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18. April 2007, 16:32 Uhr

Deutscher Filmpreis

Ehrenpreis für Armin Mueller-Stahl

Von der DDR-Bühne nach Hollywood: Armin Mueller-Stahl hat für mehr als 100 Filme vor der Kamera gestanden. Seine Verdienste um den deutschen Film werden nun beim Deutschen Filmpreis gewürdigt.

Berlin - Bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises am 4. Mai wird der Schauspieler Armin Mueller-Stahl mit dem "Ehrenpreis" geehrt. Mueller-Stahls Karriere wurde "von den Problemen eines geteilten Landes, aber auch von dem intensiven Wunsch nach immer neuen Herausforderungen" geprägt, begründete der Präsident der Deutschen Filmakademie, Günter Rohrbach, die Entscheidung.

Schauspieler Mueller-Stahl: Ehrenpreis für seine Verdienste um den deutschen Film
DPA

Schauspieler Mueller-Stahl: Ehrenpreis für seine Verdienste um den deutschen Film

Mueller-Stahls Karriere begann in der ehemaligen DDR. Dort wurde der gebürtige Tilsiter fünf Mal hintereinander zum beliebtesten Schauspieler gekürt und mit dem Kunstpreis, dem Nationalpreis 2. Klasse und dem "Banner der Arbeit" ausgezeichnet. Er war der höchstbezahlte Schauspieler im Osten und drehte dort unter anderem die Filme "Nackt unter Wölfen" und "Fünf Patronenhülsen", außerdem stand er für die Fernserie "Das unsichtbare Visier" vor der Kamera.

Das änderte sich schlagartig, als Mueller-Stahl 1976 seine Unterschrift unter eine Protesterklärung gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann setzte. Die Rollenangebote blieben aus. 1980 verließ Mueller-Stahl die DDR, nachdem er drei Jahre um seine Ausreise gekämpft hatte. In der Bundesrepublik konnte er seine Karriere nahtlos fortsetzen. Mit Regisseur Rainer Werner Fassbinder arbeitete er 1981 für den Kinofilm "Lola", wo er einen "pedantischen Moralisten" spielte, zusammen und drehte im gleichen Jahr auch mit Nikolaus Schilling "Der Westen leuchtet". Im Alter von 60 Jahren gelang ihm sogar der Sprung nach Hollywood.

Der inzwischen 76-jährige Mueller-Stahl spielte insgesamt in mehr als 100 Filmen mit. 1996 wurde er für die beste Nebenrolle in "Shine" sogar für den Oscar nominiert. Unvergessen auch die eigenwillige Art, in der er vor einigen Jahren in dem mehrteiligen Fernsehfilm "Die Manns" den Schriftsteller Thomas Mann verkörperte. Im vergangenen Jahr beschloss Mueller-Stahl, nur noch wenige Filme zu drehen und sich ganz der Malerei zu widmen. "Ich spiele noch zwei, drei Rollen, dann sage ich der Schauspielerei Adieu. Ich muss nicht mehr mit hängender Zunge von einem Film zum nächsten rennen. Und ich muss auch niemandem mehr beweisen, dass ich noch gut im Geschäft bin", sagte er im vergangenen Herbst der "Bild am Sonntag".

Die Deutschen Filmpreise werden in 15 Kategorien vergeben, darunter für die besten Schauspieler, die beste Regie und die beste Filmmusik. Das ZDF strahlt die Verleihung am 4. Mai um 21.15 Uhr aus.

mzs/ddp/AP

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