Filmzensur in Marokko Protest gegen "Exodus"-Verbot

"Lächerlich und irrational": In Marokko formiert sich Widerstand gegen die Zensur von Ridley Scotts Bibel-Epos "Exodus".

Twentieth Century Fox

Hamburg - Am Samstag hatte die marokkanische Filmkommission einen Brief an alle Kinos im Land geschickt und darüber informiert, dass das Bibel-Epos "Exodus" von Ridley Scott nicht gezeigt werden darf. Gegen dieses Verbot kommt nun aus verschiedenen Ecken Widerstand.

Abderrahman Tazi, der Vorsitzende des Verbandes marokkanischer Filmemacher, nannte die Maßnahme "lächerlich und irrational". Außerdem fürchte er um die negativen Wirkung der Zensur außerhalb des Landes; sie würde ausländische Filmemacher entmutigen, in Marokko zu drehen.

Auch die sozialistische Partei, ein Koalitionspartner der regierenden islamistischen Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung, kritisierte das Verbot. Es sei "sonderbar und unverständlich" und beschädige das Bild Marokkos im Ausland.

Hintergrund: Das nordafrikanische Land hat sich zu einem wichtigen Drehort für große US-amerikanische und europäische Filmproduktionen entwickelt. Ironischerweise wurde hier auch Ridley Scotts Kreuzritter-Spektakel "Königreich der Himmel" gedreht.

Scotts "Exodus" zeigt den Auszug Moses und der von ihm geführten Israeliten aus Ägypten, wie ihn die jüdisch-christliche Überlieferung schildert. Als Prophet wird Moses allerdings auch im Jahrhunderte später entstandenen Islam verehrt.

Erst hatten die Behörden in Marokko und Ägypten den Kinostart in ihren Ländern untersagt - das ägyptische Kulturministerium sprach von "Geschichtsfälschung" -, am Dienstag zogen die Vereinigten Arabischen Emirate nach. Weitere muslimisch geprägte Länder könnten dem Beispiel folgen.

cbu/AP




TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.