"Cinema for Peace" Filmreife Hilfe aus Berlin

Tim Robbins und Susan Sarandon gehören zu den großen Filmstars Hollywoods. Groß ist auch ihr Engagement für notleidende Menschen. Gestern fungierten die beiden Schauspieler als Veranstalter der Berliner Charity-Veranstaltung "Cinema for Peace" - und sammelten Geld für die Opfer der Tsunami-Katastrophe.

Berlin - Während die Berlinale gerade ihren 55. Geburtstag feiert, hat sich die Charity-Veranstaltung "Cinema for Peace" in nur vier Jahren zum unverzichtbaren gesellschaftlichen Bestandteil der Internationalen Filmfestspiele gemausert. Am Montagabend war es wieder soweit: Das Hollywood-Traumpaar Tim Robbins und Susan Sarandon - er berühmter Regisseur und Schauspieler, sie ebenfalls Oscar-Preisträgerin und nicht minder populär - war Veranstalter und Ehrengast der großen Gala im stilvollen Konzerthaus am Gendarmenmarkt.

Wer an diesem nass-kalten Winterabend in Berlin am roten Teppich modisch korrekt punkten wollte, der durfte nicht zimperlich sein. Die mit luftigen Abendroben und Sandaletten bekleideten Damen der Gesellschaft flüchteten meistens rasch ins Warme und legten erst dort für die Fotografen die verhüllenden Mäntel ab. Unter den 600 geladenen Gästen des Abends waren auch die Schauspielerinnen Katja Riemann, Iris Berben und Hannelore Elsner, der Sänger Bob Geldof, die Boxer Vitali und Wladimir Klitschko sowie der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (SPD).

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"Cinema for Peace": Filmreif helfen

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Doch die große Aufmerksamkeit der Gala galt Robbins und Sarandon. Als die "prominente Aktivistin für Menschenrechte", wie Moderator Ulrich Wickert Susan Sarandon ankündigte, auf die Bühne trat, gab es stürmischen Applaus. Die 58-jährige Schauspielerin ("Dead Man Walking", "Thelma & Louise") betonte, keine andere Stadt in Europa symbolisiere den Wandel im Verhältnis von Ost und West mehr als Berlin. Darum gebe es auch keinen besseren Platz für Filmschaffende, um für den Frieden zu streiten. Diese besondere Aufmerksamkeit müsse nun Afrika, dem vergessenen Kontinent, zukommen. "Das Kino hat auch die Aufgabe, auf Armut, Aids und die Bürgerkriege dort hinzuweisen", sagte sie.

Auch ihr Mann Tim Robbins ("Mystic River") appellierte an die Filmschaffenden, mehr Verantwortung für die Zustände in der Welt zu übernehmen. Bei der Berlinale gezeigte Filme wie "Hotel Rwanda" oder "Sophie Scholl" sprächen die Wahrheit aus und könnten beim Zuschauer mehr bewirken als staatsmännische Rhetorik, so Robbins. "Geschichtenerzähler können die Menschen scheinbar mehr beeinflussen als Politiker, darum haben die Republikaner in den USA auch solche Angst vor kritischen Filmen", sagte der seit Jahren gegen die Bush-Regierung streitende 46-jährige Regisseur.

Gastgeber der Gala waren in diesem Jahr die französische Schauspielerin Catherine Deneuve, Veronica Ferres und Schauspieler Christopher Lee, der sich bereits zum vierten Mal in den Dienst der Wohltätigkeit stellte. Mit rund einer Million Euro, die im Laufe des Abends an Einzel- und Firmenspenden zusammenkamen, sollen die Unicef-Projekte "Children Victims of Tsunami in Indonesia" sowie eine Kinderhilfsorganisation im Sudan unterstützt werden. Im Komitee der Gala 2005 engagierten sich wieder internationale Stars, unter anderen die Schauspielerinnen Nicole Kidman und Catherine Zeta-Jones sowie George Clooney.

Höhepunkt des Abends: die Verleihung des Filmpreises "Cinema for Peace Award" an den Film "Hotel Rwanda". Das Werk hat den blutigen Bürgerkrieg der Hutu und Tutsi in Ruanda vor zehn Jahren zum Thema. Damals starben vor den Augen der Weltöffentlichkeit rund eine Million Menschen. "Es ist wichtig, dass ein Film über Afrika diesen Preis bekommt", sagte Musiker Sir Bob Geldof, der die Auszeichnung an den Produzenten A. Kitman Ho überreichte. Er appellierte an die westlichen Staaten, namentlich auch an Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), sich Afrika gegenüber nicht mehr und mehr aus der Verantwortung zu ziehen.

Angelika Rausch, ddp

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