Projekt mit Christian Kracht Sissis Leben soll zu feministischem Film werden

Mit "Finsterworld" hatte Regisseurin Frauke Finsterwalder ein bejubeltes Debüt hingelegt. Nun will sie das Leben von Kaiserin Elisabeth verfilmen, besser bekannt als "Sissi". Ihr Co-Autor: Christian Kracht.

Elisabeth von Österreich-Ungarn: Sie wurde vor allem durch die Filme mit Romy Schneider als Sissi bekannt
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Elisabeth von Österreich-Ungarn: Sie wurde vor allem durch die Filme mit Romy Schneider als Sissi bekannt


Die "Sissi"-Trilogie aus den Fünfzigerjahren mit Romy Schneider in der Titelrolle ist fester Bestandteil des alljährlichen Weihnachtsfernsehprogramms, nährt Prinzessinnenträume und trägt seit Jahrzehnten zur Legendenbildung rund um die Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn bei. Nun will die Regisseurin und Drehbuchautorin Frauke Finsterwalder mit diesen Klischees aufräumen. Ihr Projekt "Sisi - Kaiserin Elisabeth" sei ein feministischer Film, der das Leben der Herrscherin von Österreich auf "radikal neue Weise zeigt", kündigt der Verleiher DCM an.

"Filme sollten immer einen neuen Mythos schaffen. Ich will zeigen, dass Kaiserin Elisabeth eine radikale, intelligente und moderne Frau war, weit mehr, als die Sissi mit Doppel-S, die wir alle kennen. Elisabeth wurde einfach ein Jahrhundert zu früh geboren", erklärte Finsterwalder, der vor mehr als sechs Jahren mit ihrem Debütspielfilm "Finsterworld" ein Überraschungserfolg gelungen war (lesen Sie hier die Kritik).

Wie schon bei ihrem Erstling schreibt sie nach Angaben des Verleihs auch an dem aktuellen Drehbuch mit ihrem Ehemann, dem Autor Christian Kracht. Der Autor ("Imperium", "Faserland") hatte zuletzt mit Poetik-Vorlesungen und Lesungen in Frankfurt für Aufsehen gesorgt. Damals hatte er öffentlich darüber gesprochen, dass er als Zwölfjähriger missbraucht worden war.

Aus der Perspektive von Sissis Hofdame Irma erzählt, wollen Finsterwalder und Kracht demnach eine Frau zeigen, die sich jahrelang ohne ihren Mann, nur von Frauen umgeben, auf Reisen durch ganz Europa wagt, sechs Sprachen beherrscht, Hochleistungssport treibt und mit ihrem freien Geist ganz und gar nicht in das enge Korsett des Wiener Hofes passt.

Die Dreharbeiten zu dem "feministischen Film mit Elementen der tiefschwarzen Komödie" sollen im Herbst 2020 beginnen.

brs



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