Box Office "Megamind" bremst "Unstoppable"

Von wegen "Unstoppable": Der Actionfilm mit Denzel Washington erweist sich zum Kinostart in den USA als durchaus aufhaltbar - wenn der Gegner der animierte Anti-Held "Megamind" ist. In Deutschland behauptet sich die Kumpelkomödie "Stichtag" an der Spitze.

Szene aus "Megamind": Erneut ein DreamWorks-Hit an der Spitze
AP/ DreamWorks/ Paramount Pictures

Szene aus "Megamind": Erneut ein DreamWorks-Hit an der Spitze


Hamburg/Los Angeles - Rund 90 Millionen Dollar nach anderthalb Wochen - das ist das stolze Einspielergebnis der DreamWorks-Produktion "Megamind". Der Animationsfilm um den titelgebenden Anti-Helden, der sich ohne seinen ärgsten Gegner plötzlich langweilt, behält mit einem Umsatz von 30,1 Millionen Dollar am zweiten Wochenende die Spitzenposition am amerikanischen Box Office.

Der beste Neustart der Woche, Tony Scotts "Unstoppable", muss sich dagegen laut "Blickpunkt:Film" mit einem Einspiel von 23,5 Millionen Dollar und dem zweiten Platz begnügen. In dem Actionfilm müssen Denzel Washington und Chris Pine einen außer Kontrolle geratenen Zug mit giftiger Ladung aufhalten. Genau so viel wie "Unstoppable" hatte übrigens die letzte Zusammenarbeit von Regisseur Scott und seinem Lieblingsschauspieler Washington am Startwochenende vor einem Jahr auch eingespielt - auch in "Die Entführung der U-Bahn Pelham 123" ging es um einen Zug.

Abgerutscht auf Rang drei sind die ungleichen Reisegefährten Robert Downey Jr. und Zach Galifianakis in "Due Date" (deutscher Titel: "Stichtag"). Am zweiten Wochenende setzte Todd Phillips' Kumpelkomödie nur noch 15,5 Millionen Dollar um und hat damit einen deutlicheren Verlust hinzunehmen als der erfolgreiche Vorgänger des Regisseurs, "Hangover", vor einem Jahr.

Noch zwei weitere Neueinsteiger finden sich in den Top Fünf: In dem Science-Fiction-Thriller "Skyline" bekommt die Bevölkerung von Los Angeles es mit einer außerirdischen Invasion zu tun. Dem US-amerikanischen Publikum war das deutlich weniger wert als manch anderer Alienfilm, es kamen schwache 11,7 Millionen Dollar in die Kassen. Auch das seichtere Kontrastprogramm war kaum erfolgreicher: die romantische Komödie "Morning Glory", in der Fernsehproduzentin Becky (Rachel McAdams) eine Show mit zwei zankenden Moderatoren (Diane Keaton und Harrison Ford) vor dem Aus zu retten versucht. In 2518 Kinos wurden trotz prominenter Besetzung nur 9,6 Millionen Dollar eingenommen.

"Unstoppable" auch in Deutschland chancenlos

In den deutschen Kinos dominiert weiterhin das Buddy-Roadmovie "Stichtag", das sich mit 260.000 Besuchern am zweiten Wochenende sehr gut halten konnte. Dahinter folgt der Animationsfilm "Sammys Abenteuer - Die Suche nach der geheimen Passage ", der mit 140.000 verkauften Karten ebenfalls Ausdauer beweist.

Bester Neueinsteiger der Woche ist "Unstoppable", der in Deutschland mit dem Beititel "Außer Kontrolle" läuft und 120.000 Besucher in 497 Kinos lockte. Die Actionkomödie "R.E.D." (100.000 Kinogänger) und der Horrorfilm "Paranormal Activity 2" (90.000) komplettieren die Rangliste.

Auf Platz acht der Kinocharts ist Emma Stone "Einfach zu haben". 70.000 Zuschauer in 227 Kinos wollten die simple, aber erstaunlich amüsante Teenie-Komödie sehen. Angelaufen ist außerdem die romantische Komödie "Umständlich verliebt" (Originaltitel: "The Switch") mit Jennifer Aniston, die sich bereits an den US-Kinokassen vor zwei Monaten schlecht schlug. Hierzulande lief der Film in 258 Kinos mit 60.000 Besuchern an und verpasste damit die Top Ten.

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Teeniefilm "Einfach zu haben": Sex als Sprungbrett

Mit 40.000 gelösten Karten in nur 70 Kinos gelang Sofia Coppolas "Somewhere" zwar nicht der Einstieg unter den ersten Zehn; ihre mit dem Goldenen Löwen des Filmfestivals von Venedig ausgezeichnete Betrachtung des Langeweile-Lebens von Hollywood-Stars ist dafür der Neustart mit dem besten Schnitt pro Kopie.

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insgesamt 2 Beiträge
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avollmer 15.11.2010
1. Intellektuelle Brillanz
Der amerikanische Animationsfilm ist ein Hort der intellektuellen Brillanz. Vielschichtig, optisch faszinierend, voll exzellentem Eskapismus und mit einer zivilisationsbejahenden Botschaft erreicht er alle Schichten der Bevölkerung. Nicht nur triviale Unterhaltung, sondern Erkenntnisse und Ansichten erweiternder Spaß, meisterhaftes Handwerk. Eigenschaften, die der Realfilm leider nur selten und dann auch nur in Facetten erreicht. Es sollte die TV-Verantwortlichen ermutigen Quote nicht nur über verflachtes Niveau anzustreben, Qualität und Tiefgang können sogar erfolgreicher sein. Megamind steht in dieser Tradition.
-wolf- 15.11.2010
2. Facebook und Farmville
nach der Promotion in Zusammenarbeit mit Zynga (Farmville)und Facebook überrascht der Erfolg von Megamind nicht wirklich.
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