Filmikone Marlon Brando ist tot

Der Mann war schon zu Lebzeiten eine Legende. Berühmt wurde er durch Filme wie "Die Faust im Nacken", "Der Pate" und "Apocalypse Now". Jetzt ist Hollywood-Star Marlon Brando im Alter von 80 Jahren gestorben.


Wie auf den Leib geschneidert: Brando als Mafia-Boss Vito Corleone in "Der Pate"
DPA

Wie auf den Leib geschneidert: Brando als Mafia-Boss Vito Corleone in "Der Pate"

Los Angeles - Der zweifache Oscar-Preisträger starb am Donnerstag in einem Krankenhaus in Los Angeles. Über die Todesursache wollte sein Anwalt David Seeley keine Angaben machen. Der Schauspieler sei auf den Schutz seiner Privatsphäre bedacht gewesen, sagte er.

Brando gehörte bereits zu Lebzeiten zu den Ikonen Hollywoods, vergleichbar nur mit Marilyn Monroe oder James Dean. Mit seiner oft unterkühlten und zugleich spannungsgeladenen Art der Charakterdarstellung beeinflusste er Generationen von Schauspielern.

Brando in "Der Wilde": Legende zu Lebzeiten
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Brando in "Der Wilde": Legende zu Lebzeiten

Zu den unvergesslichen Filmen des Stars, der unter vielen Kritikern und Kollegen als "größter Schauspieler Amerikas" galt, gehören Klassiker wie "Endstation Sehnsucht", "Die Faust im Nacken" und "Der Wilde". Als skandalös galt 1972 seine Darstellung eines sexbesessenen Witwers in Bernardo Bertoluccis "Der letzte Tango in Paris". Selbst aus Nebenrollen konnte Brando Kinoereignisse machen, wie er 1979 als dämonischer Dschungelherrscher Colonel Kurtz in Francis Ford Coppolas Vietnamkriegsfilm "Apocalypse Now" bewies. Zuletzt glänzte er in einer kleinen, aber feinen Rolle in dem Gangster-Drama "The Score" (2001) neben Robert De Niro und Edward Norton.

Seinen ersten Oscar bekam Brando für die Darstellung des Hafenarbeiters Terry Malloy in "Die Faust im Nacken" unter der Regie von Elia Kazan. Für die Darstellung des Mafia-Bosses Don Corleone in Francis Ford Coppolas "Der Pate" ehrte ihn die US-Filmakademie ein zweites Mal. Brando lehnte den Oscar jedoch aus Protest gegen die Unterdrückung der amerikanischen Ureinwohner ab.



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