Fan-Reaktionen "Zu viel Kitsch"

Das Publikum der Berliner Mitternachtspremiere von "Star Wars: Episode II" reagierte mit gemischten Gefühlen auf den "Angriff der Klonkrieger": Während sich Hardcore-Fans begeistert zeigten, bemängelten viele das Übermaß an Digital-Effekten, andere schmunzelten über Kitsch und Klischees.


Aufmarsch der Hardcore-Fans: Oliver Guenther aus Münster reiste für die "Star Wars"-Premiere nach Berlin und verkleidete sich als imperialer Stormtrooper
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Aufmarsch der Hardcore-Fans: Oliver Guenther aus Münster reiste für die "Star Wars"-Premiere nach Berlin und verkleidete sich als imperialer Stormtrooper

Berlin - "Genial. Uns gehen die Superlative aus. Der (Film) steht jetzt erst mal in der Luft und muss analysiert werden", da ist sich Zeitsoldat Björn Korthof, 23, aus Lippstadt mit seinen Freunden vor dem Cinemaxx-Filmtheater am Potsdamer Platz in Berlin einig. "So ganz den Charme der alten Trilogie hat er nicht", meinte hingegen Kinogänger Jens Martin am frühen Donnerstagmorgen. Im voll besetzten Kinosaal hatte der neue "Star Wars"-Film von George Lucas unter tosendem Beifall begonnen. Schon vor dem offiziellen Start stimmten sich Fans in originalgetreuen Kostümen auf das Ereignis ein und kämpften vor dem Kino mit leuchtenden Laserschwerten aus Plastik.

"Von den Effekten her war es bestimmt der Beste", urteilte der 28-jährige Oliver Völsing. Von den Liebesszenen zwischen dem jungen Jedi Anakin Skywalker (Hayden Christensen) und der Senatorin Padme Amidala (Natalie Portman) zeigte sich der Fan hingegen nicht besonders begeistert: "Gehört nicht unbedingt rein". Der gleichen Meinung ist auch "Star Wars"-Anhänger Jens Martin: "Ein bisschen zu viel Kitsch. Bisschen zu viel Kirschen auf dem Kuchen". Gestört habe die Liebesbeziehung in der Handlung aber nicht zu sehr, schränkt Natascha Dibbert ein. Die 24-Jährige kam gemeinsam mit ihrem Begleiter Dirk Lewe in selbst geschneiderten, braunen Jedi-Umhängen zur Mitternachtspremiere. Lewe zeigte sich allerdings nicht besonders überwältigt von dem Kino-Erlebnis: "Keine Atmosphäre, die Dialoge waren ein bisschen sehr flach. Nur Special Effects machen eben keinen Film", sagte der 25-jährige Student aus Berlin.

So fiel der Applaus am Ende der Vorführung eher spärlich aus. Viele der zuvor begeisterten Fans schienen nach 142 Minuten Effektgewitter eher erschöpft als inspiriert zu sein. Die Annäherungsversuche Anakin Skywalkers an die schöne Padme Amidala wurden mit höhnischen Gelächter quittiert. Nur als es gegen Ende des Films zum Laserschwert-Duell zwischen dem altgedienten Jedi-Meister Yoda und dem bösen Graf Dooku (Christopher Lee) kommt, gab es begeisterten Szenenapplaus.

Auch in Bielefeld, Braunschweig, Stuttgart und anderen Städten verfolgten Kinofans den offiziellen Kinostart. Der "Angriff der Klonkrieger" wird nach Angaben des Verleihers 20th Century Fox bundesweit auf etwa 1030 Leinwänden zu sehen sein. Der Science-Fiction-Film geht am Donnerstag und Freitag außerdem in insgesamt 74 Ländern an den Start.



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