Filmpreis "Das weiße Band" und Christoph Waltz für Golden Globe nominiert

"Up in the Air" mit George Clooney ist mit sechs Nominierungen der Favorit bei den Golden Globes. Michael Hanekes viel gepriesenes Drama "Das weiße Band" könnte bester ausländischer Film werden, eine Chance als bester Nebendarsteller hat Tarantino-Nazi Christoph Waltz.

X-Verleih

Los Angeles - Die Shortlist des wichtigsten US-Filmpreises nach dem Oscar steht fest: Das düstere Schwarz-Weiß-Soziogramm "Das weiße Band" von Regisseur Michael Haneke ist am Dienstagmittag (MEZ) in Los Angeles für einen Golden Globe als bester fremdsprachiger Film nominiert worden. Die deutsch-österreichische Ko-Produktion war am Wochenende bereits mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet worden und dürfte sogar Chancen haben, im März einen Academy Award zu gewinnen.

Zudem kann sich der österreichische Schauspieler Christoph Waltz Hoffnung auf einen Globe für seine Nebenrolle in Quentin Tarantinos "Inglorious Basterds" machen. Er tritt gegen Matt Damon (''Invictus"), Woody Harrelson (''The Messenger"), Stanley Tucci (''The Lovely Bones") und Christopher Plummer (''The Last Station") an.

In den Hauptkategorien führt das Drama "Up in the Air" mit sechs Nominierungen an, unter anderem für Regisseur Jason Reitman ("Juno"). Fünf mal hoffen darf Rob Marshalls Musical-Film "Nine" mit Daniel Day-Lewis (als Filmregisseur in der Midlife-Crisis) und einem Ensemble weiterer großer Namen. Aussicht auf einen Golden Globe als bestes Drama haben neben "Up in the Air" noch James Camerons futuristischer 3-D-Blockbuster "Avatar", "Precious: Based on the Novel 'Push" by Sapphire", Kathryn Bigelows Bombenentschärfer-Film "The Hurt Locker" und Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds".

Zudem wurde Clint Eastwood für seine Regie des Nelson-Mandela-Biopic "Invictus" nominiert, Morgan Freeman darf sich Hoffnung auf einen Golden Globe als bester Hauptdarsteller für die Titelrolle in eben diesem Film machen. Er tritt unter anderem gegen George Clooney, Star aus "Up in the Air", und Colin Firth als plötzlich verwitweter Englisch-Professor in "A Single Man" an, dem Regiedebüt des Designers Tom Ford.

Doppelte Hoffnung für Bullock und Streep

Sandra Bullock hat nicht nur an der Kinokasse ein gutes Jahr - sie ist derzeit drauf und dran, ihren mit "Selbst ist die Braut" im Sommer aufgestellten Umsatzrekord mit ihrem neuen Film "The Blind Side" zu knacken. Auch bei den Golden Globes wurde sie für beide Rollen berücksichtigt. Meryl Streep wurde sogar in ein- und derselben Kategorie zweimal nominiert: als beste Comedy-/Musical-Hauptdarstellerin für "Julie & Julia" und "It's Complicated". Auch für Matt Damon fiel eine zweite Nominierung ab - für "Der Informant".

Im Bereich Serie wurden unter anderem Golden-Globe-Gewinner John Lithgow ("Hinterm Mond gleich links") für seine mehrteilige Nebenrolle in der Dramaserie "Dexter" sowie gleich mehrfach die junge, von Kritikern viel gelobte Musical-Serie "Glee" nominiert. Wie erwartet wurde auch die vielfach ausgezeichnete Comedy-Serie "30 Rock" berücksichtigt. Auch der TV-Film "Grey Gardens" mit Jessica Lange und Drew Barrymore, Abräumer der diesjährigen Emmy-Verleihung, ist mehrfach nominiert.

Mit der Bekanntgabe der Golden-Globe-Nominierungen durch die deutsche Schauspielerin Diane Kruger, Darsteller John Krasinski ("The Office") und Popstar Justin Timberlake wurde in den USA die Saison der Filmpreise eingeläutet. Die Trophäen werden am 17. Januar von der Hollywood Foreign Press Association (HFPA), der Auslandspresse in Hollywood, vergeben. Erstmals seit 1995 bekommt die Zeremonie 2010 wieder einen Moderator, den britischen Comedian, Regisseur, Autor und Produzenten Ricky Gervais.

Die Golden Globes gelten traditionell als wichtiges Stimmungsbarometer für die Oscar-Verleihung am 7. März. Tatsächlich hatten rund zwei Drittel der Academy-Award-Gewinner der letzten Jahre zuvor auch einen Globe gewonnen, wie die Nachrichtenagentur AFP ausgerechnet hat.

can/AFP/AP

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