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Box-Office-Charts: Locker aus dem "Twilight"-Schatten

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Box Office "The Hunger Games" legt Rekordstart hin

Sensationell: Der Bestseller-Verfilmung "Die Tribute von Panem - The Hunger Games" gelang in den USA das dritterfolgreichste Startwochenende aller Zeiten. In Deutschland hatte der Fantasyhit aber harte Konkurrenz: das Frühlingswetter.

Los Angeles/Hamburg - "Wir genießen es einfach", sagte David Spitz von der Produktionsfirma Lionsgate: "So ein Start einer Filmreihe ist unglaublich. Er hat unsere Erwartungen weit übertroffen." Bevor "The Hunger Games" in die Kinos kam, galt die erste Verfilmung eines der Bestsellerromane von Suzanne Collins, die in Deutschland als "Die Tribute von Panem" erschienen sind, als Nachfolger der bei Teenagern populären "Twilight"-Reihe.

Doch das Startwochenende von "The Hunger Games" hat "Twilight" deutlich in den Schatten gestellt: Mit 155 Millionen Dollar spielte der Fantasyfilm an seinen ersten drei Tagen mehr als doppelt so viel ein wie der erste "Twilight"-Film. Damit nicht genug: "The Hunger Games" ist nach Umsatzzahlen der dritterfolgreichste Film aller Zeiten, nur das "Harry Potter"-Finale (169,2 Millionen Dollar) und der Batman-Film "The Dark Knight" (158,4 Millionen Dollar) brachten an ihren Startwochenenden mehr Geld in die Kinokassen.

Das bedeutet, dass "The Hunger Games" nun den Rekord für einen Film hält, der keine Fortsetzung einer Reihe ist. Zudem war noch nie ein Film im Frühjahr so erfolgreich gestartet - die Blockbuster-Hauptsaison ist sonst im Sommer und vor Weihnachten. Bisher hielt "Alice im Wunderland" die Bestmarke für den stärksten März-Start.

Der Film, in dem ein diktatorisches Regime die Menschen zwingt, bei den sogenannten Hungerspielen bis zum Tod gegeneinander zu kämpfen, hat gegenüber der "Twilight"-Reihe den Vorzug, dass er über die Kernzielgruppe der weiblichen Teenager hinaus ein Publikum anspricht. Während die "Twilight"-Filme bis zu 80 Prozent weibliche Zuschauer hatten, waren es bei "The Hunger Games" laut Verleihangaben 61 Prozent; 56 Prozent des Publikums war 25 Jahre alt und älter.

Für Lionsgate besonders erfreulich: Es gibt noch zwei weitere Romane in der "Hunger Games"-Reihe, insgesamt wurden von der Trilogie laut "New York Times" in den USA 24 Millionen Exemplare verkauft. Der zweite Teil der Verfilmungen, "Catching Fire", soll im November 2013 in die Kinos kommen, das dritte Buch soll dann - nach dem Vorbild von "Harry Potter" - in zwei Teilen verfilmt werden.

International konnte "The Hunger Games" allerdings bisher noch nicht ganz mit den US-Startergebnissen mithalten. Mit 59,3 Millionen Dollar Umsatz in 67 Ländern spielte der Film mit Jennifer Lawrence in der Hauptrolle sogar weniger ein als der allseits als Branchenfiasko gehandelte Science-Fiction-Film "John Carter" an seinem ersten Wochenende.

So war auch in Deutschland "Die Tribute von Panem - The Hunger Games" zwar die klare Nummer eins in den Kinocharts, wie das Branchenblatt "Blickpunkt:Film" berichtet - doch die Zahl von 390.000 Besuchern ist nicht so gigantisch; in der Vorwoche war die deutsche Komödie "Türkisch für Anfänger" mit nur 20.000 Zuschauern weniger gestartet.

Allerdings muss man auch berücksichtigen, dass mit insgesamt 1,2 Millionen verkauften Tickets das Wochenende das bisher zuschauerschwächste des Jahres war. In Anbetracht der derzeit laufenden populären Filme drängt sich da natürlich die Erklärung auf, dass die Menschen in Deutschland lieber das sonnige Frühlingswetter genossen, als ins Kino zu gehen.

Auf Platz zwei der deutschen Kinocharts steht mit 275.000 Zuschauern die Nummer eins der Vorwoche, "Türkisch für Anfänger", die damit als erster deutscher Film des Jahres bald die Zuschauermillion erreichen könnte. Der Dauerbrenner "Ziemlich beste Freunde" brachte noch einmal 135.000 Zuschauer ins Kino, während "John Carter" mit 56.000 Zuschauern auf Platz vier landete. Fünfter der deutschen Kinocharts: "Best Exotic Marigold Hotel" mit 50.000 Besuchern.

feb/AP/Reuters/dpa
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