Hollywood Matt Damon und Ben Affleck verfilmen Fifa-Skandal

Der größte Korruptionsskandal der Fußballgeschichte wird prominent verfilmt: Hollywood-Stars Matt Damon und Ben Affleck produzieren gemeinsam die Adaption eines Enthüllungs-Buches über Chuck "Mr. Ten Percent" Blazer.
Produzieren Film über Fifa-Skandal: Matt Damon und Ben Affleck

Produzieren Film über Fifa-Skandal: Matt Damon und Ben Affleck

Foto: Jimmy Morris/ dpa

Es muss ein wahres Bietergefecht gewesen sein, glaubt man dem US-Branchenblatt "Hollywood Reporter", doch am Ende ging Warner Bros. als Gewinner hervor: Es ging um die Filmrechte an dem Buch "Houses of Deceit" des BuzzFeed-Journalisten Ken Bensinger, das 2017 beim US-Verlag Simon & Schuster erscheinen soll.

Darin will der Investigativ-Journalist, ehemals bei der "L.A. Times" angestellt, die amerikanische Seite des Fifa-Skandals beleuchten, und zwar anhand der Machenschaften des "Mr. Ten Percent" genannten US-Soccer-Verantwortlichen Chuck Blazer.

Zuvor hatte es unter US-Verlagen ein ebenso hitziges Rangeln um die Buchrechte gegeben. Bensingers Buch soll auf seinem bahnbrechenden Artikel "Mr. Ten Percent: The Man Who Built - And Bilked - American Soccer" vom Juni 2014 aufbauen.

Zusammen mit dem für Lateinamerika zuständigen Jack Warner hatte der Fifa-Funktionär Blazer über zwei Jahrzehnte hinweg den Nord- und Mittelamerikaverband Concacaf geführt und dabei Millionen Dollar für sich abgezweigt. Nach dem Zugriff der ermittelnden FBI-Beamten im vergangenen Monat hatte sich Blazer in zehn Punkten schuldig bekannt, unter anderem der Steuerhinterziehung und Korruption.

Der 70-Jährige aus New York verfügt über eine schillernde Lebensgeschichte, der arbeitslose Vater machte sich ohne Ahnung von dem Sport zu haben zum Trainer der Jugend-Mannschaft seines Sohnes und wurde schließlich zum einflussreichsten Fußballmanager der USA.

John Goodman für die Hauptrolle?

Wer Blazer in der Warner-Produktion spielen soll, ist noch nicht bekannt, Ken Bensinger wünsche sich jedoch laut "Entertainment Weekly" einen Schauspieler wie John Goodman ("The Big Lewbowski"), der sowohl Furor als auch Komödie darstellen könne.

Die Jugend-Freunde Matt Damon ("Elysium") und Ben Affleck ("Argo"), die einst zusammen das Drehbuch zum Kinoerfolg "Good Will Hunting" schrieben und als Branchenneulinge prompt einen Oscar gewannen, gehören heute zu den profiliertesten Stars der Hollywood- und Independent-Szene, gemeinsam betreiben sie die Produktionsfirma Pearl Street Films, die Bensingers Buch für Warner Bros. verfilmen soll.

Als Regisseur suchte sich Ben Affleck laut "Hollywood Reporter" Gavin O'Connor ("Warrior") aus, mit dem er soeben den Forensik-Krimi "The Accountant" abgedreht hat.

"Ich liebe Hochstapler-Geschichten, und es gefällt mir, dass es in dieser Story um einen ausgeprägten Sinn für Gut und Böse geht", sagt Ken Bensinger laut "Entertainment Weekly" über seinen noch ungeschriebenen Stoff, aus dem "Warrior"-Autor Anthony Tambakis dann ein Drehbuch machen soll. Neben Damon und Affleck gehören auch Guymon Casady und Darin Friedman von Entertainment 360 zu den Produzenten.

Auch wenn es noch nicht einmal einen Termin für den Drehbeginn, ganz zu schweigen von einem Starttermin gibt, dürfte klar sein, dass "Houses of Deceit" mehr Zuschauer ins Kino locken sollte als der sozusagen offizielle Fifa-Film "United Passions" mit Tim Roth und Gerard Dépardieu, der sehr hagiographisch die Geschichte des Weltfußballverbands nacherzählt und die Skandale geflissentlich ausspart. Kein Wunder, angeblich stammt ein Gutteil der Filmfinanzierung von den Fifa-Funktionären.

Sehen wollte das niemand; der Film spielte vor drei Wochen an seinem Startwochenende in den USA gerade einmal 607 Dollar ein.

bor
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