Box Office Zwei Franzosen überholen Harry Potter

Der Sensationserfolg "Ziemlich beste Freunde" findet in deutschen Kinos jetzt sogar mehr Zuschauer als der Vorjahressieger "Harry Potter". In den USA wächst der Kinderheld Ted über sich hinaus: Der kleine Junge aus "The Lorax" schlägt an der Kinokasse den Science-Fiction-Krieger "John Carter".

Senator

Los Angeles/Hamburg - Die Muskeln von "John Carter" wirken gegen Monster auf dem Mars, dem "Lorax" aber können sie nichts anhaben. Die kleine orangefarbene Kreatur dominierte in der zweiten Woche erneut die nordamerikanischen Kinos und setzte sich gegen den neu angelaufenen Science-Fiction-Film "John Carter - Zwischen zwei Welten" durch.

Nach Angaben des "Hollywood Reporters" spielte "Der Lorax", gesprochen von Danny DeVito, in den amerikanischen und kanadischen Kinos gut 39,1 Millionen Dollar (29,7 Millionen Euro) ein - nach einem Traumstart in seiner ersten Woche mit 70,7 Millionen Dollar.

"John Carter" musste sich mit 30,6 Millionen Dollar und dem zweiten Platz zufriedengeben. In dem Action-Film kämpft Taylor Kitsch als John Carter auf dem Mars gegen Ungetüme und besteht wie der Lorax seine Abenteuer in 3D. Statt im US-Bürgerkrieg landet Soldat John Carter plötzlich auf dem Wüstenplaneten Mars. Dort erlangt der Krieger übermenschliche Kräfte und gerät zwischen die Fronten der verfeindeten Marsvölker. Während "John Carter" bereits in deutschen Kinos angelaufen ist, müssen sich Kinogänger auf den "Lorax" noch bis zum 19. Juli gedulden.

Die High-School-Klamotte "Project X" um eine Gruppe Jugendlicher, deren Party außer Kontrolle gerät, lockte auch in seiner zweiten Woche genug Zuschauer ins Kino, um mit 11,6 Millionen Dollar Einnahmen auf dem dritten Platz zu landen. Horror-Fans sicherten "Silent House" Rang vier. Dass der Schocker mit Elizabeth Olsen als Neueinstieg nur knapp über 7 Millionen Dollar kassierte, zeugt jedoch von einem schwachen Start. Der Army-Film "Act of Valor", in seiner ersten Woche der Sieger, wurde in seiner dritten Woche mit geringem Abstand bereits auf Platz fünf verwiesen.

Noch schlechter traf es allerdings Eddie Murphy. Seine Komödie "Noch tausend Worte" landete mit 6,4 Millionen Dollar auf Position sechs. Der Film, in dem Murphy als geschwätziger Jack nur tausend Worte zur Verfügung hat, bevor er stirbt, soll am 28. Juni in Deutschland anlaufen. Der Agentenfilm "Safe House" mit Denzel Washington rutschte mit 5 Millionen Dollar vom vierten auf den siebten Platz ab.

Sozialhelden schlagen "Harry Potter"

In Deutschland ist zum neunten Mal in Folge der französische Kassenschlager "Ziemlich beste Freunde" der meistgesehene Film am Wochenende. Der Überraschungshit lockte 336.000 Besucher in die deutschen Kinosäle, wie der Branchendienst "Media Control" am Montag mitteilte. Insgesamt wurden damit rund 6,5 Millionen Karten verkauft. Die Sozialkomödie überflügelt nun sogar "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2", den mit 6,44 Millionen Zuschauern beliebtesten Kinofilm des vergangenen Jahres.

Rund 221.000 Tickets wurden nach vorläufigen Angaben am Startwochenende für "John Carter - Zwischen zwei Welten" gelöst. Wie in den USA steigt die Disney-Produktion zum Kinostart damit auch hierzulande auf Rang zwei ein.

Dahinter folgen die Agenten-Komödie "Das gibt Ärger" mit knapp 140.000 Zuschauern und der Fantasyfilm "Die Reise zur geheimnisvollen Insel" mit 115.000 Besuchern, wie "Blickpunkt:Film" meldet. Dem Branchendienst zufolge landet Oscar-Gewinnerin Meryl Streep als Margaret Thatcher in dem Porträt "Die Eiserne Lady" auf Rang fünf mit 95.000 verkauften Tickets.

Im Moskau-Thriller "Die vierte Macht" will Moritz Bleibtreu als Berliner Journalist ein Glamourmagazin auf Hochglanz bringen. Als Klatschreporter Paul Jensen wird er in Moskau erst Zeuge eines Mordes und dann Terrorverdächtiger. Wie er aus dieser misslichen Lage wieder herauskommt, wollten zwischen Donnerstag und Sonntag rund 46.000 Zuschauer wissen. Der Politthriller von Dennis Gansel startet auf Position neun.

Den Sprung in die Top Ten verpassen hingegen die Berlinale-Beiträge "Haywire" von US-Regisseur Steven Soderbergh und "Barbara", für den der Filmemacher Christian Petzold bei dem Festival mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet wurde. Das Drama über die Ärztin Barbara (Nina Hoss), die sich während ihrer Fluchtvorbereitungen aus der DDR zwischen zwei Männern entscheiden muss, sahen 40.000 Menschen. Damit gelang dem Regisseur laut "Blickpunkt:Film" der mit Abstand beste Kinostart eines Petzold-Films bislang. Für Steven Soderberghs Action-Thriller mit Ewan McGregor, Antonio Banderas und Michael Douglas interessierten sich 37.000 Kinogänger.

bos/dpa

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