"Der Baader Meinhof Komplex" Promiandrang bei der Premiere

Getümmel auf dem Roten Teppich: Mit viel Prominenz aus Film und Fernsehen hat in München der heiß diskutierte Film "Der Baader Meinhof Komplex" seine Weltpremiere gefeiert.


München - Promigedränge vor dem Mathäser Filmpalast. Als Ehrengäste waren unter anderem geladen: Regisseur Uli Edel, Produzent und Drehbuchautor Bernd Eichinger und die Hauptdarsteller Moritz Bleibtreu, Martina Gedeck, Johanna Wokalek, Nadja Uhl und Bruno Ganz. Zudem Heino Ferch, Katharina Wackernagel, Nadja Uhl, Stipe Erceg.

Martina Gedeck und Moritz Bleibtreu: Im Film sind sie Ulrike Meinhof und Andreas Baader
DPA

Martina Gedeck und Moritz Bleibtreu: Im Film sind sie Ulrike Meinhof und Andreas Baader

Edel sagte, er erhoffe sich lebhafte Diskussionen auf einer neuen Ebene. "Der Film soll im Kopf des Zuschauers weiter gehen", sagte er. Gedeck, die im Film die Terroristin Ulrike Meinhof spielt, betonte: "Ich glaube, dass der Film zeigt, was es war - ein schreckliches Blutbad und eine Sackgasse."

Der Film beginnt mit den Studentenprotesten Ende der sechziger Jahre und endet mit der Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer 1977 auf dem Höhepunkt des Terrors im "Deutschen Herbst". Im Kino läuft er bundesweit am 25. September an.

Nach Ende der Uraufführung schwieg das Publikum zunächst betreten. Erst mehrere Minuten nach dem bedrückenden Filmende mit der Ermordung des Arbeitgeber-Präsidenten Hanns Martin Schleyer brandete erster Beifall auf. "Es war ein tougher Film zu machen, aber ich glaube, wir haben es ganz gut hingekriegt", sagte Eichinger im voll besetzten Kinosaal.

Der langjährige SPIEGEL-Chef Stefan Aust zeigte sich sehr angetan von der Verfilmung seines Buches. "Der Film ist wahnsinnig nah am Buch und damit auch sehr nah an der Realität", sagte er. Angst, mit dem Streifen über die Bluttaten der Roten Armee Fraktion (RAF) bei den Opfern und ihren Angehörigen alte Wunden aufzureißen, hat er aber nicht. "Ich glaube, dass wir gerade den Opfern in diesem Film gerecht werden, indem wir zeigen, was Terrorismus ist, wie er aussieht: dass sich Leute anmaßen, Typen in die Luft zu sprengen, und in Wirklichkeit trifft es reale Menschen."

Nach der Premiere des zweieinhalbstündigen Films waren die Gäste zu einem Empfang im Münchner Haus der Kunst geladen.

Der Film hatte bereits in den vergangenen Tagen für große Diskussionen gesorgt. Wenige Stunden vor der Premiere hatte German Films den Streifen als deutschen Kandidaten ins Rennen um den Oscar für den besten nichtenglischsprachigen Film geschickt .

Aufsehen hatte auch Regisseur Edel mit der Behauptung gesorgt, Ex-Terroristen hätten ihm die Namen der Mörder des früheren Arbeitgeber-Präsidenten Hanns Martin Schleyer verraten - und damit eines der letzten noch ungelösten Rätsel um die RAF.

ler/dpa/ddp



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