Filmfestival Cannes 2015 Flüchtlingsdrama "Dheepan" gewinnt Goldene Palme

Der begehrteste Preis beim Festival in Cannes geht dieses Jahr an den gesellschaftskritischen Film "Dheepan". Den Preis als beste Schauspielerin müssen sich zwei Darstellerinnen teilen.
Filmfestival Cannes 2015: Flüchtlingsdrama "Dheepan" gewinnt Goldene Palme

Filmfestival Cannes 2015: Flüchtlingsdrama "Dheepan" gewinnt Goldene Palme

Foto: YVES HERMAN/ REUTERS

Ein Drama um ein aktuelles Thema gewinnt: Die Goldene Palme des Filmfestivals Cannes geht dieses Jahr an den gesellschaftskritischen Film "Dheepan" des französischen Regisseurs Jacques Audiard. Die Jury der 68. Internationalen Festspiele gab die Auszeichnung des Films über Flüchtlinge am Sonntagabend in Südfrankreich bekannt.

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Audiard, 63, erzählt darin von einem Flüchtling aus Sri Lanka, der versucht, sich in Frankreich ein neues Leben aufzubauen. Unter seine Fittiche nimmt er eine junge Frau und ein kleines Mädchen. Weil die illegalen Pässe es so vorschreiben, müssen die drei Fremden eine Familie mimen. Sie leben in einem heruntergekommenen Pariser Vorort mitten in einem Bandenkrieg, in Desillusion und Anpassungskämpfen - und in einer zarten Liebesgeschichte. Der Regisseur war bereits 2009 in Cannes für sein Gefängnisdrama "Ein Prophet" mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet worden.

Die Goldene Palme ist die begehrteste Auszeichnung des Festivals, sie wird für den besten Film vergeben. 19 Filme konkurrierten 2015 im Wettbewerb um die Goldene Palme. Deutsche Beiträge gab es im Wettbewerb dieses Jahr keine, auch keine Co-Produktionen. Weitere Preise gehen zum Beispiel an die besten Darsteller und die beste Regieleistung.

Die Preisträger im Überblick:

Die Goldene Palme geht an "Dheepan" von Jacques Audiard.

Den Preis für die beste Regie gewann Hou Hsiao-hsien aus Taiwan für für das Kampfkunst-Epos "The Assassin", das im China des neunten Jahrhunderts spielt.

Den Preis der besten Darstellerin gewannen in diesem Jahr gleich zwei Schauspielerinnen: Die US-Schauspielerin Rooney Mara wurde für ihre Rolle in dem Lesbendrama "Carol" ausgezeichnet und die Französin Emmanuelle Bercot für ihre Darstellung einer bei einem Skiunfall schwer verletzten Anwältin im Film "Mon Roi" (Mein König).

Als bester Schauspieler wurde Vincent Lindon ausgezeichnet für "La loi du marché" von Stéphane Brizé aus Frankreich.

In der Kategorie bestes Drehbuch gewann der Mexikaner Michel Franco für "Chronic".

Der große Preis der Jury geht an "Saul fia (Son of Saul)" von László Nemes aus Ungarn. Der schockierende Film über das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ist das Erstlingswerk des jungen Regisseurs.

Den Preis der Jury gewinnt "The Lobster" von Yorgos Lanthimos aus Griechenland.

In der renommierten Nebenreihe "Un Certain Regard" wurde bereits am Samstagabend der isländische Beitrag "Hrútar" von Grímur Hákonarson als bester Film ausgezeichnet. Das Drama erzählt von zwei entfremdeten Brüdern, die auf einer Farm zusammen arbeiten müssen.

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Das Filmfest gilt als eines der weltweit wichtigsten Festivals der Branche. Die Preise werden von einer Jury um die US-Regisseure Ethan und Joel Coen verliehen.

Abseits der Filme war in diesem Jahr die Debatte um High Heels eine hübsche Posse. Angeblich wurden mehrere weibliche Gäste am roten Teppich abgewiesen, weil sie keine hohen Absätze trugen. Das hat nicht nur Festivalleiter Thierry Frémaux eine Entschuldigung abgenötigt.

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lgr/dpa/AFP
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