Fotostrecke

DVD-Start "Drei Männer im Schnee": Comeback für Frau Kunkel

Foto: MFA+ FilmDistribution

DVD-Start "Drei Männer im Schnee" Comeback für Frau Kunkel

Viel zu lange war der deutsche Schwarzweiß-Klassiker "Drei Männer im Schnee" nach Erich Kästner nicht auf DVD erhältlich. Jetzt ist der Versorgungsengpass überwunden.

Noch vor einem Jahr verklagte eine empörte Lübeckerin einen Online-Händler, weil er ihr für viel Geld nur eine Raubkopie von "Drei Männer In Schnee" angedreht hatte. Und noch immer werden "originale" VHS-Kassetten dieser betagten Komödie für bis zu 69 Euro ("selbstverständlich in der gelben Original-Hülle") bei Amazon angeboten. Und es ist gar nicht so lange her, dass ausgeleierte "Drei Männer Im Schnee"-Video-Kassetten sogar für bis zu 200 Euro den Besitzer wechselten. Kein Wunder: Die Nachfrage nach diesem Klassiker der deutschsprachigen Fernsehunterhaltung ist gewaltig, und das offizielle Angebot lag viel zu lange bei Null.

Seit Dezember hat sich die Lage entspannt: Zur Freude vieler Nostalgiker und Filmfreunde ist die Kästner-Verfilmung "Drei Männer im Schnee" aus dem Jahr 1955 nun endlich auf DVD und Blu-ray verfügbar. So schließt sich eine weitere Lücke in der Liste populärer Filme, die rätselhafterweise nicht auf DVD zu haben sind. Seit Jahren debattierten Menschen in Online-Foren aufgeregt, was um Gottes Willen der Grund für den "Drei Männer im Schnee"-Versorgungsengpass sein könnte.

Aufwärmen vergangener Festtagsgefühle

Dinner

Auch das Fernsehprogramm bot aus diesem Notstand keinen Ausweg mehr: Bundesbürger über 40 - die sich an analoge Zeiten erinnern, in denen man die TV-Kanäle noch an einer Hand abzählen konnte - wussten, dass sie früher zuverlässig zu den Jahresendfesttagen mit bestimmten Klassikern rechnen durften: " For One" zu Silvester, und zu Weihnachten "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel", "Wir sind keine Engel", "Ist das Leben nicht schön" und "Drei Männer im Schnee". In den letzten Wochen fand man davon nur noch die britische Silvester-Groteske um den versoffenen Butler und auf allen Kanälen das osteuropäische Märchen um ein keckes Aschenbrödel. "Drei Männer im Schnee" war auch 2010 im Fernsehen ersatzlos gestrichen.

Erich-Kästner

Nun können sentimentale Romantiker vergangene Festtagsgefühle mit der DVD aufwärmen, und die Neuauflage belegt, dass Kurt Hoffmanns Verfilmung des alten -Romans (das Drehbuch schrieb ebenfalls Kästner) ihrem tollen Ruf tatsächlich gerecht wird. Die in Schwarzweiß gefilmte Verwechslungskomödie vom schrulligen Millionär Geheimrat Schlüter (Paul Dahlke), der als armer Schlucker verkleidet in einem teuren Ski-Hotel die Menschen studieren will, hat auch in diesem Jahrtausend nichts von ihrem unbefangenen Charme verloren.

Im Gegenteil: In unseren volldigitalisierten Zeiten hat so ein Märchen mit Happy End und tollen Figuren wie der Hausdame Frau Kunkel (Margarete Haagen) und ganz besonders dem Diener und vermeintlichen Schifffahrtlinien-Eigentümer Johann Kesselhut (Günther Lüders) eine ungemein entspannende Wirkung.

Aber weil das Internet auch Heimat aller Nöler und Nörgler ist, klagen nun manche Käufer der "Drei Männer im Schnee"-DVD dass die Bildqualität des Films lausig sei, was Quatsch ist. Bedauerlich ist allein das Fehlen jeglicher Extras. Aber die kommen dann wohl in 100 Jahren in der Jubiläums-Edition.