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Ernest Borgnine: Legende auf Bildschirm und Leinwand

Foto: Chris Pizzello/ AP

Schauspiellegende Ernest Borgnine ist tot

Er begann seine Karriere am Broadway, trat später in zahlreichen Fernsehfilmen auf und schaffte schließlich den Sprung nach Hollywood: Nun ist Oscargewinner Ernest Borgnine im Alter von 95 Jahren gestorben. Das Geheimnis seines langen Lebens hatte er bereits vor einiger Zeit verraten.

New York - Schauspieler Ernest Borgnine ist tot. Der Oscarpreisträger starb nach Angaben seines Sprechers am Sonntag im Alter von 95 Jahren an Nierenversagen. Seine Familie sei bei ihm in Los Angeles gewesen.

Einen seiner letzten Auftritte hatte er Anfang des Jahres: Das Studio Paramount hatte zum 100. Jubiläum mehr als hundert Schauspiellegenden versammelt, darunter auch Borgnine. Er war der zweitälteste nach Kirk Douglas.

Borgnine kam erst spät zur Schauspielerei. 1917 geboren, ging er als junger Mann zunächst zur Marine - und blieb zehn Jahre. Für nichts in der Welt würde er diese Zeit eintauschen, hat er später einmal gesagt. "Die Marine hat mich zum Mann geformt."

Erst 1945 quittierte Borgnine den Dienst und besuchte anschließend in Hartford die Randall Schule für dramatische Kunst. Er trat am New Yorker Broadway auf und ging 1950 mit einer amerikanischen Theatertruppe auf eine Europa-Tournee. Danach spielte er wieder am Broadway und im Fernsehen. Seine Spezialität: abstoßende, harte, gefühllose Männer.

Der Durchbruch gelang ihm 1953 mit der Rolle eines Marinesoldaten, ausgerechnet. Borgnine spielte Sergeant Fatso Judson in dem Pearl-Harbor-Drama "Verdammt in alle Ewigkeit" . Zwei Jahre später trat er dann in dem Film "Marty" auf. Nicht als Fiesling oder Draufgänger, sondern als gutmütiger Fleischergeselle, der mit Mitte 30 noch bei seiner Mutter wohnt. Für diese Leistung bekam er den Oscar als bester Schauspieler. Er hatte - so spottete er später selbstironisch über die Preisverleihung - kaum ernsthafte Konkurrenz: Nur James Dean, Frank Sinatra, Spencer Tracy und James Cagney waren außer ihm nominiert.

Jüngere Zuschauer kennen Borgnine als "Dominic Santini" in der Achtziger-Jahre-Serie "Airwolf". Im Superhubschrauber saß er als väterlicher Freund und Waffentechniker hinter Pilot "Huckleberry" Hawke, gespielt von Jan-Michael Vincent. Und auch die jüngsten haben von ihm zumindest gehört: In der Originalversion der Trickfilmserie "SpongeBob Schwammkopf" sprach er den dicken "Mermaid Man".

Borgnine wurde oft gefragt, was das Geheimnis seines langen Lebens und seiner Kraft sei. Als er 91 war, wollte er sein Geheimnis in einer Talkshow zunächst nicht verraten. Dann beugte er sich aber doch vor und flüsterte dem Gastgeber in Ohr und Mikrofon: "Ich masturbiere viel."

aar/dpa/dapd
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