Vertraute von Andy Warhol und Künstlerin Brigid Berlin stirbt mit 80 Jahren

Sie machte Polaroidfotos, schnitt Konzerte mit - und zeigte sich als Fotografin und Schauspielerin selbst der Welt: Mit Brigid Berlin ist eine bekannte Künstlerin aus dem Umfeld Andy Warhols gestorben.

Brigid Berlin alias Brigid Polk ist tot. Wie die "New York Times" meldet , starb die Künstlerin und Schauspielerin am Freitag mit 80 Jahren in New York. Der Zeitung zufolge litt Berlin schon seit einigen Jahren an Gesundheitsproblemen, weshalb sie einen Großteil dieser Zeit im Bett verbrachte. Eine Lungenembolie soll laut einem Freund der Schauspielerin nun zu einem Herzstillstand geführt haben.

Die "New York Times" beschreibt Berlin in ihrem Nachruf als sowohl physisch als auch in ihrer Persönlichkeit "überdimensioniert", als Person, "die die Menschen abwechselnd terrorisierte und erfreute".

Richard E. Berlin, der Vater von Brigid Berlin, war Präsident des Hearst-Medienkonzerns: So kam sie, geboren 1939, schon als Kind mit vielen Politikern und Prominenten in Kontakt. Selbst bekannt wurde sie vor allem als Teil einer Künstlerkommune rund um Andy Warhol, dem sie 1964 begegnet war. Berlin spielte in Warhol-Filmen wie "Chelsea Girls" und "Bad" mit und betreute auch viele Jahre lang dessen Magazin "Interview". Berlin gilt als eine wichtige Vertraute, aber auch Inspirationsquelle für Andy Warhol.

Berühmt-berüchtigt war Berlin in jüngeren Jahren auch für ihr enges Verhältnis zu Amphetaminen. Bei ihren Auftritten und ihrer Kunst spielte oft ihr Körper eine Rolle, Gewichtsverluste und -zunahmen sowie die Auseinandersetzung damit prägten ihre Leben. Typisch für Berlin waren ihre Polaroidfotos, die 2015 unter dem Titel "Brigid Berlin Polaroids" als Buch veröffentlicht wurden. 1970 schnitt Berlin einen Liveauftritt von The Velvet Underground mit, der später als "Live At Max's Kansas City" veröffentlicht wurde. Es war das letzte Konzert der Gruppe mit Lou Reed als Bandleader.

mbö
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