"Lord of the Toys" Umstrittener Film gewinnt Hauptpreis im deutschen Wettbewerb

Die Dok.Leipzig verleiht dem Dokumentarfilm "Lord of the Toys" die "Goldene Taube". Der Film porträtiert Dresdener YouTuber, die sich offen rassistisch, sexistisch und antisemitisch äußern und wird dafür kritisiert.
Dok.Leipzig

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Foto: Sebastian Kahnert/ dpa

Bei dem 62. Festival für Dokumentar- und Animationsfilm in Leipzig (Dok.Leipzig) ging der Hauptpreis im deutschen Wettbewerb in diesem Jahr an Pablo Ben Yakov für den umstrittenen Film "Lord of the Toys".

Der Dokumentarfilm portraitiert eine Gruppe von Dresdner YouTubern, die sich offen rassistisch, sexistisch und antisemitisch äußern. Bereits die Präsentation des Filmes hatte das Festival zu einer Stellungnahme genötigt: "Lord of the Toys" wird Affirmation gegenüber den Porträtierten vorgeworfen.

Festivalleiterin Leena Pasanen äußerte sich zu den Vorwürfen in einer Pressemitteilung: "Wir teilen nicht die Haltung, dass dieser Film affirmativ ist. Mit seinen präzisen Beobachtungen und einer kritischen Einordnung legt er eine Jugendkultur und deren erschreckende Sprache offen", erklärte sie.

Das linke Aktionsbündnis "Leipzig nimmt Platz" kritisierte den Film dafür, dass "unter anderem Akteure der rechten Szene unreflektiert gezeigt werden" und rief zum Protest auf. Letztendlich sei es zu der Filmvorführung am Mittwochabend ruhig im Kino geblieben, berichtete die "Leipziger Volkszeitung" ("LVZ") .

Eine Frau aus dem Publikum habe aber gefragt, warum ein Film gedreht und gezeigt worden sei, in dem rassistische, sexistische und antisemitische Sprüche zu hören seien, berichtete die "LVZ" weiter. "Aufgrund der engen zeitlichen Abläufe" habe keine ausführlichere Diskussion stattfinden können, teilte die Dok.Leipzig mit. Es seien aber weitere Gespräche mit den Filmemachern geplant.

Die Preisverleihung begründete die Dok.Leipzig damit, dass der Film "smart, differenziert, extrem mutig und von einer schmerzhaften politischen Brisanz ist". Bereits im letzten Jahr musste sich das Festival für die Schau des Pegida-Films "Montags in Dresden" rechtfertigen.

mal
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