Box Office "Narnia"-Reise beliebter als Donnersmarck-Tour

Ausgerechnet die beiden Neustarts, in die US-Kinobetreiber größte Hoffnungen setzten, enttäuschten: Der dritte Film der "Chroniken von Narnia"-Reihe schnitt schwächer ab als die Vorläufer, aber dennoch besser als Donnersmarcks "The Tourist". In Deutschland startete "Rapunzel" stark.

Spitzenreiter, aber schwächer als frühere "Narnia"-Filme: "Die Reise auf der Morgenröte"
20th Century Fox

Spitzenreiter, aber schwächer als frühere "Narnia"-Filme: "Die Reise auf der Morgenröte"


Hamburg/Los Angeles - Die neue Abenteuerreise nach "Narnia" war den US-Kinogängern am Wochenende mehr wert als das Hollywooddebüt des deutschen Oscar-Preisträgers Florian Henckel von Donnersmarck. Sein romantischer Thriller " The Tourist" musste sich beim Kinostart in den USA mit dem zweiten Platz der Charts begnügen. Der Film mit Angelina Jolie und Johnny Depp spielte nach ersten Schätzungen rund 17 Millionen Dollar (12,8 Millionen Euro) ein, berichtete das Branchenblatt "Hollywood Reporter". "Die Chroniken von Narnia: Die Reise auf der Morgenröte" (Originaltitel: "The Chronicle of Narnia: Voyage of the Dawn Treader") ging mit 24,5 Millionen Dollar als Spitzenreiter an den Start.

Trotz Platz 1 in den Kinocharts konnte die in 3D produzierte dritte Verfilmung der Fantasy-Buchreihe von C. S. Lewis nicht an der Erfolg der "Narnia"-Vorgänger anknüpfen. Der erste Film, " Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia", hatte 2005 beim Auftakt mehr als 65 Millionen Dollar eingespielt. " Die Chroniken von Narnia - Prinz Kaspian von Narnia" brachte bei seinem Wochenenddebüt im Jahr 2008 immerhin noch 55 Millionen Dollar in die Kasse. Dabei konnte diese beiden Filme noch nicht die höheren Eintrittspreise für 3D-Vorführungen berücksichtigen. Bemerkenswert gut ist allerdings die bisherige Einspielbilanz außerhalb der USA, wo bisher 81 Millionen Dollar umgesetzt wurden. In den deutschen Kinos läuft "Die Reise auf der Morgenröte" am 16. Dezember an.

Die meisten amerikanischen Kritiker hatten "The Tourist" schlechte Noten gegeben. Es ist Donnersmarcks erster Film seit seinem Oscar für das Stasi-Drama "Das Leben der Anderen" vor vier Jahren. Erstmals stehen die beiden Superstars Jolie und Depp darin gemeinsam vor der Kamera, sie als verführerische Agentin, er als amerikanischer Tourist in Venedig. Die "Los Angeles Times" berichtet, dass das Kinopublikum überwiegend weiblich und über dreißig war - sie bewerteten den Film mit der ordentlichen Note "B". Die Verleihfirma Sony Pictures äußerte gegenüber der "New York Times" die Hoffnung, der Film werde in Europa besser laufen. Der Film kommt in Deutschland am 16. Dezember in die Kinos. Zur Europapremiere am 14. Dezember in Berlin wird neben Donnersmarck auch sein Star-Paar erwartet.

Disneys Zeichentrickfilm "Rapunzel - Neu verföhnt" (im Original: "Tangled") rutschte in den USA mit Einnahmen von 14,6 Millionen Dollar auf den dritten Rang ab. Der siebte und vorletzte Potter-Film " Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (Teil 1)" spielte auf Platz vier weitere acht Millionen Dollar ein. Nur noch 3,8 Millionen Dollar wollten die Nordamerikaner für "Unstoppable" ausgeben, allerdings rauschte der führerlose Zug mit Denzel Washington auch schon an seinem fünften Wochenende durch die Kinos.

Märchenhafter Start für "Rapunzel"

An den deutschen Kinokassen war "Rapunzel - neu verföhnt" erwartungsgemäß der Hit des Wochenendes. 3D-Animationsmärchen aus den Disney-StudiosDas wollten nach Angaben des Branchenmagazins "Blickpunkt:Film" 570.000 Zuschauer sehen - der fünftbeste Filmstart des laufenden Jahres.

