Filmfestspiele in Cannes Diane Kruger als beste Schauspielerin geehrt

Die Deutsche Diane Kruger ist in Cannes als beste Schauspielerin ausgezeichnet worden. Sie wurde für ihre Leistung in Fatih Akins NSU-Drama "Aus dem Nichts" geehrt. Der Preis für den besten Film ging nach Schweden.
Filmfestspiele in Cannes: Diane Kruger als beste Schauspielerin geehrt

Filmfestspiele in Cannes: Diane Kruger als beste Schauspielerin geehrt

Foto: ALBERTO PIZZOLI/ AFP

Diane Kruger ist bei den Filmfestspielen in Cannes als beste Schauspielerin ausgezeichnet worden. Die Jury würdigte die Deutsche für ihre Leistung in Fatih Akins Film "Aus dem Nichts". Kruger hatte schon im Vorfeld als Favoritin gegolten.

Es war Krugers erste große Rolle in einer deutschen Produktion. In dem Drama spielt sie eine Mutter, deren kurdischstämmiger Mann und Sohn von Neonazis ermordet werden.

Die Goldene Palme gewann die schwedische Gesellschaftssatire "The Square" von Ruben Östlund. Als bester Schauspieler wurde der US-Amerikaner Joaquin Phoenix für seine Rolle in dem Thriller "You Were Never Really Here" geehrt. Die Auszeichnung für die beste Regieleistung ging an Sophia Coppola für ihr Remake des Films "Betrogen" ("The Beguiled").

Ins Rennen um die begehrte Goldene Palme gingen insgesamt 19 Spielfilme. Die Jury, die über die Vergabe des Hauptpreises und der anderen Auszeichnungen entschied, wurde in diesem Jahr vom spanischen Regisseur Pedro Almodóvar geleitet.

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Cannes 2017: Diane Kruger als beste Schauspielerin geehrt

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In den Nebenreihen, die den Wettbewerb in Cannes wie Parallelfestivals flankieren, waren die Preisträger zuvor bereits bekannt gegeben worden. In der offiziellen Nebenreihe "Un Certain Regard" gewann der Iraner Mohammad Rasoulof mit seinem Korruptionsdrama "Lerd" ("Ein Mann voller Integrität") den Hauptpreis. Schauspielerin Uma Thurman saß der Jury vor.

In der inoffiziellen Nebenreihe "Quinzaine des Réalisateurs", die vom französischen Regieverband organisiert wird, wurde die US-Amerikanerin Chloé Zaho für ihren gefeierten Film "The Rider" mit dem Art Cinema Award geehrt. Das Werk handelt von einem Rodeoreiter, der nach einer Verletzung sein Leben neu beginnen muss. Bei der Kritikerreihe "Semaine de la critique" ging der Hauptpreis an das im Kongo spielende Drama "Makala" des Franzosen Emmanuel Gras.

Der internationale Kritikerverband Fipresci wählte als besten Film des Wettbewerbs das Aids-Drama "120 battements par minute" aus. Die Wahl des Kritikerverbands und der offiziellen Jury decken sich oft nicht, im Vorjahr ehrten die Kritiker "Toni Erdmann", während die Jury Maren Ades Film ignorierte. Dafür hat der Verband ein gutes Gespür für Filme, die später bei den Oscars berücksichtigt werden. Dass "BPM", so der Kurztitel, für Frankreich ins Oscar-Rennen für den besten fremdsprachigen Film gehen und dort auch gute Chancen haben wird, kann deshalb als sicher gelten.

asa/dpa/AFP