"Drachenzähmen leicht gemacht 2" Ohne Zahn und ohne Herz

Drachen, die den Himmel verdunkeln. Düstere Wikingerschiffe. Und der Kampf zwischen zwei Arten: Der zweite Teil von "Drachenzähmen leicht gemacht" wartet mit sagenhaften Animationen auf - aber ohne Herz.
Von Michael Ranze
"Drachenzähmen leicht gemacht 2": Ohne Zahn und ohne Herz

"Drachenzähmen leicht gemacht 2": Ohne Zahn und ohne Herz

Foto: 20th Century Fox

Drachen fliegen und speien Feuer, einige von ihnen sind riesengroß und haben einen starken Willen. Oft sind Drachen auch böse: In der Mythologie tauchen sie als dämonische Urmacht und als Sinnbild des Chaos auf, als Gegenspieler Gottes und als Vorreiter der Apokalypse. Gnadenlose Drachentöter, so wie Siegfried, genossen ein hohes Ansehen bei den Menschen.

In dem Animationsfilm "Drachenzähmen leicht gemacht" (2010) ist alles anders. Unversöhnliche Feinde finden hier zusammen: Der Wikingerjunge Hicks und der Drache Ohnezahn freunden sich an und beweisen, dass es keinen Grund gibt, sich gegenseitig umzubringen. In der Fortsetzung ist aus Hicks, dem Wikinger ein junger Mann mit Bartflaum geworden, der mit Ohnezahn lieber die Welt erkunden will, als eine Familie zu gründen, wie es sich sein Vater wünscht. Bei einem ihrer Ausflüge, findet Hicks heraus, dass sich eine fremde, riesige Drachenarmee zum Kampf gegen die Menschen formiert. Allerdings nur, weil die Drachen von Wikinger-Eroberer Drago versklavt wurden. Mithilfe eines von Drago kontrollierten Alpha-Monsters kann er alle Drachen zu willenlosen Kampfmaschinen machen. Doch ein mysteriöser Reiter kommt Hicks zu Hilfe.

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Animationsfilm: Drachen machen Sachen

Foto: 20th Century Fox

Erzählte der erste Film noch eine friedliche Geschichte ohne einen einzigen wirklichen Bösewicht, räumt Regisseur und Autor Dean DeBlois ("Lilo & Stitch", 2002) Schreckensbildern einen größeren Raum ein. So lässt er etwa unzählige Wikingerschiffe auf feuerspeiende Drachen treffen, die den Himmel verdunkeln. Es sind kalte Bilder. Hier geht es um Macht, Herrschaft und die gewaltsame Vertreibung des Fremden. Für einen Kinderfilm sind diese Querverstrebungen zu grausam.

DeBlois überlädt den Film zudem mit Pathos. Am Anfang funktioniert das noch ganz gut: Allein die Menge an fantasievoll kreierten Drachen überzeugt, hinzu kommen schwindelerregende Rundflüge in 3D. Doch insgesamt erschlägt den Zuschauer das Übermaß an visuellen Attraktionen einfach nur.

Die Nebenhandlung, in der Hicks auf seine Mutter trifft, wirkt dabei seltsam emotionslos. Von Humor und Spaß fehlt diesmal zudem fast jede Spur. Keine ironischen Witze, keine geistreichen Dialoge. Kein Herz.


"Drachenzähmen leicht gemacht 2", Start: 24.7. Regie: Dean DeBlois.

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