Deutsche Regie-Legende Werner Herzog wird Hollywood-Schurke

Berufswechsel mit 69: Deutschlands berühmter Regie-Beserker Werner Herzog ("Fitzcarraldo") wird erstmals in Hollywood für eine große Rolle vor der Kamera stehen - als Bösewicht neben Tom Cruise.
Werner Herzog: Den bösen Blick hat er schon drauf

Werner Herzog: Den bösen Blick hat er schon drauf

Foto: Eric Gaillard / REUTERS

Hamburg/Los Angeles - Er ist einer der wichtigsten und wagemutigsten deutschsprachigen Regisseure: Mit seinem Stamm-Schauspieler Klaus Kinski drehte Werner Herzog legendäre Abenteuerdramen wie "Aguirre, Zorn Gottes" (1972) oder "Cobra Verde" (1987).

Die Erfahrungen mit dem ständig im Wahn und jenseits der üblichen moralischen Kategorien agierenden Kinski könnten Herzog jetzt bei seinem neuesten Projekt zugute kommen: Wie der amerikanische Branchendienst "Daily Variety" berichtet, wird der 69-Jährige demnächst in dem Krimi "One Shot" an der Seite von Tom Cruise einen Gangster spielen.

In der Verfilmung von Lee Childs gleichnamigem Roman übernimmt Herzog die Rolle eines Ex-Kriegsgefangenen, der zur großen Nummer in der Unterwelt wird. Cruise verkörpert seinen Gegenspieler auf der anderen Seite des Gesetzes. Die Regie übernimmt Christopher McQuarrie ("Die üblichen Verdächtigen").

Für Herzog ist es die erste große Kinorolle. Nach seinen Anfängen beim Neuen Deutschen Film Ende der sechziger Jahre arbeitete er immer mehr international und ist in Hollywood zu einer eigenen Marke geworden. In der populären amerikanischen Zeichentrickserie "Die Simpsons" wurde er gar mit einem gezeichneten Gastauftritt geehrt, für den er selbst das Voice-over übernahm. Eine seiner letzten großen Produktionen war der Hardboiled-Krimi "Bad Lieutenant" (2009) - ebenfalls eine gute Vorübung für seinen Auftritt als Superschurke.

cbu
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