Cannes-Festival Ohnmachtsanfälle beim Vergewaltigungsfilm

Kein Festival ohne einen kleinen Skandal. In Cannes sorgte der Vergewaltigungsfilm "Irréversible" für Ohnmachtsanfälle.


Spielt das Vergewaltigungsopfer: Monica Bellucci
AFP

Spielt das Vergewaltigungsopfer: Monica Bellucci

Cannes - Der Film des in Paris lebenden Argentiniers Gaspard Noé, in Frankreich bereits angelaufen, habe bei dem Festival drei Zuschauer ohnmächtig werden lassen, berichtete die Pariser Sonntagszeitung "Le Journal du Dimanche". 20 Zuschauer, überwiegend Frauen, hätten sich zudem unwohl gefühlt. Mehreren Zuschauern musste nach der offiziellen Vorstellung des Films im Festivalpalais mit Sauerstoffgeräten geholfen werden.

Der provozierende Film "Irréversible" ("Unumkehrbar") zeigt einen äußerst brutalen Totschlag und die extrem lange Vergewaltigung einer Frau (dargestellt von Monica Bellucci) durch einen Ex-Weltmeister im Thai-Boxen. Frauenfeindlichkeit und Männergewalt sind für den Regisseur "naturgegeben". Die Pariser Sonntagszeitung nannte den Film, der in Frankreich für Jugendliche unter 16 Jahren verboten ist, trotz des Beifalls für Schauspieler und Regisseur in Cannes ein "Null-Ereignis". Unerträglich sei nicht die Vergewaltigung an sich, sondern die Länge des Gewaltaktes. "Ein Skandal. Eine Schande. Ihr seid krank", riefen empörte Zuschauer und verließen den Saal.



© SPIEGEL ONLINE 2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.