Das Minutenprotokoll Oscar-Nacht verschlafen? Macht nichts!

Sie haben geschlafen, während die Stars in L.A. die begehrten Trophäen entgegennahmen? SPIEGEL ONLINE war live dabei. Mit dem Minutenprotokoll können Sie die Oscar-Nacht noch einmal im Schnelldurchlauf miterleben.

Von Daniel Haas


+++5.51 Uhr: Das war der SPIEGEL-ONLINE-Liveticker von den 80. Academy Awards. Zusammenfassungen und Analysen in Kürze.

+++5.46 Uhr: Die Coens sind kaum auf den Plätzen, da müssen sie schon wieder auf die Bühne: "No Country for Old Men" ist der beste Film dieser Oscar-Saison. Was man mit einem Mireille-Mathieu-Haarschnitt und einer guten Romanvorlage so alles schaffen kann.



+++5.42 Uhr: Die Hollywood-Wunderkinder Joel und Ethan Coen nehmen's leicht: den Regie-Oscar. Der zweite Preis des Abends. "Eigentlich spielen wir wie damals als Kinder immer noch in unserer Sandkasten-Ecke". Schön, dass auch ein bisschen Schotter dabei rumkommt.

+++5.31 Uhr: Läuft wie geschmiert, diese Karriere! Daniel Day-Lewis erhält den Hauptdarsteller-Oscar für seine Rolle als Ölbaron in "There Will Be Blood".

+++5.24 Uhr: Harrison Ford soll demnächst wieder als Indiana Jones zu sehen sein. Sein geriatrischer Charme wird die Zielgruppe 70 plus für den Blockbuster-.Markt erobern. Er verkündet den Gewinner des besten Originaldrehbuchs: Diablo Cody. eine Mischung aus Dita von Teese (Haare, Teint) und Amy Winehouse (Tattoos) bekommt den Preis für das Jugenddrama "Juno".

+++5.17 Uhr: Beste Dokumentation ist "Taxi to the Dark Side", ein Film über die brutalen Verhörtechniken der amerikanischen Dienste im Terrorkampf. "Manche Leute dachten, ich mache eine romantische Komödie", witzelt der prämierte Regisseur Alex Gibney. Humor im Angesicht des Schreckens.

+++5.13 Uhr: Irak-Kriegssoldaten, live zugeschaltet, präsentieren die Dokumentarfilm-Kurzfilm-Nominierten. Während der Präsentation kommt es zum Glück nicht zu Kampfhandlungen.

+++4.59 Uhr: Der Kamera-Oscar geht an: Robert Elswit für "There Will Be Blood".

+++4.52 Uhr: Bester Filmsong, präsentiert von John Travolta, dessen Haare, äh, Haube, äh Haare, also, die sehen so aus wie aus Gummi? Plaste? Wo waren wir? Filmsong: Gewonnen haben Glen Hansard und Partner für "Falling Slowly".

+++4.48 Uhr: Na zauberhaft: Schon wieder ein Song aus "Enchanted". Böser Spuk, das.

+++4.43 Uhr: Der Auslands-Oscar geht an Österreich! "Die Fälscher". Die großen Österreicher Billy Wilder und Otto Preminger schmunzeln vom ewigen Kino-Pantheon herab.

+++4.31 Uhr: Nicole Kidman hat merkwürdigen Glitter um den Hals. Lametta als Trendschmuck in Hollywood. Kalifornien. Man steckt halt nicht drin.

+++4.23 Uhr: Jack Nicholson präsentiert einen Rundblick durch 80 Jahre bester Film. Hierfür nimmt er sogar seine Brikett-große Sonnenbrille ab. Sein wölfisches Grinsen trägt er weiter.

+++4.09 Uhr: Erste Königs-, korrigiere, Königinnenkategorie: Beste Hauptdarstellerin. Marion Cotillard. Sie bedankt sich beim Leben und bei der Liebe. Frankreich-Klischees (l'amour, la vie etc.) stellen sich ein.

+++4.07 Uhr: Rekord! Soundmann Kevin O'Connell ("Transformers") wird zum 20. Mal bei den Oscars für die Tonmischung übergangen. Wie sich das anhört? Aaaaarrrgh!

+++4.01 Uhr: Moderator Jon Stewart: "Angelina Jolie kann heute Abend leider nicht bei uns sein. Schwierig an einem Oscar-Abend 17 Babysitter aufzutreiben."

+++3.54 Uhr: Der Song "How I Do I Know" aus der Filmromanze "Verzaubert" war schon im Kino unerträglich. Als Bühnenversion, gesungen von einer Frau, die aussieht wie Amanda Lear mit einer Überdosis Botox, ist er noch schlimmer. Viel viel schlimmer.

+++3.47 Uhr: Bestes adaptiertes Drehbuch für die Coen-Brüder. Die haben den düsteren Amerika-Roman "No Country for Old Men" von Cormac McCarthy für die Leinwand übersetzt. Beware of the Taschenbuchausgaben, demnächst in Ihrer Bahnhofsbuchhandlung.

+++3.44 Uhr: Jessica Alba hat irgendwelche Technik-Preise an irgendwelche alten Männer vergeben. Die erscheinen per Videoscreen. Speziell.

+++3.35 Uhr: Beste Nebendarstellerin: Tilda Swinton. "Ich habe einen amerikanischen Agenten, der sieht genauso aus wie der Oscar. Ich widme ihm diesen Preis. Und du, George Clooney, wie du Batman gespielt hast! Du rockst!". Sie haben halt Ironie, diese Briten.

+++3.22 Uhr: Hollywood-Problemkind Owen Wilson präsentiert den besten Kurzfilm. Machen wir's kurz: "Le Mozart des Pickpockets" gewinnt.

+++3.14 Uhr: Erster Darstellerpreis: Beste Nebenrolle männlich. Jennifer Hudson, selber Oscar-Preisträgerin aus "Dream Girls" gibt bekannt: Javier Bardem für seine Darstellung eines schlecht frisierten Killers in "No Country for Old Men".

+++3.10 Uhr: Oscar für Art Direction, präsentiert von Queen Elizabeth alias Bob Dylan alias Cate "Ich krieg ziemlich wahrscheinlich einen Oscar" Blanchett. Sieger: das Team von "Sweeney Todd". Francesca Lo Schavio hält den Preis umklammert wie einen Sektkelch, ihr Lächeln hat die Straffheit einer Gummimaske.

+++3.07 Uhr: Der Ex-Wrestler Dwayne Johnson sieht aus wie die Oscar-Statue auf Anabolika. Er präsentiert mit Bassbariton-Stimme den Special-Effects-Oscar. Der "Goldene Kompass" kriegt für seine Animationen von Knut-artigen Eisbäremonstern den Preis.

+++2.56 Uhr: Katherine Heigl präsentiert mit niedlicher Zitterstimme den Make-up-Oscar - und den holt sich "Le Visage en rose". Korrigiere: "La Vie en rose".



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