"Spiel mir das Lied vom Tod"-Komponist Ennio Morricone ist tot

Er arbeitete mit Sergio Leone und Quentin Tarantino, bewegte sich zwischen Maultrommel und großem Orchester: Der italienische Komponist Ennio Morricone war berühmt für seine Filmmusik. Jetzt ist er im Alter von 91 Jahren gestorben.
Ennio Morricone

Ennio Morricone

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Mike Blake/ REUTERS

Der für seine Filmmusiken berühmte italienische Komponist Ennio Morricone ist tot. Er sei im Alter von 91 Jahren in der Nacht zu Montag gestorben, bestätigte ein Anwalt der Familie der Deutschen Presse-Agentur in Rom.

Morricone wurde 1928 in Rom geboren und hat die Musik für über 400 Filme geschrieben. Berühmt wurde er für seine Zusammenarbeit mit dem Regisseur Sergio Leone, mit dem er Spaghetti-Western wie "Spiel mir das Lied vom Tod" oder "Zwei glorreiche Halunken" machte.

Morricone arbeitete in fast allen Filmgenres, von Horror bis Komödie. Manche seiner Melodien sind vielleicht sogar bekannter geworden als die Filme selbst. Das "absichtlich etwas schiefe Mundharmonikaspiel" und die "sägende E-Gitarre", wie Morricone es selbst einmal nannte, wurden zeitweise zu seinem Markenzeichen.

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Seine erste Komposition schrieb er für die Kriegskomödie "Zwei in einem Stiefel" aus dem Jahr 1961. Über 50 Jahre prägte Morricone damit die Musik der Filmwelt - einer seiner letzten großen Auftritte war die Zusammenarbeit mit Quentin Tarantino. Für "Django Unchained" schrieb er 2012 den Soundtrack. 2016 arbeitete er abermals mit Tarantino zusammen und erhielt für die Kompositionen zu "The Hateful Eight" einen Oscar in der Kategorie "Beste Filmmusik". 2006 hatte Morricone bereits den Oscar für sein Lebenswerk erhalten.

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Ennio Morricone: Sag niemals Spaghetti-Western

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Morricone komponierte aber nicht nur für große Blockbusterfilme, sondern schrieb auch avantgardistische Musik jenseits von Soundtracks. In einem Interview mit dem SPIEGEL sagte Morricone einmal, gefragt nach dem Motiv für seine unermüdliche Arbeit: "Aber der Hauptgrund ist die Liebe, die ich für die Musik empfinde. Deswegen komponiere ich auch heute noch mit 85 Jahren. Wird mir viel Zeit gegeben, nehme ich sie mir. Wird mir nur wenig Zeit gelassen, arbeite ich schneller. Zur Not arbeite ich ganze Nächte durch."

Ennio Morricone starb mit 91 Jahren in Rom.

xvc/dpa/rt
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