Diskussion um Filmförderung Monika Grütters kritisiert neue Leitlinien

Die Staatsministerin für Kultur und Medien spricht deutliche Worte: Monika Grütters hält nichts von der Neuausrichtung eines Teils der Filmförderung. Sie wirbt für den kulturell anspruchsvollen Film.
Monika Grütters

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Foto: Britta Pedersen/ dpa

In dieser Eindeutigkeit hätte man Monika Grütters' Positionierung in der Diskussion um die Filmförderung in Deutschland nicht erwartet. In einer Pressemitteilung lässt die Staatsministerin für Kultur und Medien wissen, dass sie eine Ausrichtung der Filmförderung der Filmförderanstalt (FFA) an rein wirtschaftlichen Kriterien für falsch hält: Die Verantwortung zur Förderung des kulturell anspruchsvollen Films gelte für alle Förderer, so Grütters.

Anlass für die klaren Worte sind die neuen Leitlinien der FFA, die diese am 13. Juni verabschiedet hatte. Darin wird festgehalten, dass das Ziel die Förderung höher budgetierter und "qualitativ anspruchsvoller Spitzenfilme" sei. Konkret bedeutet das, dass die FFA nur noch Filme mit einem Mindestbudget von 2,5 Millionen Euro und einem Potential von mindestens 250.000 Zuschauern fördern will.

"Ein solcher Förderansatz wird dem deutschen Kinofilm als Kultur- und Wirtschaftsgut in seiner Vielfalt nicht gerecht und ist kulturpolitisch auch nicht geboten", schreibt Grütters. Auch ein deutscher Film, dem weniger als 250.000 Zuschauer zugetraut würden, könne sowohl ein kultureller als auch ein wirtschaftlich erfolgreicher Film sein. Schon zuvor war Kritik an den neuen Leitlinien laut geworden. Die Produzentin Meike Kordes von der deutschen Produzentenallianzhatte sie als "filmpolitisches Harakiri"  bezeichnet.

Keine "verlorenen Zuschüsse"

Zum Hintergrund: Filmförderung in Deutschland speist sich aus vielen verschiedenen Töpfen. Auf Bundesebene fördern neben der FFA auch Grütters' Ministerium und das Wirtschaftsministerium. Die Bundesländer legen eigene Fonds auf, dazu kommt die Filmförderung auf europäischer Ebene.

Eine Anfang 2017 vom Wirtschaftsministerium in Auftrag gegebene Studie bestätigte die wirtschaftliche Bedeutung der deutschen Filmwirtschaft.  Im untersuchten Zeitraum 2014 belief sich deren Produktionswert auf 24,5 Milliarden Euro. Die Studie schreibt auch, bei der Anreizförderung handele es sich nicht um "verlorene Zuschüsse", sondern um Investitionen mit Rendite in die Volkswirtschaft.

Monika Grütters beharrt jedoch darauf, dass Film jenseits seiner wirtschaftlichen Bedeutung vor allem eine kulturelle Funktion erfülle. So schreibt sie: "Die massive Aufstockung der kulturellen Filmförderung in meinem Etat um zusätzliche 15 Mio. Euro jährlich soll dazu dienen, ein Mehr an kreativer Unabhängigkeit zu gewährleisten und kulturell anspruchsvolle, innovative und auch experimentelle Filme noch besser zu fördern. Ziel war und ist es nicht, einen Ausstieg der FFA aus diesem Fördersegment zu kompensieren."

kae

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