»Fast & Furious 9«-Promotion John Cena entschuldigt sich bei Chinesen, nachdem er Taiwan als Land bezeichnet hatte

»Fast & Furious 9« gilt als einer der Blockbuster, die den Kino-Neustart tragen sollen. In China müht sich Filmstar John Cena nach einem Interview um Schadensbegrenzung – und wird dafür von anderer Seite kritisiert.
Wrestler und Schauspieler: John Cena

Wrestler und Schauspieler: John Cena

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NBC / Getty Images

Der Schauspieler und Wrestling-Profi John Cena hat sich bei seinen chinesischen Fans entschuldigt, nachdem er in einem PR-Interview Taiwan ein Land genannt hatte. Die Aussage verärgerte chinesische Nationalisten.

In einem kurzen Video, das er im chinesischen Social-Media-Dienst Weibo veröffentlichte, sprach Cena nicht ausdrücklich von Taiwan. Er ging auch nicht auf die Einzelheiten seiner Äußerungen ein, die er Anfang des Monats bei der Werbung für den Film »Fast & Furious 9« in taiwanesischen Medien gemacht hatte.

»Ich habe einen Fehler gemacht in einem Interview«, sagte er in dem Clip auf Mandarin mit starkem Akzent: »Ich muss jetzt etwas sagen, was sehr, sehr, sehr, sehr, sehr wichtig ist. Ich liebe und respektiere China und das chinesische Volk. Es tut mir sehr, sehr leid. Für meinen Fehler entschuldige ich mich wirklich.«

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In seinem Interview mit dem taiwanesischen Kabelfernsehkanal TVBS hatte John Cena ebenfalls Mandarin gesprochen. Er sagte seinerzeit, Taiwan werde das erste Land sein, das den Film zu sehen bekommen. Das löste einen Aufruhr in China aus, das den demokratischen Staat als Teil seines Territoriums ansieht, der zur Not auch mit Gewalt zurückgeholt werden könne.

»Sag, dass Taiwan ein Teil von China ist«

Ob Cenas Entschuldigung den gewünschten Zweck erfüllt hat, ist unklar: Viele Antwortkommentare auf sein beschwichtigendes Video waren negativ. Die meisten Likes erhielt ein User, der schrieb: »Bitte sag auf Mandarin, dass Taiwan ein Teil von China ist. Sonst werden wir die Entschuldigung nicht akzeptieren.«

Andererseits wurde John Cena für seine Aussagen auch in den USA scharf kritisiert. Auf Twitter schrieb der Manager einer Bostoner News-Website »Kann bitte jemand John Cena dabei helfen, sein Rückgrat wiederzufinden?«

Weltweit operierende Unternehmen und international bekannte Prominente, die ihren Zugang zum lukrativen chinesischen Markt wahren wollen, wandeln bei vielen politischen Themen auf schmalem Grat. Denn aus nationalistischer Erregung in den sozialen Medien können durchaus Boykottaufrufe gegen westliche Filme entstehen, die in China große Umsätze generieren sollen.

China übt zunehmend Druck auf ausländische Unternehmen aus, die sich zu von Peking als sensibel angesehenen Themen wie Taiwan, Hongkong oder Tibet äußern. Fluglinien und andere Firmen wurden gedrängt, auf ihren Websites Taiwan als Teil Chinas zu bezeichnen, um nicht ihre Geschäfte in der Volksrepublik zu schädigen.

Der staatliche chinesische Fernsehsender CCTV unterbrach seinen Vertrag mit der nordamerikanischen Basketballliga NBA, nachdem der Generalmanager der Houston Rockets in einem schnell wieder gelöschten Tweet seine Unterstützung für die pro-demokratischen Proteste in Hongkong geäußert hatte. Die Nachricht, dass die chinesische Regisseurin Chloe Zhao einen Oscar gewonnen hat, wurde zensiert, nachdem alte Interviews aufgetaucht waren, in denen sie gesagt hatte, dass sie in einem Land aufgewachsen sei, in dem sie von Lügen umgeben gewesen sei.

»Fast & Furious 9« ist einer der ersten Blockbuster, auf die Hollywood seine Hoffnungen für den kommerziellen Neustart nach der Coronakrise setzt. Der Actionfilm, der ursprünglich für April angekündigt war, soll in den USA erst am 25. Juni in die Kinos kommen. In der vergangenen Woche lief er bereits in mehreren asiatischen Ländern an. Die ersten Box-Office-Zahlen schienen die Erwartungen von Universal Pictures zu erfüllen: In China spielte er seit seinem Start am 21. Mai umgerechnet 137 Millionen Dollar ein, wie das Branchenblatt »Variety« meldet .

feb/AP/Reuters