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13. September 2010, 12:11 Uhr

Box Office

Wie lustig, Vampire

Das Übernatürliche bescherte dem Kino am Wochenende Millioneneinnahmen: In den USA landete "Resident Evil: Afterlife" dank 3D einen Rekord für das Zombie-Franchise. In den deutschen Charts sind alberne Vampire los.

Hamburg/Los Angeles - Manchmal ist die Ausrottung der Menschheit erst der Anfang: Im Zombie-Film "Resident Evil: Afterlife" sucht Milla Jovovich in einer postapokalyptischen Welt weiter nach Überlebenden, ist damit jedoch rein monetär so erfolgreich wie nie, zumindest in den USA. Der inzwischen vierte Teil des Franchise überflügelte seine Vorgänger. 27,7 Millionen Dollar kamen laut "Blickpunkt:Film" in die Kasse, ein paar Millionen mehr als etwa der bisherige Spitzenreiter "Resident Evil: Extinction" im Jahr 2007 (23,7 Millionen).

Zu verdanken ist das neben dem Mangel an Konkurrenz vor allem den kostspieligeren 3-D-Tickets. "Resident Evil: Afterlife" wurde komplett dreidimensional gedreht und geschnitten. Boxofficemojo.com zufolge dürfte der vierte Teil allerdings bereinigt um Preisinflation und 3-D-Zuschläge sogar hinter dem ersten Teil von 2002 liegen. Hauptdarstellerin Jovovich und ihr Ehemann Paul W.S. Anderson, Autor der Horror-Reihe und Regisseur des neuesten Films, planen nichtsdestotrotz bereits eine Fortsetzung.

Nach "Resident Evil: Afterlife" kommt lange Zeit gar nichts in den amerikanischen Kinocharts. Der Bankraub-Thriller "Takers" spielte nur 6,1 Millionen Dollar ein; die beiden Besten der Vorwoche, "The American" und "Machete", fielen unerwartet deutlich ab.

Das Drama "The American", in dem George Clooney als Auftragsmörder nach Italien reist, verlor über die Hälfte und kommt nur noch auf 5,9 Millionen Dollar Einspiel. Robert Rodriguez' blutiger Rache-Thriller "Machete", der bereits unter den Erwartungen gestartet war, setzte nur noch 4,2 Millionen Dollar um. Auch "Going The Distance" (deutscher Titel: "Verrückt nach dir") lief mit 3,8 Millionen Dollar an seinem zweiten Wochenende äußerst mau.

Kein Mitleid mit den "Twilight"-Vampiren

Ob Serien wie "Buffy" und "True Blood" oder der Hype um Stephenie Meyers "Twilight"-Bestseller-Reihe: Der Film "Beilight - Biss zum Abendbrot" nimmt alles aufs Korn, was uns das boomende Vampir-Genre in den letzten Jahren bescherte - mit Erfolg. In den deutschen Charts setzte sich die Parodie, die sich eng an den ersten beiden "Twilight"-Filmen orientiert, zum Start an die Spitze mit 360.000 Zuschauern - mit Abstand die höchsten Besucherzahlen des Wochenendes.

Hinter "Beilight" hielt sich "Step Up 3D" ordentlich. 130.000 Kinogänger bescherten dem Tanzfilm den zweiten Platz, wobei stolze 120.000 davon die 3-D-Version sehen wollten. Das Fantasy-Abenteuer "Duell der Magier" mit Nicolas Cage muss sich mit dem dritten Rang bescheiden. Noch 115.000 Besucher wollten den Film sehen.

Die Komödie "Männertrip" setzte noch 100.000 Karten ab, Sylvester Stallones "The Expendables" schaffte es mit 80.000 Zuschauern ebenfalls noch in die Top Fünf. Bester Neueinsteiger nach "Beilight" ist "Verlobung auf Umwegen" mit Amy Adams, den Film sahen 35.000 Kinogänger. Außerdem unter den besten 20: das türkische Drama "Bal - Honig", das mit 12.000 Zuschauern in 26 Kinos einen sehr guten Schnitt erreichte.

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