte der fünfte Teil der Todes-Saga mit 157.000 Besuchern das Nachsehen und landete auf Platz drei.

Ebenfalls neu ins Kino kam der Genre-Mischmasch "Cowboys & Aliens" mit Daniel Craig und Harrison Ford, für den sich 137.000 Kinogänger interessierten. Das ergab Platz vier, vor dem fünftplazierten "Planet der Affen: Prevolution" (110.000 Zuschauer).

"Blickpunkt:Film" meldet weiterhin gute Ergebnisse für die romantische Komödie "Crazy, Stupid, Love" (knapp 100.000 Besucher), Woody Allens "Midnight In Paris" (90.000 Zuschauer) und den deutschen Bhagwan-Erinnerungsfilm "Sommer in Orange" (55.000 verkaufte Karten) - die letzten beiden Filme schafften es, an ihrem zweiten Kinowochenende höhere Besucherzahlen zu erreichen als an ihren jeweiligen Startwochenende. Aber auch daran war sicher mal wieder das Wetter schuld.

feb/dpa/Reuters/AP



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PeteLustig, 29.08.2011
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Zitat von sysopNur Til Schweiger war in diesem Jahr mit einem deutschen Film erfolgreicher an den Kinokassen als der Regiedebütant Matthias Schweighöfer: Seine Komödie "What A Man" setzte sich souverän an die Spitze der deutschen Kinocharts. In den USA verhagelte der Sturm "Irene" die Wochenendbilanz. http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,783067,00.html
Schweighöfer? Hmm... Gestern sah ich "Friendship" (bisschen einfallslos) und er konnte mich erneut nicht überzeugen. Sein Kompagnon im Film (keine Ahnung wie der heißt) hingegen war ein Lichtlick - selten so einen überzeugenden und glaubwürdigen Deutschen Schauspieler gesehen!
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