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23. August 2014, 13:00 Uhr

Beijing Independent Film Festival

Behörden in China verbieten Filmfest

Schlag gegen die Meinungsfreiheit: Chinesische Behörden haben offenbar ein unabhängiges Filmfest in Peking verhindert. Schon in der Vergangenheit gab es Ärger.

Peking - Ein unabhängiges Filmfest in China ist kurz vor der Eröffnung von den Veranstaltern abgesagt worden. Wang Hongwei und Fan Rong vom 11. Beijing Independent Film Festival teilten mit, die Veranstaltung dürfe nicht stattfinden.

Li Xianting, Gründer der ausrichtenden Filmstiftung gleichen Namens, hatte in den Tagen zuvor berichtet, er sei von Sicherheitsbehörden unter Druck gesetzt und unter Polizeibeobachtung gestellt worden.

Wang und Fan bestätigten die Echtheit von Lis' Nachrichten, die in sozialen Medien veröffentlicht worden waren, wollten aber keine weiteren Details nennen. Die Polizei in Songzhuang, einer bei Künstlern beliebten Vorstadt von Peking, wo das Filmfestival stattfinden sollte, wusste nach eigenen Angaben nichts über ein Verbot der Veranstaltung.

Das Festival existiert seit 2006 und hätte zum elften Mal stattfinden sollen. Es ist das bedeutendste Forum für unabhängige und kritische Filme in China. Vom 23. bis 31. August hätten 76 Filme gezeigt werden sollen. Das geplante Programm lässt sich unter anderem hier nachlesen.

Der Ärger mit den Behörden ist nicht neu: Im vergangenen Jahr waren öffentliche Vorführungen abgesagt worden, im Jahr zuvor war der Strom abgestellt worden. Dieses Jahr, so berichtet es Li, hätten lokale Behörden zunähst zugestimmt, das Filmfestival in eine benachbarte Provinz zu verlegen. Das Hotel habe ihm aber am Freitag mit Verweis auf die Polizei abgesagt.

Fan und Wang seien von Einsatzkräften am Freitagnachmittag mitgenommen worden und hätten unterschreiben müssen, das Festival abzusagen. Außerdem, so Li, sollen die Behörden angekündigt haben, der Filmstiftung ab Samstag den Strom abzustellen.

ore/AP

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