Box Office "Rio" grande!

In Deutschland war der neue Animationsfilm der "Ice Age"-Macher schon in der Vorwoche auf Platz eins, nun ist "Rio" auch in den USA angekommen: Die Papageien-Komödie ist der bisher erfolgreichste Neustart des Jahres - und gibt der zuletzt nervös gewordenen Filmindustrie neue Hoffnung.

Der Papagei Blu (rechts) betrachtet die Skyline von Rio de Janeiro: Nun auch US-Topfilm
Twentieth Century Fox

Der Papagei Blu (rechts) betrachtet die Skyline von Rio de Janeiro: Nun auch US-Topfilm


Hamburg/Los Angeles - Großes Aufatmen in der amerikanischen Filmindustrie: Zum ersten Mal seit dem vergangenen November war die Einspielbilanz des Wochenendes positiv im Vergleich mit dem Vorjahr, wie der Branchendienst "Box Office Mojo" meldet. Im April 2010 standen "Kick-Ass" und "Drachenzähmen leicht gemacht" an der Spitze der US-Kinocharts - nun hat vor allem "Rio" für gute Einnahmen gesorgt.

Der Animationsfilm, der in der vergangenen Woche schon in Deutschland und etlichen anderen Ländern startete, kam nun auch in die amerikanischen Kinos und lockte offenbar ein sehr breites Publikum an: Jung und Alt hielten sich in den Marktforschungsergebnissen der Verleihfirma 20 Century Fox ebenso die Waage wie männliche und weibliche Zuschauer - insgesamt ließen sie 40 Millionen Dollar in den Kinokassen, was "Rio" den stärksten Neustart des laufenden Jahres bescherte. 58 Prozent der Einnahmen kamen dabei aus 3D-Vorführungen.

Im Rest der Welt hat das für etwa 90 Millionen Dollar produzierte Abenteuer eines domestizierten Blau-Aras, der in Brasilien die Freiheit findet, bereits über 129 Millionen Dollar eingespielt, wie die "Los Angeles Times" berichtet. Die Trickfilm-Konkurrenz "Hop", die in den vergangenen beiden Wochen die amerikanischen Kinocharts anführte, verlor 48 Prozent seines Umsatzes vom Vorwochenende und rutschte mit 11,2 Dollar an die dritte Stelle.

Gespannt war die Filmwelt, ob es gelingen würde, eine Horrorfilmreihe, die 1996 begann und zuletzt vor elf Jahren in den Kinos lief, wiederzubeleben. Das Einspielergebnis für "Scream 4" gibt eine eher desillusionierende Antwort: Mit einem Umsatz von 19,3 Millionen Dollar wurde der Film deutlich auf Platz zwei verwiesen und blieb auch weit hinter den Startergebnissen der letzten beiden Fortsetzungen zurück. "Scream 3" etwa spielte zum Start im Februar 2000 34,7 Millionen Dollar ein - und das bei deutlich niedrigeren Ticketpreisen.

Auf den neunten Platz schaffte es ein deutlich weniger massentaugliches Thema, nämlich die Ermordung von Abraham Lincoln. Darüber hat Robert Redford den Film "The Conspirator" gedreht, der 3,9 Millionen Dollar übers Wochenende einspielte.

Nerds toppen Weltuntergang

Auch in Deutschland fliegt "Rio" weiter hoch in den Kinocharts. Knapp 200.000 Zuschauer - nur zehn Prozent weniger als in der Vorwoche - wollten die Hommage des "Ice Age"-Regisseurs Carlos Saldanha an seine Heimatstadt am Wochenende sehen, was erneut für Platz eins reichte.

Verfolgt wurde der Trickfilm von drei Neustarts. Auf Rang zwei schaffte es die englische Science-Fiction-Nerdkomödie "Paul - Ein Alien auf der Flucht", die dem Branchenblatt "Blickpunkt:Film" zufolge 175.000 Zuschauer sahen. Dahinter blieb der Katastrophenfilm " World Invasion: Battle Los Angeles" mit 125.000 Kinogängern auf Platz drei. Der Psychodrogen-Thriller "Ohne Limit" mit Bradley Cooper und Robert DeNiro kam auf 100.000 Besucher.

Zum Dauerbrenner-Erfolg hat sich die Gastarbeiterkomödie " Almanya - Willkommen in Deutschland" entwickelt, die noch einmal 65.000 Neugierige fand und auf Platz fünf der Kinocharts kommt. Unter ferner Liefen, nämlich in der unteren Hälfte der Top Twenty, landeten zwei von der Kritik hoch gelobte Neustarts: Den französischen Film " Der Name der Leute", der in 70 Kinos anlief, wollten 25.000 Zuschauer sehen. Für das britische Drama " Alles, was wir geben mussten" interessierten sich etwas mehr als 10.000 Kartenkäufer, er war in 56 Kinos zu sehen.

feb/dpa



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