Box Office Will Ferrell dreht auf

Der Komiker Will Ferrell mausert sich in den USA zum Superstar und Box-Office-Gewinner: Sein neuer Film über einen Nascar-Rennfahrer eroberte am Wochenende den Spitzenplatz der Kinocharts. In Deutschland herrschen nach wie vor die Piraten der Karibik.


Los Angeles/Hamburg - Seit Will Ferrell 2002 die Comedy-Truppe von "Saturday Night Live" verließ, um sich hauptberuflich auf die Schauspielerei zu konzentrieren, wird der 39-jährige Kalifornier immer mehr zum Box-Office-Garanten. Den Grundstein für seine erfolgreiche Kino-Karriere legte er 2003 mit dem Festtags-Spektakel "Buddy - Der Weihnachtself", in dem er turbulent und gagreich die Hauptrolle bestritt. Damals startete er mit 31,1 Millionen Dollar Umsatz, am vergangenen Wochenende waren es 47 Millionen Dollar, die sein neuer Film "Talladega Nights: The Ballad of Ricky Bobby" an drei Tagen einspielte.

Schauspieler Ferrell in "Talladega Nights": Komiker als Box-Office-Garant

Schauspieler Ferrell in "Talladega Nights": Komiker als Box-Office-Garant

In dem Film kommen gleich zwei populäre Faktoren zusammen: 1. Will Ferrell, 2. Nascar-Racing. In "Ricky Bobby - König der Rennfahrer", wie die Actionkomödie bei uns heißen wird, geht es nämlich um einen ebenso gutmütigen wie erfolgreichen Fahrer, der sich gegen ungemütliche Konkurrenz beweisen muss. "Wenn man Will Ferrell und Nascar hat, weiß man, dass man einen Zuschauermagneten hat", sagte Rory Bruer laut AP über den Erfolg der Sony-Pictures-Produktion. Das drittbeste August-Startergebnis aller Zeiten überraschte jedoch auch den Vertriebschef des Hollywood-Studios.

Insgesamt freut sich die amerikanische Kinobranche über einen gelungenen Sommer, denn die Umsätze liegen satte 17 Prozent über dem miserablen letzten Jahr. Auf dem zweiten Platz landete - ebenfalls mit einem überraschend guten Ergebnis - die animierte Paramount-Komödie "Barnyard: The Original Party Animals". Die fröhliche Kuhstall-Sause setzte 16 Millionen Dollar um und platzierte sich vor dem Über-Blockbuster "Pirates of the Caribbean: Dead Man's Chest", der noch einmal 11 Millionen Dollar umsetzte und sein US-Gesamtergebnis auf 379,7 Millionen Dollar erhöhte. Damit rangiert das Piraten-Spektakel derzeit auf Platz acht der umsatzstärksten Filme aller Zeiten.

Nur Rang vier der nordamerikanischen Kinocharts gab es für Michael Manns Kino-Adaption der Achtziger-Jahre-Serie Miami Vice", die nach nur einer Woche 62 Prozent des Vorwochen-Umsatzes einbüßte und nur noch 9,7 Millionen Dollar einspielte. Platz fünf ging an den Höhlen-Horrorfilm "The Descent", der in Deutschland bereits im vergangenen Jahr lief. Er setzte 8,8 Millionen Dollar um. Nicht in die Top fünf schaffte es der Mystery-Thriller "The Night Listener" mit Toni Collette und Robin Williams in den Hauptrollen. Die Verfilmung eines Romans von Armistead Maupin landete mit 3,6 Millionen Dollar Umsatz auf Platz neun.

In Deutschland sind die Piraten der Karibik noch immer auf großer Fahrt. An seinem zweiten Wochenende lockte "Fluch der Karibik 2" ersten Schätzungen zufolge rund 1,2 Millionen Besucher in die Kinos und liegt damit laut "Blickpunkt:Film" bei vier Millionen Zuschauern - der dritterfolgreichste Film des Jahres für die deutschen Kinobesitzer. Von Besuchermangel kann auch bei "Hui Buh, das Schlossgespenst" keine Rede mehr sein. An ihrem dritten Wochenende hatte die Komödie mit rund 300.000 Kinogängern sein bislang bestes Ergebnis.

Der Animationsfilm "Ab durch die Hecke" profitierte ebenfalls vom eher schlechteren Wochenend-Wetter und lockte noch einmal 285.000 Besucher. Entertainment für die ganze Familie ist Trumpf im deutschen Kino, das bewies auch der Start von "Urmel aus dem Eis" (453 Kopien) mit etwa 155.000 Zuschauern.

Auf Platz fünf schaffte es Pedro Almodóvars "Volver - Zurückkehren" mit 91 Startkopien und hervorragenden 105.000 Besuchern. Als dritter Neustart landete "Garfield 2" (594 Kopien) mit 90.000 Zuschauern auf Platz acht. Insgesamt war es mit rund 2,6 Millionen gelösten Tickets ein starkes Kino-Wochenende.

bor/AP



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