Frauen! Schwarze! Zwei Mal Avengers! Marvel kündigt neue Heldenfilme an

2016 kommt es zum Duell zwischen Captain America und Iron Man, und von den Avengers gibt ein zweigeteiltes Finale: Bei einem Fan-Event hat Marvel Studios jetzt auch seinen Terminplan für kommende Superhelden-Events im Kino enthüllt.

Getty Images

Los Angeles - Eigentlich wollte man den kompletten Terminplan für alle Heldenfilme bis 2020 schon im September auf der Comic-Con in San Diego vermelden, vor den jüngsten Ankündigungen der Konkurrenten von DC/Warner. Aber, sagte Studiochef Kevin Feige am Dienstagvormittag bei einem rund einstündigen Fan-Event in Los Angeles, man wollte erst abwarten, wie sich die "Guardians of the Galaxy" an der Kinokasse schlagen. Außerdem habe man noch nicht gewusst, wer im dritten "Captain America"-Film den afrikanischen Superhelden Black Panther spielen soll.

Beides ist nun geklärt: Die "Guardians" sind ein weltweiter Kassenknüller, und mit Chadwick Boseman ist auch ein vielversprechender Black-Panther-Darsteller gefunden. Boseman verkörpert aktuell James Brown in dem sehenswerten Biopic "Get on Up" und wird dafür sogar als Oscar-Kandidat gehandelt.

Black Panther soll eine Schlüsselrolle in "Captain America: Civil War" spielen, das die gleichnamige Comicreihe auf die Leinwand bringt. Anknüpfend an die Ereignisse in "Captain America: The Winter Soldier", geht Captain America, unzufrieden mit der politischen Entwicklung, in den Untergrund. Zu seinem ärgsten Widersacher wird dabei ausgerechnet sein ehemaliger Verbündeter, Avengers-Mitglied Iron Man. Dessen Darsteller Robert Downey Jr. lieferte sich beim Fan-Event schon mal einen launigen Schaukampf mit "Captain America" Chris Evans. "Civil War", gleichzeitig der Beginn der dritten Phase in der Entwicklung des Marvel Cinematic Universe, soll am 6. Mai 2016 ins Kino kommen.

Superblondine statt Spionin

Erstmals erhält auch eine weibliche Marvel-Heldin ihren eigenen Kinofilm. Entgegen den Erwartungen wird es nicht Scarlett Johansson als Avengers-Spionin Black Widow sein, sondern Carol Danvers alias Captain Marvel, eine blonde Heroine, die durch eine Manipulation mit außerirdischen Genen Superkräfte erhält und diese auf der Erde gegen diverse Schurken anwendet. Starttermin ist der 6. Juli 2018, die Hauptdarstellerin wurde noch nicht benannt.

Dafür gab es Neuigkeiten zur "Avengers"-Saga. Die dritte Episode trägt den Titel "Infinity War" und wird, wie zuletzt bei "Harry Potter" oder "Twilight" üblich, in zwei Teilen portioniert: Der erste läuft im Mai 2018 an, der zweite im Mai 2019. Hauptgegner der irdischen Helden-Allianz wird darin der in "Guardians of the Galaxy" eingeführte kosmische Supergauner Thanos sein.

Für 2018 plant Marvel zudem, eine gänzlich neue Figurenschar auf die Leinwand zu transportieren, die sogenannten Inhumans. Das mit diversen Fähigkeiten ausgestattete Volk, einst Versuchsobjekte der außerirdischen Kree, habe Potenzial, zur eigenen Franchise-Reihe zu werden, sagte Feige laut "Variety". Dutzende neue Charaktere würden 2018 im Marvel-Universum neu etabliert werden.

Bis dahin erhalten Marvel-Helden wie Ant Man (Juli 2015) und Dr. Strange (November 2016) eigene Filme. 2017 folgen "Black Panther", der dritte Thor-Film mit dem Titel "Ragnarok" sowie "Guardians of the Galaxy 2".

Ob, wie berichtet, tatsächlich "Sherlock"-Star Benedict Cumberbatch die Rolle des obersten Marvel-Magiers Stephen Strange übernimmt, wollte Feige am Dienstag nicht bestätigen. "Alles, was heute nicht enthüllt wurde, ist entweder nicht wahr oder bleibt ein Gerücht, bis es spruchreif ist", sagte der Studioboss dem Branchenblatt zufolge.

bor

insgesamt 26 Beiträge
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Seite 1
malte.b 29.10.2014
1. Rollenverschiebung
Die politisch und medial betriebene Infantilisierung der westlichen Gesellschaften (insbesondere deren Männer) schreitet wacker voran. Was früher im Kino hauptsächlich für Buben war, begeistert heute offenbar auch ausgewachsene Männer, die immer weniger Väter sind (sein dürfen). Traurig irgendwie.
cthulu81 29.10.2014
2.
Auch wenn es vielen vielleicht schon auf die Nerven geht das der Strom von Comicverfilmungen nicht versiegen will, aber ich finde es wunderbar das eine so geniale Story wie Civil War verfilmt werden soll...
unimatrix 29.10.2014
3.
Zitat von malte.bDie politisch und medial betriebene Infantilisierung der westlichen Gesellschaften (insbesondere deren Männer) schreitet wacker voran. Was früher im Kino hauptsächlich für Buben war, begeistert heute offenbar auch ausgewachsene Männer, die immer weniger Väter sind (sein dürfen). Traurig irgendwie.
Es ist in der Tat traurig, wenn man der Verbitterung Platz bietet und sich seiner jugendlichen Freuden entledigt! Scheinbar trauen Sie nur sich den Intellekt zu, zwischen Realität und Popcorn-Kino unterscheiden zu können. Selbst wenn ich dann schnee-weißes Haar habe hoffe ich, noch immer an dem ein oder anderen Klamauk teilhaben zu können. Während Sie vermutlich in Ihren beigen Klamotten am Flussufer sitzen und Tauben füttern. Weshalb ich nun nicht mehr Vater sein darf, oder kann, könnten Sie bei Gelegenheit mal näher ausbreiten. Ich halt's für Quatsch, wie die Marvel-Filme. Nur sind die wenigstens lustig ;)
Freifrau von Hase 29.10.2014
4. Elektra?
"Erstmals erhält auch eine weibliche Marvel-Heldin ihren eigenen Kinofilm." "Elektra" von 2005 mit Jennifer Garner in der Hauptrolle? Kommentar 1: Absolut Recht. Hollywood fällt nicht mehr viel ein offenbar...
harryford1942 29.10.2014
5. Phase 3
Guter Artikel, jedoch enthält er einen entscheidenen Fehler. "Civil War", also Captain America 3 wird nicht die nächste Phase für das MCU einleiten. "Ant-Man" wird der Startschuss für die Phase 3 sein, welcher dann auch nur 3 Monate nach dem nächsten Avengers Film in die Kinos kommen wird. "Civil War" wird jedoch die Storyline von "Captain America: The Winter Soldier" und auch die von Avengers 2 direkt fortsetzen.
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