Neue DVD-Tipps des Monats Belgischer Horror, brillanter Lynch

Wovor fürchtet sich das Mädchen? Warum sieht Sienna Miller aus wie Heidi Klum? In seiner Video-Kolumne stellt Benjamin Maack neue DVD-Juwelen vor. Diesen Monat: den Horrorfilm "Amer", die Literaturverfilmung "Ein verhängnisvoller Sommer" - und eine Box-gewordene Kunstsammlung von David Lynch.


Worum geht's?

Willkommen im Kopf eines kleinen Mädchens! Das Langfilmdebüt der belgischen Regisseure Hélène Cattet und Bruno Forzani beginnt mit 20 Minuten nervenfetzendem Horror - und verwandelt sich überraschend in etwas ganz anderes. Was genau? Wird nicht verraten.

Welche Info passte nicht mehr in unser Video?

Wie souverän "Amer" die Kniffe des Horrorgenres beherrscht und gleichzeitig von Regiegroßmeistern wie Kenneth Anger ("Scorpio Rising", "Inauguration of the Pleasure Dome") und Henri-Georges Clouzot ("Lohn der Angst", "Die Teuflischen") inspiriert ist.

Und was ist das Beste am Film?

Endlich benutzt mal jemand die Spezialeffekte, die Clouzot für seinen nie vollendeten Film "Die Hölle" mit Romy Schneider entwickelt hat. Mit irren Farbspielen wollte der französische Regisseur den fortschreitenden Wahnsinn seiner Protagonistin inszenieren. Bei "Amer" klappt das wunderbar. Nur nebenbei: Die Doku über die Nicht-Entstehung von "Die Hölle" ist auch ein heißer Tipp.

Worum geht's?

Drei junge Erwachsene erleben einen Sommer lang wilde Abenteuer in Pittsburgh.

Welche Info passte nicht mehr in unser Video?

Das Loblied auf die grandiose Besetzung: Nick Nolte spielt einen heiser flüsternden Gangster-Daddy. Mena Suvari ("American Beauty", "American Pie") ist herrlich als traurig-nervige Ex-Freundin. Sienna Miller gibt die geheimnisvolle Blondine im Liebesdreieck und sieht dabei komischerweise aus wie eine jüngere, schlampigere Version von Heidi Klum. Und dann ist da natürlich der ewig nebenrollenbesetzte Peter Sarsgaard, der wieder einmal alle an die Wand spielt.

Und was ist das Beste an dem Film?

Dass er genauso gut ist wie seine literarische Vorlage. Welche das ist? Siehe Video!

Worum geht's?

In "Eraserhead"? Na ja... um... einen alleinerziehenden Vater mit Elektroschockfrisur, der einen Alptraum in Schwarzweiß durchlebt?

Welche Info passte nicht mehr in unser Video?

Dass Benjamin Maack David Lynch von Herzen verehrt, "Wild At Heart" zu seinen absoluten Lieblingsfilmen gehört und er "Twin Peaks" nach wie vor für die großartigste Serie der Welt hält.

Und was ist das Beste an der Box?

"David Lynch 5" ist eine DVD-Box-gewordene Kunstsammlung. Sie zeigt den Filmemacher als wilden, mit scharfem Witz ausgestatteten Allround-Artisten.



insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
molesman 23.03.2012
1. Eure hippig flippige Art der Rezension...
ist aufgesetzt, krampfhaft und macht keine Lust die Tipps zu lesen. Lasst die Filme farbig wild und grotesk sein und klebt dieses Image nicht einer so normalen Sparte wie DVD Tipps auf. Wäre mir lieber. Ein Museum hat auch einfarbige Wände, damit man sich auf das Wichtige konzentrieren kann. Danke.
Pat-Riot 23.03.2012
2. Brillante Technik, Ausführung ein Horror
Zitat von molesmanist aufgesetzt, krampfhaft und macht keine Lust die Tipps zu lesen. Lasst die Filme farbig wild und grotesk sein und klebt dieses Image nicht einer so normalen Sparte wie DVD Tipps auf. Wäre mir lieber. Ein Museum hat auch einfarbige Wände, damit man sich auf das Wichtige konzentrieren kann. Danke.
Das ist der Fluch der billigen technologischen Möglichkeiten für Jedermann: der unaufhaltsame Vormarsch von Dilettantismus im Journalismus. Infotainment ohne Infos - und unterhaltsam ist es höchstens für die sich eitel selbstbespiegelnden Macher. ("Guck mal, ich bin im Video") Es dauert nicht mehr lange, dann gibt es mehr Sender als Empfänger. Gottschalk ist da schon auf der richtigen Spur.
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