Damit rutschte "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (Teil 1)" mit immer noch 330.000 Besuchern auf den zweiten Platz ab. Otto Waalkes konnte sich darüber freuen, dass seine neue Komödie "Otto's Eleven" ihr Ergebnis am zweiten Wochenende sogar verbessern konnte. Knapp 150.000 Zuschauer reichten für Rang drei. Dahinter folgen in den Charts "Saw 3D" (Platz vier mit 100.000 Besuchern) und "Megamind" (90.000 Zuschauer und der fünfte Rang). Das John-Lennon-Biopic "Nowhere Boy" von Sam Taylor-Wood schaffte es laut Media Control an seinem Startwochenende nur auf Platz 13.

feb/dpa

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Seite 1
raka, 13.12.2010
1. .
Zitat von sysopAusgerechnet die beiden*Neustarts, in die US-Kinobetreiber größte Hoffnungen setzten, enttäuschten: Der dritte Film der "Chroniken von Narnia"-Reihe schnitt schwächer ab als die Vorläufer, aber dennoch besser als Donnersmarcks "The Tourist".*In Deutschland startete "Rapunzel" stark. http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,734313,00.html
Kann nicht mal jemand diesen deutschen Titel-Übersetzern das Handwerk legen? Das ist doch immer wieder grausam, was die sich da zusammen dichten ... :o(
cc_zero 13.12.2010
2. .
Zitat von rakaKann nicht mal jemand diesen deutschen Titel-Übersetzern das Handwerk legen? Das ist doch immer wieder grausam, was die sich da zusammen dichten ... :o(
Da gibt es aber deutlich schlimmere. Die vorliegende Betitelung finde ich sogar noch ganz witzig. Wobei der Hammer schlechthin immernoch 'Once Upon A Time In The West'/'Spiel mir das Lied vom Tod' ist (und wohl auch noch eine Weile bleibt).
FirstFallenAngel 13.12.2010
3. ~
Zitat von rakaKann nicht mal jemand diesen deutschen Titel-Übersetzern das Handwerk legen? Das ist doch immer wieder grausam, was die sich da zusammen dichten ... :o(
Die Frage ist doch eher, weshalb der Film, der unbestreitbar am Märchen von Rapunzel orientiert ist, im Original einen anderen Namen trägt? Ich habe gelesen, man wollte so auch die Jungs ins Kino locken, die sich wohl keinen Prinzessinnen-Film ansehen wollen würden. Na ja, der Titel ändert nicht den Inhalt, von demher... Und manchmal leisten die deutschen Verleiher auch gute Arbeit mit ihren Titeln, wie bspw. bei Kiss & Kill, im Original schlicht Killers. Da ist der an das geflügelte Wort 'Kiss and tell' angelehnte deutsche Titel um Längen origineller und besser.
Celegorm 13.12.2010
4. ...
Zitat von FirstFallenAngelDie Frage ist doch eher, weshalb der Film, der unbestreitbar am Märchen von Rapunzel orientiert ist, im Original einen anderen Namen trägt? Ich habe gelesen, man wollte so auch die Jungs ins Kino locken, die sich wohl keinen Prinzessinnen-Film ansehen wollen würden. Na ja, der Titel ändert nicht den Inhalt, von demher... Und manchmal leisten die deutschen Verleiher auch gute Arbeit mit ihren Titeln, wie bspw. bei Kiss & Kill, im Original schlicht Killers. Da ist der an das geflügelte Wort 'Kiss and tell' angelehnte deutsche Titel um Längen origineller und besser.
Es wirkt allerdings etwas bizarr, einen englischen Titel auf Englisch zu "übersetzen", selbst wenn man meint, das "übersetzte" Endprodukt wäre gelungener. Wobei letztlich generell der Sinn von Übersetzungen zweifelhaft scheint, wieso nicht einfach im Original belassen? Die Titel von Popsongs werden ja auch nicht übersetzt nur weil es jemand nicht verstehen könnte..
Superlutz, 13.12.2010
5. Es gibt schlimmeres
Zitat von cc_zeroDa gibt es aber deutlich schlimmere. Die vorliegende Betitelung finde ich sogar noch ganz witzig. Wobei der Hammer schlechthin immernoch 'Once Upon A Time In The West'/'Spiel mir das Lied vom Tod' ist (und wohl auch noch eine Weile bleibt).
Auch wenn sich der Übersetzer keinen deut an den Origianltitel gehalten hat, ist "Spiel mir das Lied vom Tod" kein schlechter oder unpassender Titel. Ist ein direktes Zitat aus dem Film, welches den Hauptplott auf den Punkt bringt. Da ist "Zwei Glorreiche Halunken" schon eher ein Verbrechen am Originaltitel und Film, denn welche beiden Halunken in dem Film glorreich sind, hat sich mir auch nach dem siebten Mal sehen noch nicht erschlossen.
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